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Buch-Tipps

„Rendezvous mit einer Leiche“ von Agatha Christie22.11.2023



Interview und Foto: Thea Drexhage


Durch die Augen der beiden können wir viel über den Charakter der Mutter erfahren. Reingeworfen in die ganze Geschichte wird noch der Detektiv Hercule Poirot, über welchen Agatha Christie viele Romane geschrieben hat und der zufällig in dieser Geschichte auch auf Reisen ist. Und wie es kommen muss passiert ein Mord auf dem Schiff und die Witwe Boynton ist tot. Alle versuchen herauszufinden, wer der Mörder oder die Mörderin ist. Zur Lösung des Rätsels bleiben nur wenige Stunden, dadurch wird eine ganz besondere Stimmung in dem Buch aufgebaut, die zum gespannt weiterlesen anregt.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Nils Reese: Ich habe irgendwann angefangen, ein Agatha Christie Buch zu lesen und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Dann habe ich mir nach und nach die komplette Hercule Poirot-Reihe in Büchern zusammengesammelt, das sind glaube ich 43 Stück, und angefangen sie chronologisch durchzulesen. Irgendwann bin ich bei Rendezvous mit einer Leiche gelandet. Während viele Bücher der Reihe irgendwann verschwommen sind, weil das Muster bei Agatha Christie Romanen ja doch recht ähnlich ist, ist dieses herausgestochen, weil sie sich Zeit für die Charaktere genommen hat. Ihr wird ja immer nachgesagt, dass sie gute Geschichten schreibt, aber nie tief in die Charakterisierung geht. Hier hat sie sich bemüht, das zu ändern und es gut geschafft. Beim Charakter der Mutter konnte ich auch Parallelen zu persönlichen, familiären Beziehungen sehen – nicht zu meiner Mutter, falls sie das hier liest – und da gab es immer wieder A-ha-Momente, die dazu bewegt haben weiterzulesen.
Es ist eines der Bücher, über das ich auch meine Bachelorarbeit schreibe.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Nils Reese: In Papierform. Ich habe das mit allen Sachen, ob nun Filme, Musik oder Bücher, ich brauche was Haptisches. Ich muss was haben, was ich anfassen kann, ansonsten ist es für mich nicht da.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Nils Reese: Ich würde es Leuten empfehlen, die vielleicht schon mal Kontakt mit Agatha Christie hatten. In den letzten Jahren sind ja auch einige neue Filme basierend auf ihren Geschichten ins Kino gekommen. Es ist ein schönes Beispiel, wie toll so eine Murder-Mystery-Story sein kann. Das Buch ist aus dem Jahr 1937, aus der Zeit, in der Agatha Christie viele Reiseromane geschrieben hat, weil sie selbst mit ihrem Ehemann, der Archäologe war, auf Reisen gegangen ist und daraus die Inspirationen zog. Beruhend auf der Zeit sind aus heutiger Sicht natürlich auch einige problematische Aspekte in den Büchern, über die auch meine Bachelorarbeit handelt.
MoX: Was wissen Sie über die Autorin?
Nils Reese: Sie war, für damalige Verhältnisse, eine sehr unabhängige Frau. Sie ist heute die erfolgreichste Krimiautorin aller Zeiten. Sie ist nicht lange in ihren Ehen geblieben, hatte immer wieder neue, junge Partner und ist auch einmal mehrere Jahre komplett untergetaucht und von der Bildfläche verschwunden, weil sie eine Auszeit brauchte. Sie schrieb 66 Romane sowie Kurzgeschichte, Theaterstücke und Lyriksammlungen. Ihr letztes Buch erschien posthum in den 70ern und das erste 1918.

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