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Filme im Kino

MoX Kino-Tipps KW 3709.09.2026













Texte: Horst E. Wegener
Pressure
GB/ Frankfurt ´26; R: Anthony Maras. Ab 17.9. Wertung: ***** Bild: Focus Features
England, Anfang Juni 1944 – im Hauptquartier der Briten: Während der militärische Stab von General Dwight D. Eisenhower (Fraser) seine Planung der beabsichtigten Invasion der Normandie weitestgehend abgeschlossen hat, steht ein letztes, extrem wichtiges Mosaiksteinchen noch aus: Die Wettervorhersage. Würde sich im Verlauf der nächsten 72 Stunden nämlich ein Unwetter entwickeln, wäre es den Schiffen der Alliierten nicht möglich, der französischen Küste nahe genug zu kommen, um die Truppen an Land gehen zu lassen. Darüber hinaus dürfte ein wolkenverhangener Himmel jegliche Absicherung der anlandenden Armada durch eine Unterstützung aus der Luft mit Kampfflugzeugen und Fallschirmspringereinheiten zusätzlich unmöglich machen. Nun kam eine Wettervorhersage über eine derart lange Zeitspanne, meteorologisch betrachtet, in den 1940ern noch einer kleinen Ewigkeit gleich. Andererseits hatte Englands Premier Winston Churchill seinem Oberbefehlshaber der Streitkräfte den schottischen Chefmeteorologen Captain James Stagg (Scott) als „wahres Genie“ ans Herz gelegt, der diese Vorhersage für Eisenhower wagen sollte – und nach dessen Berechnungen mit einem Sturm gerechnet werden müsste. Auf US-amerikanischer Seite bringt man derweil die Expertise des Meteorologen Irving P. Krick (Messina) ins Spiel, der optimales Invasionswetter prognostiziert. Was nun? Soll Eisenhower die größte Armada der Weltgeschichte losschicken und damit eventuell ein Desaster lostreten, nur weil ihm die Aussage des US-Amerikaners Krick akzeptabler erscheint? Während der Amerikaner auf seine Trefferquote als Wetterexperte bei militärischen Operationen vor Nordafrika oder für die Hollywoodproduktion „Vom Winde verweht“ verweist, bleibt auch der Schotte Stagg bei seiner Meinung, mag sich aber nicht hundertprozentig festlegen.
Auch im Kinosaal kann man die Anspannung spüren, die auf den Darstellern lastet – dank par excellence Darsteller-Leistung vor allem von Andrew Scotts Wetterfrosch Stagg und Brendan Frasers General Eisenhower, dem die endgültige Entscheidung zufällt. Zudem sind wir zusehends mehr gethrillt durch die Regiearbeit Anthony Maras, die einem ein signifikantes Ereignis der Militärgeschichte per Kammerspiel-Inszenierung näherbringt und zeigt, welche Rolle das Wetter dabei spielte. Dass rückblickend bekannt sein dürfte, wie die Alliierten-Invasion der Normandie anno 1944 verlief, ist nicht weiter wichtig. Fesselnd!
D: Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis.


