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Go East-Western10.09.2020



Text | Horst e. wegener

Mit der Ankunft der ersten Soldaten aus den Nordstaaten scheint anno 1861 auch für die aus Frankreich stammende, seit Jahrzehnten in den US-Südstaaten lebende Kolonialistenfamilie des Parfümhändlers Edmond (Todeschini) die Bedrohung ihres gewohnten Alltags real. Zu sehr hat man sich an das bourgeoise Leben der Weißen in Missouri gewöhnt, weshalb Patriarch Edmond die Zukunft seiner Sippe im fernen Frankreich wähnt. Kurzentschlossen heuert er das Mannsbild Victor (Janssens) als Begleitschutz an, tritt man mitsamt des schwarzen Dienstmädchens Layla (Abibou) die Reise ostwärts an.
Mehr noch als Edmonds Frau sind seine drei erwachsenen Töchter bislang ein Leben gewohnt, in dem sie von klein auf gepampert wurden – und ihrer erzwungenen Verwandlung in Power-Mädels zuzusehen, macht „Savage State“ allein schon zum Go-East-Western der ungewöhnlichen Machart. Die Regie peppt die Story neben einer konventionellen Verfolgungshatz obendrein mit einer Prise Feminismus auf, indem mitunter sogar von lesbischer Liebelei geträumt werden darf. Dennoch dominieren weitestgehend Thrill-Zutaten, ausgelöst aufgrund ausbrechender Spannungen bei der quer durch die Staaten reitenden Reisegruppe, hauptsächlich jedoch, weil Victor von einer Band von Gesetzlosen verfolgt wird. Als Anführerin der Verfolger entpuppt sich Bettie (Moran) – ein Bad Girl par excellence. Wem Filmer David Perraults Spielfilmdebüt „Our Heroes Died Tonight“ noch in Erinnerung ist, das als Hommage aufs amerikanische Film Noir-Genre gesehen werden konnte, der darf jetzt gespannt sein, wie der Genrefan mit „Sauvage State“ dem Western neues Leben einhaucht. So erfrischend unkonventionell, wie dieser Regisseur arbeitet, sollte man ihn im Auge behalten.

Savage State: Frankreich/ Kanada
Closing Night-Film des diesjährigen Internationalen Filmfestivals Oldenburg.


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