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Müller„Die Geschichte eines Lügners“ von John Boyne09.02.2021



MoX: Worum geht es in dem Buch?
Sina Müller: Wir beginnen mit der Handlung 1988 in Westberlin und lernen in einem Hotel einen älteren deutschen Schriftsteller namens Erich Ackermann kennen und einen Kellner im Hotel, den jungen, gutaussehenden und charismatischen Mann namens Maurice Swift. Die beiden freunden sich an, denn der Kellner Swift hat hohe Schriftstellerambitionen und möchte natürlich etwas von Schriftsteller Ackermann lernen. An der Oberfläche ist Swift sehr charismatisch und besitzt sehr viel Ausstrahlung, doch eigentlich ist er sehr manipulativ und berechnend, was sich darin zeigt, dass sich diese Freundschaft in eine ganz komische Richtung entwickelt. Swift hat nämlich nur zwei große Ziele im Leben: Er möchte ein legendärer Schriftsteller werden und er möchte Vater werden. Darauf folgen wir seinem Lebensweg von 1988 bis heute. Dieser wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt. Das bedeutet, dass wir seine Geschichte nicht aus seiner Sicht erfahren, sondern von den Menschen, die ihn umgeben. In diesen fünf Erzählungen erfahren wir, wie er versucht, diese Ziele umzusetzen. Dabei sind seine Mittel doch recht drastisch. Eine dieser Geschichten erzählt, wie er sich mit dem Schriftsteller Ackermann anfreundet und merkt, dass dieser ein dunkles Geheimnis in seiner Vergangenheit hat, welches in den zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist. Swift ist neugierig und versucht, Ackermann die Details aus der Nase zu ziehen. Weil Ackermann etwas in ihn ver-schossen ist, erzählt er ihm alles. Swift nutzt Ackermanns Geheimnis, um seinen ersten Roman zu schreiben, denn er kann zwar wirklich sehr gut schreiben, aber hat nicht genügend Fantasie, um sich eigene Geschichten auszudenken. Wie er mit Ackermann umgeht, ist so ein bisschen sein Trick. Er sucht sich aus seiner Umgebung interessante Geschichten, um diese für sich und seine Werke zu benutzen und bewegt sich dabei auf der Gren-ze zwischen Inspiration und Plagiat.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Sina Müller: Ich habe das Buch, welches Anfang des Jahres erschienen ist, als gedrucktes Hardcover-Buch gelesen.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Sina Müller: Das Buch ist spannend wie ein Krimi und die Psychologie dahinter ist sehr interessant, weil man sich als Leser immer fragt: Ok, finde ich das jetzt noch gut und ist das in Ordnung was er da macht, oder überschreitet er da jetzt eine Grenze? Was ist eigentlich geistiges Eigentum und wo hört es auf, eine Idee zu übernehmen und weiterzuentwickeln und wo fängt der Diebstahl an? Was ist Inspiration und was ist ein-deutig Plagiat? Das fand ich sehr spannend. Und John Boyne schreibt einfach, wie in allen seiner Bücher, wahnsinnig spannend. Das kann man in einem Zug wegsuchten.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Sina Müller: Auf der einen Seite durchaus Krimilesern und Krimileserinnen, weil es durchaus dieses Krimi-Flair hat und wahnsinnig spannend ist, aber auch Menschen, die an psychologischen Romanen interes-siert, sind kommen hier auf ihre Kosten.
MoX: Was wissen Sie über den Autor?
Sina Müller: John Boyne wurde 1971 in Dublin/Irland geboren. Sein größter Erfolg war „Der Junge im gestreiften Pyjama“ und schreibt ganz unterschiedliche Bücher für Kinder und Erwachsene, sodass man sich manchmal denkt: Das kann doch unmöglich der gleiche Schriftsteller sein. Spannend an seinem Schaffen ist, dass er meiner Meinung nach keine wiederkehrenden stilistischen Merkmale hat. Man hat bei jedem neuen Buch das Gefühl, dass er sich wieder neu erfunden hat. Er beschäftigt sich auch mit sehr unterschiedlichen Themen. „Der junge im gestreiften Pyjama“ spielt im zweiten Weltkrieg, außerdem hat er ein Buch geschrieben über die Meuterei auf der Bounty (Der Schiffsjunge: Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty“) oder die russische Za-renfamilie („Das Haus zur besonderen Verwendung“). Inhaltlich geht es quer durch die Bank, aber seine Bü-cher sind wirklich immer sehr spannend.

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