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MoX Soundcheck KW3709.09.2026











Texte: Horst E. Wegener

Iyeoka: SAY YES EVOLVED (VÖ: 11.9.)
Diese Stimme gehört gehört, bekennen Kritiker, Brancheninsider und euphorisierte Konzertgänger unisono. Man muss nur Iyeokas Souljazz-Ballade „Simply Falling“ hören, mit der die Musikerin schon mehr als 260 Millionen Views einfahren konnte, um ebenfalls überzeugt zu sein. Und ja, die FAZ liegt richtig, wenn das Blatt diesem Klickmegahit zugesteht, er „könnte jederzeit James-Bond-Titelmusik werden“. „Respektiert mich!“, heißt Iyeoka übersetzt aus der Sprache der aus Nigeria in die USA emigrierten Eltern des 1975 in dieser neuen Heimat zur Welt gekommenen Wunderkindes. Schon recht - weshalb man der in Boston aufwachsenden und zunächst als Apothekerin arbeitenden Freizeit-Spoken-Word-Künstlerin nach dem Umswitchen zum Gedichte-verfassen und zur Musik jetzt auch hierzulande nachträglich den Respekt zollt, die Urfassung ihrer in den USA bereits 2010 erschienenen „Say Yes“-Songsammlung (inklusive „Simply Falling“) endlich auf CD herauszubringen. Höchst souverän wechselt die Alleskönnerin da zwischen funky Soul, technifiziertem Motown, R´n´B, Rock, Pop, Reggae und poetischen Hip-Hop-Texten hin und her, um Altbewährtes neu zu denken. Gelungen!  
Red Orkestra: LETTERS FROM AFAR (VÖ: 11.9.)
Viel zu lange hat uns diese fabelhafte Folkrock-Truppe aus Kanada auf ihr siebtes Album warten lassen; um genau zu sein, seit 2018! Immerhin ist der Combo um Frontmann und Leadsinger Johnny Charmer mit „Letters from afar“ jetzt ein neues Album geglückt, das kein bisschen altersmilde rüberkommt. Und jene hardcore-Fans, die zeitlebens bekrittelten, dass der eine oder andere Red Orkestra-Song in ihren Ohren weniger kämpferisch klingen mochte, als sie das von früheren Charmer-Texten her gewohnt waren, sollten mit dessen „Letters…“-Tracks „Mao & Stalin“ oder „Everstrong“ selig werden. Darüber hinaus schaltet das 2003 gegründete Ensemble gewohnt bravourös zwischen rockig-eingängigen Gitarrensongs und himmlisch ruhigen Folkmomenten hin und her. Weiter so.
Ikan Hyu: WITHDRAWAL SYMPTOMS (VÖ: 11.9.)
Was da wie eine wesentlich größere Besetzung klingt, ist das Werk von gerademal zwei Multiinstrumentalistinnen, die live beide je bis zu drei Instrumenten gleichzeitig meistern und darüber hinaus abwechselnd oder zusammen singen mögen. Als wahre Multitasking-Koryphäen beherrschen die in Zürich beheimateten Ikan Hyu-Ladies Hannah Bissegger und Anisa Djojoatmodjo nicht nur zig Instrumente, sondern es ist ihnen erst recht ein Bedürfnis, rasant durch die unterschiedlichsten musikalischen Genres zu kobolzen, um ihre Pop- und Rock-Melange mit Rap, Noise und Electro anzureichern. Die ergänzenden Texte handeln von Entfremdung, dem Pochen auf Zugehörigkeit oder der Suche nach sich selbst innerhalb enger Beziehungen – und haben Biss.
Aron!: TOO CLOSE FOR RUNNING (VÖ: 18.9.)
Noch so ein Wunderkind aus den USA, an dem nicht nur die Twenty-Somethings einen Narren gefressen haben. Auch Musikerkollegen wie Billie Eilish outen sich längst als Fan von aron!, dessen Eigenkompositionen uns an selten gespielte Crooner-Fundstücke aus dem Great American Songbook erinnern. Aron Stornivatos Erkenntnis, dass Leute heute wie damals dieselben Herzschmerzattacken durchleben, ließ den 23-Jährigen Songs kreieren, die seine Zuhörer in jene Zeiten mitnehmen, in denen einem rückblickend möglicherweise vieles einfacher vorkam. Auf „too close for running“ bittet aron! Seelenverwandte wie die britische Senkrechtstarterin dodie oder Mei Semones, US-Amerikanerin mit japanischen Wurzeln zum liebesgesäuselten Duett; und die Backingband des komponierenden Multiinstrumentalisten klingt durch die Bank weg, als habe man sich übers Wochenende in die Golden-Oldies-Plattensammlung der Großeltern vertieft. Das Ergebnis: Reinste Wohlfühlmucke zum Runterkommen und Entspannen.  
Warren Haynes: DREAMS & SONGS (VÖ: 18.9.)
Unfassbar, wie viele Projekte der Rock- und Blues-Tausendsassa Warren Haynes nach wie vor gleichzeitig händelt. Neben seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Allman Brothers Band, als Mitbegründer von Gov´t Mule oder Mitglied der Grateful Dead-Nachfolgetruppe The Dead hat sich der Vollblut-Musiker immer mal wieder dazu entschieden, einen Teil seiner stilistisch sehr unterschiedlich ausfallenden Kompositionen als Solo-Produktionen zu verfolgen. So scharte Haynes 2019 Weggefährten sowie das Symphonie Orchester seiner Heimatstadt Asheville hinter sich, um gemeinsam den einen oder anderen Klassiker aus seiner langjährigen Karriere neu zu interpretieren. Schön, dass uns dieses Live-Event endlich zugänglich gemacht wird.

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