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MoX Soundcheck KW0821.02.2024









Texte: Horst E. Wegener


Various Artists: WINTER SESSIONS 2024 (VÖ: 16.2.)
Noch lässt der Frühling hierzulande auf sich warten, kommen uns die Tage viel zu kurz und die Temperaturen extrem bescheiden vor. Ins Schwitzen gerät man allenfalls in der Sauna, im Fitnessclub – oder mit zündender Musik auf dem Dancefloor. Letzteres bringt einem als House- und Electronica-Fan mit Sicherheit Michael Kronenberger und Steffen Harning ins Gedächtnis, besser bekannt unter ihrem Künstler-Alias Milk&Sugar. Anno 1997 startete das DJ- und Produzenten-Duos karrieremäßig steil durch – und hätte mit Harnings Abgang ´22 jäh enden können. Doch als wäre dies nie geschehen, behält Kronenberger sowohl den etablierten Duo-Namen als auch das Erfolgskonzept bei: Je 15 Tracks auf zwei CDs aufgeteilt ermöglichen als „Winter Sessions 2024“-Compilation den Zugriff auf das Beste, was in puncto House, Deep House und Electronica derzeit im Angebot ist. Wem da nicht warm wird…


Jordan Mackampa: WEILCOME HOME, KID! (VÖ: 16.2.)
Jordan war gerademal ein Jahr alt, als seine Mutter mit ihm aus dem Kongo nach England übersiedelte. Dort wuchs das von Er übernahm Moms Musikbegeisterung für Blues- und Soulgrößen wie Marvin Gaye oder Bill Withers früh infizierte Bürschlein in der beschaulich-ländlichen Region der Midlands auf. Mit zwölf komponierte der gesangstalentierte Wunderknabe dann erste eigene Lieder und absolvierte ein paar Jährchen drauf sein Studium der Musik an der Uni Northampton. Mittlerweile lebt der 1994 geborene Jordan in London – und nimmt in all seinen zutiefst persönlich getexteten Songs kein Blatt vor den Mund, obwohl die „Welcome home, Kid!“-Tracks Höhen und Tiefen im Alltag eines schwarzen schwulen Großstädters randscharf ausloten. Dacapo.


The Immediate Family: SKIN IN THE GAME (VÖ: 16.2.)
Egal, ob man in den 1970ern Verstärkung im Aufnahmestudio suchte oder Mitstreiter fürs Touren erwünscht waren, für Musiker wie James Taylor, Joni Mitchell, Crosby, Stills & Nash bis hin zu Bands wie Toto ging die erste Anfrage unter Garantie  an die klampfenden US-Westcoast-Profis Danny Kortchmar, Waddy Wachtel und Drummer Russ Kunkel. Deren Seelenverwandtschaft brachte es mit sich, dass ihr Session-Kollektiv zwischen einzelnen Verpflichtungen hin und wieder an eigenen Kompositionen feilte. Und die Ergebnisse kamen dann im Idealfall Alben zugute, die von der zuletzt um Bassist Leland Sklar sowie Gitarrist Steve Postell ergänzten Truppe unterm Namen The Immediate Family ans Publikum weitergereicht wurden. Mit ihrem neuesten Coup „Skin in the Game“ macht uns die Kultcombo einen wilden Ritt durch Southernrock und Blues schmackhaft, bekommen wir einen Cocktail aus Country, Pop, Soul und Rock´n´Roll aufgetischt, der kaum jemand kalt lassen dürfte.


Shoreline: TO FIGURE OUT (VÖ: 23.2.)
Hansol Seung – als Sohn koreanischer Einwanderer im Westallgäu aufgewachsen und zum Studium nach Münster  gekommen -, wollte selbst neben der zeitintensiven Facharztausbildung zum Anästhesisten am Uniklinikum aufs Rocken mit der Hardcore-Punkcombo Shoreline nicht verzichten. Der Sänger und Frontmann der von ihm 2015 mitgegründeten Band sagt sich, dass er mit 50 wohl keinesfalls mehr über die Bühne toben wird, es aber für einen nicht mal 30-Jährigen noch der richtige Zeitpunkt ist, um mit Inbrunst gegen antiasiatischen Rassismus und Klimakrise-Leugner anzusingen oder in melodiös-melancholischen Liebesliedern zu schwelgen. „To figure out“ verheißt rasiermesserscharfe Sounds und aufschäumende Protestsongs – das putzt einem die Gehörgänge gehörig frei.


Samsara Joyride: THE SUBTLE AND THE DENSE (VÖ: 23.2.)
Was Anfang 2020 mit spontanen Jam-Sessions in einem Wiener Wohnzimmer auftaktete, mündete binnen weniger Monate in die vor Ort produzierte Stoner-Rock-EP „Stranger“ ein. Und jene Seelenverwandten, die sich alsbald auf den Bandnamen Samsara Joyride einigten, bauten ihre Melange zwischen schwerblütigem Seventies-Bluesrock und staubtrockenen Psychedelic-Sounds der 1990er lustvoll weiter aus. Wobei ihnen die Ideen seither nie ausgingen, so dass man genügend Material in petto hatte, um daraus anno 2022 zunächst die Songs des Debüt-Albums sowie im Nachgang jetzt auch noch einen Großteil der Tracks des Longplayer-Nachschlags produzieren zu können. „The Suble and the Dense“ überzeugt, lässst auf mehr hoffen.

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