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MoX Soundcheck KW4107.10.2026











Texte Horst E. Wegener


Oakfarm: TOO HARD FOR SOME TOO SOFT FOR OTHERS (VÖ: 3.10.)
Als 2020 der Gitarrist des Kieler Heavyrock-Trios Bone Man das Handtuch warf, begann für Bassist Arne Düpper und Schlagzeuger Dennis Oelze die Suche nach einem neuen Mitstreiter. Der war mit Tobias Lemberger dann nicht nur überraschend schnell gefunden, sondern erweist sich seither auch als Glücksgriff für den nunmehr unterm Namen Oakfarm firmierenden Dreier. Musikalisch entwickelt man den schon zuvor vom Duo Düpper/ Oelze perfektionierten Mix aus mal hardrock-bluesigen, mal britpop-grungigen Rhythmusteppichen weiter, über denen die delirierenden Gitarrensoli und der ausdrucksstarke Gesang Lembergers den Gesamteindruck positiv abrunden. Nach ihrem Debütalbum von 2024 bringen Oakfarm jetzt den Nachfolge-Longplayer unters Volk – und man hört dem bestens aufeinander eingespielten Trio den Spaß jederzeit an, der beim Einspielen wohl aufkam.
Gabriella Cilmi: PURE LOVE (VÖ: 9.10.)
Gabriella Lucia Cilmi, 1991 in einem Vorort der australischen Großstadt Melbourne als Enkelin albanisch-italienischer Einwanderer zur Welt gekommen, fiel im Alter von gerademal dreizehn Jahren dem Manager einer Plattenfirma auf, weil sie bei einem Straßenfest den Rollig Stones-Hit „Jumpin´ Jack Flash“ unfassbar mitreißend coverte. Die Aussicht auf eine Vertragsunterzeichnung bei einem internationalen Vorzeige-Label ließ die gesamte Familie der Minderjährigen nach England umziehen – wo die Göre mit „Sweet about me“ prompt einen Sensationshit landete. Der einsetzende Karriereschub begann Gabriella gleichwohl kreativ so sehr einzuengen, dass sie immer weniger wusste, welche Art von Musik ihr überhaupt noch Spaß machen würde. Das Nachdenken über die künftige Ausrichtung - inklusive mehrerer Pausen - mündet jetzt, dreizehn Jahre nach Cilmis letztem Album „The Sting“ mit „Pure Love“ in ein fulminant gelungenes Comeback ein, dessen Mix aus Classic-Rock über Deep Soul hin zum Jazz durch leidenschaftliche Identifikation überzeugt.
Caro: RETURNING TO INNOCENCE (VÖ: 9.10.)
Die 1981 in Amsterdam geborene Caroline Esmeralda von der Leeuw hat sich erstaunlich oft für den gleichermaßen ungewöhnlichen wie riskanten Schritt entschieden, trotz ihrer stets erfolgreichen Gesangskarriere mehrfach den Künstlernamen zu wechseln. Beginnend mit ihrem internationalen Chartrenner „A Night like this“ setzte sie ab 2009 als Caro Emerald zu einem ersten Höhenflug im Jazz- und Popbusiness an, beschloss dann ab ´23 als The Jordan weiter zu machen, um sich jetzt neuerdings als Caro zu präsentieren. Auf „Returning to Innocence“ hinterfragt die Niederländerin jene Archetypen, die man Frauen zuschreibt: Mutter, Kind, Geliebte, Kriegerin. Dieser Unterscheidung folgend werden Assoziationen verdichtet, die musikalisch zwischen Pop, R´n´B, Rock, Soul angesiedelt sind. Gelungen.
Robine: MOTIVATION (VÖ: 9.10.)
Robine, in den Niederlanden aufgewachsen, performte bereits im Kindesalter live auf großen Bühnen.  Aber erst nach ihrem Umzug von Groningen nach Hamburg fand das Gesangstalent musikalisch ganz zu sich. Begann damit, als Songwriterin einerseits eine Sprache zu entwickeln, mit der sie sich rundweg identifizieren konnte und die poetisch-persönlichen Texte andererseits in einen Sound einzubetten, der ihr rund erschien. Auf den Punkt gebracht heißt das: Es ist okay, sich nicht okay zu fühlen – weshalb man den eigenen Instinkten wieder mehr Beachtung schenken sollte, schon allein, um dann auch gegen Widerstände weiterzumachen. Diese These trägt Robine auf „Motivation“ derart mitreißend vor, dass es den Hörern schwerfallen dürfte, sich ihrem temperamentvollen Mix aus Indie-Soul, R´n´B und Pop zu verschließen.
Bodega: ALL INSIDE AQUARIUM (VÖ: 9.10.)
Für die im New Yorker Stadtteil Brooklyn beheimatete Fünfertruppe Bodega bot die schon Mitte der 2010er-Jahre einsetzende Gentrifizierung des Viertels jede Menge Inspirationen, denen man Songtexte abringen mochte. Ihren kritischen Blick auf gesellschaftliche Missstände verschränkte die Combo dann stets mit einem traumwandlerisch gelungenen Mix aus Grunge, Indie-Rock und Dance-Punk, produzierte mehrere Longplayer – und legt uns jetzt mit „All inside Aquarium“ eine Scheibe vor, deren Texte zwar weit weniger belehrend daherkommen, weil poetische Betrachtungen überwiegen. Gleichwohl überzeugend seelenreif und ohne falsches Pathos eingespielt.

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