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Buch-Tipps

„Und alles so still“ von Mareike Fallwickl23.09.2026

„Und alles so still“ von Mareike Fallwickl

Text und Foto: Thea Drexhage


MoX: Wovon handelt das Buch?
Birgit Kornett: Es geht darum, dass Frauen weltweit in einen stillen Aufstand gegen unbezahlte Carearbeit gehen. Es finden keine Demos oder Proteste statt. Stattdessen werden die Forderungen auf eine eher ungewöhnliche Art und Weise gestellt: die Frauen brechen zusammen bzw. legen sich hin. Es beginnt auf einem Kranken-hausparkplatz, wo anfangs 50 oder 60 Frauen lagen und nichts gemacht haben. Die Polizei kam und hat sie weggetragen und man wusste nicht, wie man damit verfahren sollte. Das ging dann weiter und weiter und wurde Thema in den sozialen Medien. Immer mehr Frauen kamen dazu, sodass es eine riesige Bewegung geworden ist. Der Kern ist es, den alltäglichen Erwartungen der Sorgearbeit nicht mehr zu entsprechen. Das Buch legt dabei den Fokus auf drei Prota-gonist*innen verschiedenen Alters. Da wäre eine junge Frau um die 20, die Influencerin ist und über ihre Auseinandersetzung in den sozialen Medien plötzlich von einem ungeheuren, männlichen Hass überschüttet wird. Dann gibt es einen zweiten Protagonisten, einen jungen Mann mit Migrationshintergrund. Er wird in Deutschland groß. Wir erfahren, dass er durch ungünstige Umstände die Schule abbrechen musste und nun versucht er, sich jobmäßig über Wasser zu halten. Die dritte Protagonistin ist eine ältere Frau, die als Krankenschwester im Krankenhaus arbeitet und welche auf Grund Personalmangels und zu hohem Krankenstand einfach völlig überlastet ist. Diese Personen kommen über die Protestbewegung zusammen. Als diese wächst und wächst wird auch die Reaktion von Männern deutlich.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Birgit Kornett: Ich wusste vor dem Lesen von dem Inhalt noch nichts. Im Vorgängerbuch „ Die Wut die bleibt“ ging es um die Situation von Frauen in der Coronazeit, wo in besonderer Weise deutlich wurde, was alles passiert, auch wenn man meint, dass man in einer gleichberechtigten Partnerschaft lebt. Dieses Buch habe ich im Anschluss gelesen und ich mochte die Form des stillen Widerstands, obwohl ich normalerweise keine Freundin von stillem Widerstand bin. Ich finde, dass man laut und deutlich machen muss, was man will. Aber ich fand die Folgen hier sehr interessant, genau wie die Solidarität unter den Frauen. Alle wussten, um was es geht. Alle wussten, wenn die Kinder da am schreien oder jammern waren, dass da weibliche Unterstützung da war und das Frauen, die in völliger Erschöpfung lebten, die Chance hatten, zur Ruhe zu kommen. Ich mochte das Miteinander, das heute ja zunehmend verloren geht.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Birgit Kornett: Das Buch würde ich allen Frauen empfehlen. Ich selbst habe es von meiner Tochter empfohlen bekommen und das hat mich gefreut. Ich denke, dass es generationsübergreifend lesbar ist, aber sich vor allem für junge Frauen lohnt.

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