Finding Emily
GB/ USA ´26; R: Alicia MacDonald. Ab 10.9. Wertung: **** Bild: Focus Features
Musiker Owen (Fearn), der nebenbei als Tontechniker an der Uni von Manchester arbeitet, lernt im Rahmen einer Campus-Party eine Studentin kennen, die ihn bezaubert. Also lässt er sich vorm Auseinandergehen ihre Telefonnummer geben. Und merkt beim Versuch, besagte Emily anderntags zu kontaktieren, dass sie ihm eine Ziffer zu wenig aufgeschrieben hat. Absicht oder Versehen? Um dies zu klären, beginnt Owen die Uni nach seiner Traumfrau abzusuchen. Bald bietet ihm eine Psychologiestudentin die ebenfalls Emily (Rice) heißt, tatkräftige Hilfe an. Während der schockverliebte Träumer Aktionen per Flyer, Rundmail an alle 318 an der Uni eingeschriebenen Emilys oder per Podcast startet, verfolgt die ihn ideenreich unterstützende Emily ganz eigene Ziele. Bevor ihr Versuchskaninchen seine sich als Amelie entpuppende Gesuchte endlich aufspürt und ihm dann wenig später die ursprüngliche Motivation seiner Unterstützerin klar wird, schaltet Regisseurin Alicia MacDonald kurzerhand von Romantikkomödie auf Datendiebstahls-Farce mit Me-Too-Bezügen um. Im Gegensatz zu US-amerikanischen Liebesverwirrungs-Rochaden erspart uns MacDonalds britische Komödie proll-humorige Einlagen, ist das Happy end vorhersehbar. Ein federleichtes Vergnügen für Dating-willige Kinogänger.  
D: Spike Fearn, Angourie Rice, Ella Maisy Pervis, Minnie Driver, Jack Riddiford, Julia Rogers.


Bad Apples
USA/ GB ´25; R: Jonatan Etzler. Ab 10.9. Wertung: ****- Bild: Pulse Films
Maria (Ronan) ist Grundschullehrerin an einer Privatschule, deren Klasse unter dem rüpeligen Verhalten eines einzigen Problemkindes leidet. Besagter Störenfried Danny (Waller) ist scheinbar durch nichts und von niemandem in den Griff zu kriegen. Auch von seinem Vater ist keinerlei disziplinierende Unterstützung zu erwarten. Jedenfalls eskaliert die Situation, als der Rüpel eines Tages der Mitschülerin Pauline (Brown) den Arm bricht – und die Rektorin der Meinung zuneigt, es wäre Dannys Lehrerin allemal zuzumuten, dem verhaltensauffälligen Bengel Benehmen beizubringen. Wozu sonst beschäftigt die Schule schließlich Pädagogen? Maria ist ratlos, fühlt sich überfordert. Als sie dann eines Nachts mitbekommt, wie Danny auf einem Parkplatz Autos ramponiert, reißt ihr der Geduldsfaden. Sie rangelt mit dem Jungen, verletzt ihn – und nachdem er ihr droht, sperrt sie ihn kurzerhand in ihrem heimischen Keller ein. Einerseits kehrt jetzt in ihrem Klassenzimmer endlich Ruhe ein, wird gelernt. Doch irgendwann ruft die Gemeinde eine Suchaktion nach dem Verschwundenen ins Leben
Dank Hauptdarstellerin Saoirse Ronan wird diese Top-Lehrerin nie zur Karikatur, mausert sich „Bad Apples“ zur bitterbös galligen Satire.  
D: Saoirse Ronan, Eddie Waller, Nia Brown, Jacob Anderson, Sean Gilder, Robert Emms.


Resident Evil
USA/ Deutschland ´26; R: Zach Cregger. Ab 17.9. Vorankündigung Bild: [font=montserrat, Arial, sans-serif]Dušan Martinček[/font]
Neustart der an der Kinokasse international erfolgreichen Horror-Franchise, die auf dem gleichnamigen Videospiel basiert: In Zach Creggers Film übernimmt der Kurier Bryan (Abrams) einen scheinbar harmlosen Auftrag – die Zustellung eines biomedizinischen Pakets in Racoon City. Als während der Fahrt ein Unglück geschieht, sieht sich der völlig unvorbereitete Lieferant plötzlich mit der Hölle auf Erden konfrontiert. Ängstlich und stets auf der Suche nach einem Weg, den nächsten Schrecken zu überleben, macht Bryan dieser nächtliche Albtraum keinerlei Hoffnung auf ein Happy end. Schocker-Mutprobe für Zartbesaitete auch vor der Kinoleinwand!
D: Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reiss, Paul Walter Hauser, Johnno Wilson.


