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Filme im Kino

“Paris Calligrammes”05.03.2020

Text |  Horst E. Wegener

Die 70. Berlinale ist Geschichte – und während die Beurteilung des Gesehenen je nach Einstellung der Urteilenden höchst unterschiedlich ausfallen dürfte, fragt man sich wohl auch: Welche der weit mehr als 300 insgesamt gezeigten Festivalbeiträge werden in den kommenden Wochen und Monaten den Weg auf die Kinoleinwände im Lande finden?

Soweit es die Programmkinokultur Oldenburgs betrifft, hat sich das Team des Cine k nur wenige Tage nach dem Ende des diesjährigen spreeathener Kinomarathons schon mal den Besuch der mit einer Berlinale-Kamera geehrten „Paris Calligrammes“-Filmerin Ulrike Ottinger gesichert. Mit diesem seit 1986 verliehenen Preis sollen jeweils Künstler gewürdigt werden, deren Arbeitsstatus eine enge Beziehung zwischen den Themen des Kinos und dem eigentlichen Akt des Filmemachens unterhält. Ottinger habe diesen Prozess immerzu „als eine Kunst verstanden, die durch Begegnung mit anderen Menschen, Objekten, Büchern, Geschichten, Orten und Kulissen entsteht, in denen sich die Realität bemerkbar macht“, lässt das neue Festivalleiter-Duo Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian anerkennend verlauten.  
Dabei hatte Ottinger, 1942 in Konstanz geboren, ursprünglich nicht mal gleich mit Filmemachen geliebäugelt. Als 20- Jährige war sie nach Paris übersiedelt, um dort Malerei zu studieren. Doch in der kunstsinnigen Metropole begegneten der Deutschen fortwährend jene Intellektuellen, die sich in Fritz Picards Antiquitätenbuchhandlung Librarie Calligrammes trafen. Dort reifte dann auch in Ottinger der Wunsch, selber Filme machen zu wollen. Nach Deutschland heimkehrend übersiedelte sie nach Westberlin, wo die heutzutage 77-Jährige nach wie vor lebt und arbeitet. In „Paris Calligrammes“ rekapituliert Ulrike Ottinger ihre 1960er-Jahre in Paris, erinnert sich an Vorlesungen von Levy-Strauss, Diskussionsrunden mit Geistesgrößen wie Paul Celan, Hannah Arendt, Claire Goll, Max Ernst, die politisch durch den Algerienkrieg aufgeheizte Stimmung in der Seine-Metropole. Hinter dem, was auf der Kinoleinwand jetzt so überaus elegant kompiliert ausschaut, steckt die übliche Fleißarbeit des Eine-Frau-Betriebs, der allein schon über 500 Stunden Material sichten und auswählen mochte. Höchst erfreulich, dass das Ergebnis deutlich zugänglicher ausfällt als Ottingers sonstige Werke.

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