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Für die EU sensibilisieren21.10.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
Über das Erasmus+ EU-Förder-programm bekommen Azubis im zweiten und dritten Lehrjahr die Möglichkeit, in Betriebe ihres Fachs im EU-Ausland zu schnuppern. Diese Betriebe ausfindig zu machen und jungen Menschen bei der Findung eines geeigneten Praktikumsplatzes zu helfen, ist das Kerngebiet der Oldenburgerin. Im September 2013 startete sie als Assistentin im Projekt Berufsbildung ohne Grenzen, bevor sie 2015 zur Mobilitätsberaterin wurde. Was eine Mobilitätsberaterin eigentlich sein soll, wusste sie beim Lesen der Stellenausschreibung noch nicht, als sie sich dann näher mit dem Thema befasste wurde schnell klar: das passt! Während Auslandssemester im Studium an der Tagesordnung stehen, wüssten Auszubildende oft gar nichts von dieser Möglichkeit. So ist nicht nur die Betreuung der jungen Menschen Teil von Grundmanns Arbeit, sondern auch das Informieren über das Förderprogramm an sich, denn viele kleine und mittelständische Betriebe hätten lange nichts von dieser Möglichkeit gewusst. Im hiesigen Kammerbezirk nehmen mittlerweile 60-70 Personen pro Jahr das Angebot in Anspruch. Dafür benötigen die einen nur Hilfe bei der Finanzierung, während bei anderen doch etwas mehr Organisation von Nöten ist.
Auch das Reisen selbst gehört zum Dasein als Mobilitätsberaterin. So hat die HWK beispielsweise eine Partnerkammer in La Rochelle, Frankreich mit welcher einmal im Jahr ein Lehrlingsaustausch stattfindet, den sie begleitet. Ähnlich verhält es sich bei einem Austauschprojekt in Österreich. Auch zum Ausbau und zur Pflege des Netzwerks geht es ein bis zwei Mal im Jahr raus aus Oldenburg.Vertrauenswürdige Partnerschaften vor Ort zu pflegen wäre wichtig, auch damit, sollte mal etwas nicht ganz glatt laufen, die Azubis auch im Ausland einen Ansprechpartner hätten. Außerdem sei es hilfreich, Einheimische zu kennen, die bei der Suche nach geeigneten Handwerksbetrieben behilflich sein können.
„Wenn jemand kommt und sagt, er möchte gern nach Norwegen, dann kann ich nicht in meine Schublade schauen und etwas passendes herausziehen, sondern man muss das immer individuell bearbeiten. Manchmal hat man schon die passenden Partner, manchmal muss man neue finden“, erklärt sie. Und dann kann es auch vorkommen, dass Auszubildende mit ganz speziellen Wünschen vorbeischauen: „Wir hatten mal einen Teilnehmer, der das Programm bestmöglich ausge-schöpft hat. Ein Elektroniker, der war während seiner Ausbildung vier Wochen auf Malta, das war noch nicht so exotisch. Aber es ging weiter. Man ist bis zu einem Jahr nach Abschluss der Ausbildung förderfähig und er wollte gern nochmal drei Monate reisen, bevor er in die feste Arbeit in seinen Ausbildungsbetrieb zurückkehrte. Also ging es für ihn drei Monate auf die Insel La Réunion unten bei Madagaskar. Diese gehört zu Frankreich und damit zur EU. Und nach seinem Meister war er ein Jahr förderfähig und es ging noch einmal drei Monate nach St. Martin in der Karibik, ebenfalls ein französisches Überseegebiet.“ Aber auch ganz in der Nähe wie Österreich lässt sich viel neues für die jungen Leute entdecken. Für viele wären diese Praktika überhaupt die ersten Auslands-aufenthalte.
Es kommen viele verschiedene Dinge zusammen, die die 55-Jährige bearbeiten muss. Da gelingt es nicht immer, beim Verlassen des Büros die Arbeit ebenfalls zurückzulassen - hier noch eine Idee, da noch eine E-Mail, das gehört bei solcher Projektarbeit dazu. Dass sie keinen typischen 9 to 5 Job hat, stört sie jedoch nicht im geringsten, denn gerade, wenn die jungen Leute von ihren Reisen wiederkehren und von ihren ganz individuellen Erfahrungen berichten, hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt.