Coyote vs. Acme
USA ´26; R: Dave Green. Ab 17.9. Wertung: **** Bild: Warner Brothers
Wile E. Coyote und Roadrunner gehören seit Ende der 1940er-Jahre zu den beliebtesten Cartoon-Charakteren der Looney Tunes. Nun hat ewig hungrige und mordlüsterne Coyote nach abertausend missglückten Attentatsversuchen auf den Roadrunner die Nase endgültig gestrichen voll von den sich stets als Rohrkrepierer entpuppenden Produkten aus dem Hause Acme. Nachdem er von einem Anwalt hört, der auf Cartoon-Fälle spezialisiert ist, kontaktiert Coyote dessen Büro in der Hoffnung, dass Anwalt Avery (Forte) und Kollegin (Condor) den Acme-Konzern verklagen sollen. Auftakt zum genialsten Liveaction-Animationsfilm seit „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, der bei Betrachtern Ratlosigkeit und Unverständnis aufkommen lässt: Warum nur überantworteten die Studiobosse der Warner Brothers diese technisch makellose Kino-Perle nach Fertigstellung jahrelang ihrem Archiv? Gottlob hat man in Hollywood jetzt doch noch ein Einsehen und das Meisterwerk zur Auswertung an ein Indie-Label weitergereicht, das „Coyote vs. Acme“ prompt auch hierzulande ins Kino bringt.  
D: Will Forte, Lana Condor, Tone Bell, John Cena, P.J. Byrne, Martha Kelly.


Gentle Monster
Österreich/ Deutschland/ Frankreich ´26; R: Marie Kreutzer. Ab 17.9. Wertung: *** Bild: Alamode Film / Frederic Batier Film AG
Lucy Weiss (Seydoux) ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere als Konzertpianistin, als ihr Mann Philip (Rupp) einen Burnout erleidet. Obwohl es auf der Hand liegt, dass ein Um- und Rückzug der Großstädter ins Ländliche nicht nur finanzielle Einbußen für die Künstlerin mit sich bringen dürfte, beziehen die Eheleute mitsamt ihrem gemeinsamen Sprössling ein abgelegenes Gutshaus jwd. Doch die Beschaulichkeit vor Ort endet jäh, als eines Tages die Polizei bei ihnen vor der Tür steht. Man durchsucht das Anwesen, beschlagnahmt sämtliche elektronischen Geräte von Philip, verhört ihn. Der Vorwurf seitens der Sonderermittlerin Elsa Kühn (Haase): Besitz, Verbreitung oder gar Produktion von Videos mit kinderpornografischem Inhalt! Während die bis dahin nur mit der deutschen Sprache und der hiesigen Bürokratie fremdelnde Französin sich nun auch als Mutter und Ehefrau um Klärung ihrer Gefühle für den ihr fremd werdenden Ehemann bemüht, weshalb sie ohne diesen Gewissenskonflikt ihrer eigenen Mutter (Deneuve) gegenüber anzusprechen, in deren Großstadtwohnung vorbeischaut, ist Philip mit aller Macht bestrebt, seine Ehe zu retten.
Indem die österreichische Filmemacherin Marie Kreutzer einen zusätzlichen Handlungsstrang mit der Ermittlerin Elsa Kühn und ihrem dementen Vater (Groth) ins undurchsichtig bleibende Geschehen einbaut, spricht „Gentle Monster“ zwar das Bedürfnis zweier Frauen an, die damit liebäugeln, im Privatleben beide Augen vor bedenklichen patriarchalen Machtstrukturen zu verschließen – gleichwohl votiert die Regie somit gegen ein Fahrt aufnehmendes Psycho-Drama zwischen der sich ungern erklärenden Ermittlerin und der Frau des von ihr Verdächtigten, die vieles doch nicht so genau wissen will. Über die teils ermüdend zweisprachigen Verbal-Duelle kann selbst die fabelhafte Besetzung uns Kinogängern nur ansatzweise hinweghelfen. Schade ums wichtige Thema, das zusehends mehr verschenkt wird.  
D: Léa Seydoux, Jella Haase, Catherine Deneuve, Laurence Rupp, Sylvester Groth, Sami Loris.

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