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The Vast of Night28.05.2020



The Vast of Night Amazon Prime, Spielfilm

Text | Martin Schwickert

Setting mit schmucken Limousinen, die seltsamen Störgeräusche im Radio und das Flackern am Himmel, das die Ankunft der Außerirdischen ankündigt. Science-Fiction-Klassiker wie „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“, „Invasion der Körperfresser“ oder die TV-Serie „X-Files“ winken hier freundlich aus dem Off herein.
Dennoch gelingt Andrew Patterson in seinem beachtlichen Regiedebüt „The Vast of Time“, nach einigen Filmfestivalauftritten nun auf Amazon Prime startet, weit mehr als eine Fingerübung in einem traditionsreichen Genre. Nicht das „Was“, sondern das „Wie“ ist hier entscheidend in der filmischen Erzählung um den jungen Radiomoderator Everett (Jake Horowitz) und die 16jährige Telefonistin Fay (Sierra McCormick). Während die ganze, kleine Stadt sich in der Sporthalle zu einem Basketballspiel versammelt, forschen sie seltsamen Störgeräuschen, plötzlich abgebrochenen Telefonaten und Lichtreflexionen am nächtlichen Himmel nach. Die ersten fünfzehn Filmminuten folgt die geschulterte Kamera den beiden quer durch die Stadt von der Turnhalle hin zu ihrem Arbeitsplatz. Atemlos versucht man als Zuschauer mit den munter quasselnden Teenagern Schritt zu halten, bis der Film dann in der Fernsprechzentrale zur Ruhe kommt. Hier bündeln sich in einer fein choreografierten Sequenz die Ereignisse, während die Telefonistin fieberhaft die Kabel für die handvermittelten Gespräche umstöpselt. Dann fliegt die Kamera in einer Zigarettenpause davon durch die leeren Straßen hin zur Sporthalle und durch das Fenster wieder heraus über Wiesen hinein ins Radiostudio, wo ein unbekannter Anrufer seine Geschichte erzählt. Der ehemalige Soldat am Telefon kennt die Geräusche, genauso wie die alte Frau, zu der Everett und Fay mit ihrem portablen Tonband bald aufbrechen, als sich die Nachrichten von seltsamen Lichtern am Himmel verdichten. In seinem selbst finanzierten Mikro-Budget-Movie zaubert Patterson ein dynamisches Science-Fiction-Abenteuer auf den Bildschirm, das immer wieder mit verschiedenen Erzählgeschwindigkeiten arbeitet. Vom atemberaubenden Kameraflug bis zum Schwarzbild, zu dem allein die Stimme des Anrufers zu hören ist, reicht die Palette, mit der „The Vast of Night“ erfolgreich die Aufmerksamkeit des Publikums an sich bindet. Ein originelles, stilvolles und hellwaches Debüt, das dem Regisseur hoffentlich noch viele Folgewerke sichern wird.

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