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MoX Soundcheck KW2624.06.2024











Texte: Horst E. Wegener

Joe Bonamassa: LIVE AT THE HOLLYWOOD BOWL (VÖ: 21.6.)
Phänomenal, wie zielstrebig sich Joe Bonamassa vom Gitarrenwunderkind des Blues zum Frickelfreak, dessen Saitenakrobatik Insider und Gitarrenlehrer schätzen und weiter zum allseits gefeierten Rock- und Blues-Förderer entwickeln mochte. Immer auf der Suche nach der Erweiterung seines eklektischen musikalischen Horizonts übersiedelte er 2003 von New York City nach Los Angeles, wo ihm ein Auftritt in der legendären Hollywood Bowl-Location von Anfang an äußerst reizvoll erschien. Gleichwohl tourte Bonamassa unentwegt durch die Welt, so dass sich ein Livekonzert in der wohl schönsten Open Air-Bühne Kaliforniens mitsamt Band, Orchester und Chor erst im Vorjahr realisieren ließ. Naheliegend, die Session auf BD, DVD und CD festzuhalten. Das Ergebnis: Beglückend anzusehen und zu hören.
Pepe Deluxé: COMIX SONIX (VÖ: 21.6.)
Wer auf der Suche nach Klangtüftlern ist, die ihre Kompositionen mit einem Sammelsurium der schrillsten Instrumente aller Zeiten einspielen, liegt beim finnischen Duo Pepe Deluxé goldrichtig. 1996 gründete Jari Salo mit Gleichgesinnten die Soundfrickler-Interessengemeinschaft zunächst als Trio in Helsinki. Nach ersten Erfolgen dank der musikalischen Unterfütterung eines PR-Clips zu einer 2001er Levi´s Jeans-Kampagne sowie gelungenen Remixen von Tom Jones- oder Eminem-Chartkrachern hin zu Produktionen  mit jeder Menge Gastmusikern, schwenkte Salo aufgrund des Neuzugangs Paul Malmström ab 2008 im Zweier-Gespann um zu mehr live eingefädelten Sessions. In Verbindung mit obskuren Instrumenten - wie einem 40000 Jahre alten Mammutknochen, der zu einer Flöte umgearbeitet worden war oder Synthesizer-Veteranen – und denkwürdigen Aufnahmemethoden lädt uns „Comix Sonix“ zu einer Art Spaß-Ritt auf der Kanonenkugel ein, bei dem einem die unterschiedlichsten Musik-Genres wie Elektro, Soul, Trip Hop oder Breakbeat kongenial um die Ohren gehauen werden. Ein unvergesslicher Trip!
 
Alien Surf Girl: DIGITALE TRÄUME (VÖ: 21.6.)
Mehr und mehr dominiert das World Wide Web den Alltag der Tiktok-affinen Jugend. Deren Ausrichtung darauf werden Selbstwahrnehmung, Beziehungen und Verhalten untergeordnet, einhergehend mit Hoffnungen oder Ängsten, denen sich diese Digital Natives überantworten. Grund genug für das anno 2020 in Hamburg gegründete Indie-Pop-Trio Alien Surf Girl, sich zu fragen, was die digitale Welt mit uns Menschen macht und wie sie unser aller Träume verändert. Den Tracks ihres Debütalbums „Digitale Träume“  gelingt eine Hommage an die frühen 2000er Jahre, musikalisch zusammengesetzt aus emotionalen Pop-Balladen und elektronischen Dance-Hits, leichtfüßig, schelmisch, gutgelaunt.
 
Keshavara: III (VÖ: 28.6.)
Den sanften, leicht psychedelischen Soundlandschaften der Truppe um den deutsch-indischen Klangforscher Keshav Purushotham kann man sich bedenkenlos überantworten - vergleichbar einer kühlend aufkommenden Meeresbrise am Traumstrand. Inspiriert vom analogen Blubbern und wabernden Funk der 1960er Jahre bastelt die anno 2020 mit dem popNRW-Preis in der Kategorie „Outstanding Artist“ geehrte Vierercombo Keshavara uns aus verwaschenen Kraut-Pop-Melodien und verspielten Dub-not-Dub-Exkursionen ihre surrealistisch anmutenden Klangteppiche. Das schillert und flirrt – und scheint wie geschaffen fürs Entspannen an lauschigen Frühsommerabenden.
Fink: BEAUTY IN YOUR WAKE (VÖ: 5.7.)
Treibende Kraft beim Folkpoprock-Trio Fink ist definitiv dessen Frontmann Fin Greenall, der in einem musisch geprägten Elternhaus im britischen Cornwall groß wurde. Obwohl seine Mutter im Bereich der klassischen Musik arbeitete und sein Vater bei Folkbands Gitarre spielte, interessierten den Junior im Teenageralter vor allem Elektro- und Techno-Sounds, veröffentlichte er Ende der 1990er Jahre zwei EPs, die das elektronische Klanguniversum ausloteten. Es folgten Zwischenstationen für Fin als Schöpfer eines Mastercard-Werbejingles sowie das Mitarbeiten bei Kompositionen für Film- und Fernsehserien wie „Twelve Years a Slave“ oder für „The Walking Dead“; seit der Gründung von Fink anno 2006 begeistern den mittlerweile in Berlin lebenden Briten eher folkig-rockigere Töne. In bewährter Singer-Songwriter-Tradition geraten die Texte des Fink-Mittelpunkts hinsichtlich ihrer kenntnisreichen Beobachtungen über das Leben, die Liebe und alles was dazu gehört am besten, wenn sie uns möglichst wortkarg näher gebracht werden. Die feinen Lebensbilder voller existenzieller Melancholie gehen einem unweigerlich unter die Haut.

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