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Tonträger aller Art
MoX Soundcheck KW1830.04.2026
Texte: Horst E. Wegener
Ntjam Rosie: NTJAM ROSIE (VÖ: 24.4.)
Wenn jemand ein selbstbetiteltes Album herausbringt, soll damit normalerweise der Newcomer-Status unterstrichen werden. Auf die als Rosie Boei anno 1983 im afrikanischen Kamerun geborene und in den Niederlanden aufgewachsene Singer-Songwriterin trifft das jedoch nicht zu, stellt „Ntjam Rosie“ sogar schon ihr neuntes Studioalbum dar. Die Wahl des Titels ist der Rückbesinnung auf eine doppelte Identität geschuldet, dank derer sowohl afrikanische Rhythmen als auch europäische, lateinamerikanische und US-jazzig-soulige Einflüsse zu etwas mitreißend Neuem vermengt werden. Gemeinsam mit clever zusammengetrommelten Mitmusikern badet Ntjam Rosie in einem Sound, der sowohl intim als auch rhythmisch quicklebendig rüberkommt. Und über allem schwebt ihre Gesangsstimme – himmlisch!
The Jumpin´ Rockets: ASTRO-BASH! (VÖ: 24.4.)
Wer auf ´nen furios austarierten Mix aus Rock´n´Roll, Rockabilly und R´n´B steht, liegt bei The Jumpin´ Rockets schon mal goldrichtig. Faszinierend, dass Frontfrau Sandy Lee und ihre drei Jungs mittlerweile klingen, als hätten sie sich in die Jetztzeit herübergebeamt, um uns US-Klassiker aus den 1950er Jahren mit Groove und Elektronik-Schnickschnack aufzutischen. In der Tat begnügt sich die in München beheimatete Truppe längst nicht mehr damit, einem die Hits von Elvis und Co. durchbuchstabieren zu wollen. Auf ihrem zweiten Album „Astro-Bash!“ erweitern die Viere das traditionell interpretierte Songrepertoire um ihre sogenannten intergalaktischen Callypsyco-Rhythmen inklusive Bossa Nova-Feeling. Wetten, dass dieser Mix milchstraßenweit sein Publikum finden wird?
Bruther: KALEIDOSCOPE (VÖ: 24.4.)
Mit einer gelungen spielfreudigen Verbeugung vorm Psychedelic und Bluesrock der späten 1960er und -70er Jahre lässt die österreichische Band Bruther das musikalische Vorzeigekonzept von legendären Supergruppen wie Led Zeppelin, Pink Floyd oder den Rolling Stones wieder aufleben. Gleichzeitig ist man wie die erst 1988 in Sarajevo geborene Irina Radovic, 2019 Gründungsmitglied und Frontfrau der Wiener Formation, neugierig und experimentierfreudig genug, um nicht ausschließlich in früheren Zeiten zu schwelgen. Das Erinnern an die Bombast-Mucke von einst geht auf dem lange erwarteten Debütalbum „Kaleidoscope“ einher mit dem Modifizieren des Sounds, so dass in Verbindung mit Radovics zeitgeistigen Songtexten ein ganz eigener Klangkosmos entsteht. Da capo!
Noah Kahan: THE GREAT DIVIDE (VÖ: 24.4.)
Mag ja sein, dass die gern angesprochene Indian-Summer-Atmosphäre des beschaulichen US-Bundesstaates Vermont Touristen aus aller Herren Länder begeistert, für jemanden der wie Noah Kahan in dieser ländlich geprägten Gegend aufwuchs, gestaltete sich der Alltag eher öde. Wenig überraschend also, dass der Farmerjunge schon im Kindesalter mit psychotherapeutischen Analysen konfrontiert wurde – wobei Noah rückblickend gesteht, bei derlei Sitzungen immerzu gelogen zu haben, wenn es um das Bekennen von Gefühlen ging. Erst in den Zwanzigern begann der Folkpop-Barde über seine Ängste und Selbstzweifel im Klartext zu reden und sich damit endlich gut zu fühlen. Mit dem Ansatz, auch in den Songs kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen – kombiniert mit einer dem Hörer unter die Haut gehenden Gesangsstimme – spiegelt der Neuzeit-Troubadour auf „The Great Divide“ die Gefühlswelt der TikTok-Generation. Das kommt auch bei älteren Semestern an.
Hiss Golden Messenger: I´M PEOPLE (VÖ: 1.5.)
Hiss Golden Messenger begann als Modern-Folk-Initiative des im ländlichen North Carolina geborenen Singer-Songwriters M.C. Taylor, dem es nach einer im trendigen San Francisco durchlebten Sturm-und-Drang-Phase in der Bay Area auf Dauer zu hektisch wurde. Gemeinsam mit ihm kehrte auch Scott Hirsch, den Taylor in Kalifornien kennengelernt hatte, in ihrer beider alte Heimat zurück, um im Kleinstadt-Kaff Durham ihr Americana-Projekt zu begründen. Trotz des von Kritik und Publikum positiv aufgenommenen Debütalbums verabschiedete sich Hirsch dann aber bei erstbester Gelegenheit doch wieder gen Großstadt-Highlife, während Taylor mitsamt Frau und Kindern in North Carolina blieb. Nimmermüd werden seither von ihm neue Hiss Golden Messenger-Projekte lanciert, deren existenziellen Song-Überlegungen zu Elternschaft, Freude, Hoffnung, Einsamkeit den Hörern das Herz erwärmt. Beeindruckend.
















