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„Gegen mein Gewissen“ von Hannah Brinkmann
Vorgestellt von Henriette Dyckerhoff21.12.2021



Interview und Foto: Thea Drexhage
Zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, war das Verweigern nicht so einfach, denn es gab eine dreistufige Gewissensprüfung. Im Allgemeinen galt die Kriegsdienstverweigerung als „systemzersetzend“. Noch während seiner Grundausbildung hat sich Hermann Brinkmann mit nur 19 Jahren das Leben genommen. Dieses reale Ereignis hat damals in den 70er Jahren in der Bundesrepublik große Wellen geschlagen. Das Ganze ist mehr oder weniger biografisch. Deshalb lehnen sich einige Illustrationen an reale Fotografien an und machen die Geschichte noch lebendiger.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Henriette Dyckerhoff:  Was mir besonders gefallen hat, ist die Umsetzung, dass es nicht nur um diesen Suizid und die Beweggründe dazu geht, sondern, dass sehr viel Zeitgeschichte in diesem Werk steckt.  Einmal durch die Erzählung aber vor allem auch durch diese großflächigen Illustrationen. Hannah Brinkmann hat die Möglichkeiten, die sie durch diese Darstellungsform hat, absolut ausgeschöpft, man sieht zum Beispiel Plattencover aus der Zeit. Es wird viel Zeitgeschichte aufgearbeitet, zum Beispiel wie es überhaupt dazu gekommen ist, dass es wieder eine Wehrpflicht gibt, denn diese gab es ja eine ganze Weile nicht. Das bettet die Geschichte ein, die ja durchaus dramatisch ist. Trotz allem schafft sie es, schöne Bilder für die beschriebenen seelischen Abgründe zu finden.  
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Henriette Dyckerhoff:  Mir wurde das Buch empfohlen, worauf ich es für meinen Mann als Geschenk gekauft habe, weil dieser selbst in diesem Kreiswehrersatzamt gesessen und geschwitzt hat. Als er es gelesen hat, konnte er sich genau an diese Situation erinnern. Natürlich habe ich es dann selbst auch gelesen. Es lohnt sich, da auch mehrmals reinzuschauen.

MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Henriette Dyckerhoff: Ich würde es allen empfehlen. Es ist jüngere Bundesrepublikgeschichte, was ganz spannend ist. Das können jüngere Leute lesen, die zum Glück nicht mehr die Wehrpflicht haben und sich das vielleicht gar nicht vorstellen können, und auch Leute in meinem Alter und älter, werden da auch was wiederfinden, vor allem die männlichen Leser, die vielleicht selbst einberufen wurden und sich Sachen ausdenken mussten, um zu verweigern. Das war ja ganz früher nicht so einfach. Auch das Medium ist gut zugänglich. Ich denke das Buch wäre auch ein super Weihnachtsgeschenk.

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