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Neuer Asterix ist schon ganz alt11.11.2020



Ein neues Asterix-Album der Asterix-Väter Uderzo und Goscinny? Wie ist das möglich, schließlich ist René Goscinny vor unfassbaren 43 Jahren verstorben, und Albert Uderzo im März diesen Jahres! Nun, weder ist die Geschichte Der Goldene Hinkelstein neu noch handelt es sich um ein klassisches Comic. 1967, das Jahr, in dem Asterix in Frankreich durch die Decke ging und Höhen erreichte, die selbst die Comics liebenden Franzosen erstaunte, schrieb René Goscinny ein Hörspiel. Das erschien  auf Schallplatte in einer recht edlen Aufmachung mit Begleitheft, das den gesamten Text und von Uderzo angefertigte, die einzelnen Kapitel zusammenfassende Zeichnungen umfasste. Nach seinem Erscheinen ist das Werk nie wieder aufgelegt worden und als sich Uderzo vor einigen Jahren entschloss, aus den Zeichnungen ein Album anzufertigen, musste er feststellen, dass es auch keine Skizzen oder andere Vorlagen mehr gab, sprich: Die nun veröffentlichten Zeichnungen basieren auf überarbeiteten Scans eines Originalbegleitheftes von 1967. Und diese Zeichnungen sehen nicht nur umwerfend schön aus, sie stellen auch die Frage in den Raum, wie viel Einfluss Goscinny auf die Zeichnungen hatte? Goscinny war zwar „nur“ Autor, er hat seine ersten Schritte in der Welt des Comics allerdings als Zeichner vollzogen, war mit der Materie des Zeichnens also selbst bestens vertraut. Und vergleicht man die oft eine ganze Seite umfassenden Zeichnungen in diesem neuen Album mit späteren Zeichnungen von Uderzo, die nach Goscinnys Tod entstanden sind, fällt auf, wie skizzenhaft, härter kontrastiert, starrer sie im Vergleich zu den frühen Werken wirken.
Die Geschichte des Goldenen Hinkelsteins ist schlicht, aber charmant. Troubardix, der Barde, will unbedingt am größten Barden-Songcontest Galliens teilnehmen. Da sich Troubadix nicht abhalten lässt, beschließt Asterix ihn zusammen mit Obelix zu begleiten. So schlecht, wie Troubadix singt, muss ihn schließlich jemand vor den aufgebrachten Besuchern beschützen. Kompliziert wird die Geschichte, als ein römischer General zur persönlichen Erheiterung und Zerstreuung einen gallischen Barden entführen lassen will und seine Wahl ausgerechnet auf Troubadix fällt.
Sicher ist dies ein Heft für Sammler, die alle Asterix-Bände besitzen möchten, und nicht unbedingt für den Zwischendurchleser, den es nach einem Comic dürstet. Gerade Fans des klassischen Asterix (bis 1977) wird eine gewisse Wehmut beim Lesen der pointierten Dialoge erfassen. Ja, Goscinny war ein großartiger Autor und er schätzte die deutschen Übersetzungen aus dem Hause Ehapa. Drum sollte dieser Text mit einem kleinen Lied des Troubadix enden, der da singt: „Am Hinkelstein / Geliebte Mein / dort hatten wir ein Stelldichein.“ Ja, das ist wahrlich ganz große Poesie.

Goscinny / Uderzo:
Der Goldene Hinkelstein.
Berlin 2020.
6,90 Euro (Softcover)
Egmont Comic Collection

Text: Christian Lukas

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