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Menschen
Längst nicht mehr nur für Nerds13.05.2026
Text und Foto: Thea Drexhage
In einem Video der Content Creators Rocket Beans wurde sie auf Pen & Paper Rollenspiele wie Dungeons & Dragons (D&D) aufmerksam und war direkt fasziniert. Diese Spielerunden passieren klassischerweise im analogen Raum. Da es schwierig war, sich in dieser Zeit direkt mit Menschen zu treffen, wurden Möglichkeiten gefunden, die Spielerunden ins Internet zu verlegen und sich beispielsweise via Videochat zu treffen - so fand auch Bessai Anschluss an ihre ersten Gruppen, in welchen sie als Spielerin teilnahm. Bei diesen Spielrunden gibt es einen Spielleiter, der durch die Geschichte führt und die Mitspieler, die verschiedene Charaktere darstellen und durch Würfeln den Verlauf der vorher skizzierten Handlung bestimmen. Besonders die Rolle der Spielleitung hat Alexandra Bessai dabei gefallen, weshalb sie schließlich dachte: „Das kann ich doch auch!“. Neben ihrem Hauptberuf als Abteilungsleiterin bei Schreibwaren Onken engagiert sie sich nun auch in der Stadtbibliothek, wo sie einmal im Monat beim offenen Spieletreff eine kleine D&D Runde leitet. Dort gehört es nun zu ihren Aufgaben, die Kampagnen rauszusuchen und zu planen und dann vor Ort auch alle Figuren zu lesen, die nicht von Spielern besetzt sind und vielleicht auch Neulingen das Spiel näher zu bringen. Während diese Spiele teils Tage dauern können, sind für die Abende in der Stadtbibliothek eher knackige Kampagnen mit einer Spielzeit bis zu drei Stunden angesetzt. Aber auch der Onlinewelt ist sie treu geblieben und streamt auf der Plattform Twitch unter dem Namen „Würfelschubserin“ Spielerunden, die es im Anschluss auch als Podcast zum Hören auf Streamingplattformen gibt. In den vergangenen Jahren ist nicht zuletzt dank des Serienhits „Stranger Things’ das Interesse an Pen & Paper Spielen gewachsen und die Spieler ziehen sich durch alle Schichten. Das altbehaftete Nerd- Image ist längst nicht mehr aktuell. „Wobei ich auch vorher schon ein bisschen nerdig drauf war’, lacht Bessai. Neben den eigentlichen Spielregeln musste sich die gelernte Buchhändlerin vor allem für die Onlineauftritte noch weitere Skills aneignen: Computer, Kamera, Mikrofon, Schnittsoftware - der Aufwand hinter dem eigentlich so leicht aussehenden Hobby ist größer als man denkt. Sich überhaupt vor ein Onlinepublikum zu setzen, hat für sie im ersten Moment etwas Überwindung gekostet. „Aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich persönlich war vorher sehr introvertiert, eher so ein stilles Mäuschen. Da hat man dann die Möglichkeit, auch mal aus sich rauszukommen“, so Alexandra Bessai. Das Online Spielen hat soziale Vorteile. „Ich habe über die Zeit viele andere Streamer kennengelernt, mit denen ich was zusammen mache. Und dabei kommen dann so viele neue Ideen zusammen…die kann man am Ende wegen Zeitmangel gar nicht alle umsetzen“, erklärt sie. Es wird also nie langweilig. Zudem nutzt sie auch die Möglichkeit, ihre weiteren Hobbies wie das Zeichnen miteinzubringen, ob nun der Entwurf von Karten oder die Visualisierung von verschiedenen Charakteren, auch außerhalb der eigentlichen Spielerinnen gibt es immer etwas zu tun. Eines lehnt die 35-Jährige dabei aber strikt ab: den Einsatz von KI. Pen & Paper bleibt bei ihr Handarbeit. Nicht selten kommt es vor, dass Gruppen KI-Tools nutzen, um die Kampagnen schreiben oder Figurenbilder erstellen zu lassen. Gerade der Individualismus ist es doch, der das Spiel spannend macht. Das Schönste für Alexandra Bessai bei Pen & Paper ist, dass man nie weiß, wie die Runde verläuft. Das Würfelglück oder Pech entscheidet über den Verlauf der Kampagne und führt immer wieder zu lustigen, aufregenden oder absolut unerwarteten Verläufen. Wer Lust hat, das auch mal auszuprobieren, kann sich über die Seite der Stadtbibliothek bei Alexandra anmelden. Die Spieleabende sind aktuell noch für den 11. Juni und 23. Juli geplant.












