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Soundcheck28.09.2021



Gleichwohl stammen alle sechs Musiker aus Südwestfrankreich. Und die Lockdown-Phase kam der seit 2017 existierenden Band gelegen, weil man somit noch exzessiver an den Tracks des Debütalbums feilen konnte. Wer sich im Genresegment Soul auskennt, merkt „Shadows & Lights“ die Verbeugung der Jungs vor Legenden wie Otis Redding oder Wilson Pickett an. Diese Mucke wird durch Rock, Jazz und R´n´B-Einsprengsel ergänzt – und ist der Philosophie  der Plattenschmiede Stax eher verbunden als der Motown-Konkurrenz. Unabhängig davon gilt, dass einen die Musik definitiv in Richtung Tanzfläche zieht.
Rakoon: SOMETHING PRECIOUS (VÖ: 25.9.)
In Frankreich wird Rakoon längst schon als Freigeist der Elektro-Dub-Szene geschätzt – und ist bekannt für seine ganz speziellen Klang-Cocktails, die er mit prägnanten Basslinien unterfüttert und mit Pop, Elektro und traditionellen Melodien anreichert. Sein erster Hit „Healing Dub“ wurde allein auf Youtube mehr als zehn Millionen Mal angeklickt,  machte den Soundtüftler auch jenseits der Landesgrenzen bekannt. Auf seinem Debütalbum „Something Precious“ punktet Rakoon jetzt mit Dancefloor-Krachern à la „Chapters“, ließ er sich etwa durch einen Vietnam-Trip obendrein zum Track „Hoi An“ anregen. Somit gelang dem Weltenbummler unterm Strich eine Art vertontes Reisetagebuch; inspirierend.
Steve J. Allen: CONTRAST (VÖ: 1.10.)
Man hört Steve J. Allen seine Vergangenheit als Punkmusiker noch insoweit an, dass auch das zweite Album des Briten mit einer zornigen Attitüde beim Inhalt und einer rohen Energie bei der musikalischen Umsetzung der „Contrast“-Tracks produziert wurde, die sich dem Geist dieses Genres verpflichtet fühlen – und uns nicht nur im Fall des „Outlaw“-Songs zum wilden Tanzen animiert. Andererseits hat es den in der nordenglischen Stahlstadt Sheffield aufgewachsenen Solokünstler vor ein paar Jahren gen Südostasien verschlagen, was Allens Texte um einen fast schon poetischen Unterton bereichern mochte.
Tirzah: COLOURGRADE (VÖ: 1.10.)
Tirzah Mastin kann auf eine steile Karriere als multibegabtes Wunderkind zurückblicken, das im Alter von dreizehn Jahren ein Stipendium für die Harfe an einer privaten Londoner Musikschule ergatterte. Dort heckte sie mit Klassenkameradin Mica Levi potenzielle Dancefloorfeger aus, um nach bestandenem Abi eine Zeitlang als Modedesignerin zu arbeiten. Allerdings riss der Kontakt zur ehemaligen Schulfreundin Mica nie ganz ab, was 2018 zu Tirzahs Debütalbum „Devotion“ führte – und jetzt nach einer Babypause in „Colourgrade“ einmündete. Ihrem Verhältnis als frischgebackene Mutter zum eigenen Nachwuchs widmet die Britin etliche Songtexte, hangelt sich hörenswert an der Schnittstelle zwischen gefühlvollem Post-R´n´B und basslastiger Club-Mucke entlang.
The Otherness: LMIRL (VÖ: 1.10.)
Mit Argentiniens Musikszene verbinden wir hierzulande Tango. Doch auch im Rock tut sich was – Beispiel: The Otherness. Die Vierer-Combo aus Buenos Aires tourte zuletzt 2019 durch England und Europa, machte hierzulande ein Berliner Label auf sich aufmerksam. Zwar konnte Corona der Band zwischenzeitlich das intensivere Tingeln durch die Alte Welt verweigern – was soll´s. Anstatt die Hände in den Schoss zu legen, widmeten sich die Alternative-Rocker dem Komponieren neuer Songs. Thematisiert werden auf „LMIRL“ (eine Abkürzung für „Let´s meet in real life“) unter anderem Waffengewalt, Klimawandel sowie die Bedeutung von Freundschaft und Familie in pandemischen Zeiten. Was mitnichten in plump-papierne Lyrik wegdriftet: Die Songs des Albums feiern das Leben, bedingungslos. Überschäumend überzeugend.

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