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„Disziplin als Tat der Selbstliebe“15.04.2024



Text und Foto: Thea Drexhage

[font=Bembo]Cynthia Jones, die ebenfalls 2018 an Brustkrebs erkrankte versprach also ihrer Mutter auf dem Sterbebett, den bereits lange gehegten Gedanken ein eigenes Buch zu schreiben, nun endlich umzusetzen und Versprechen bricht man eben nicht. Doch bis zum ersten Satz verging noch einige Zeit, es ist ja auch nicht leicht, einfach so anzufangen. „Nachdem ich alles für mich zusammengefasst hatte, konnte ich einen Rahmen erstellen und das hilft mir enorm. Ab da hat mir das Schreiben sehr viel Freude bereitet, zumindest bis Seite 20, als ich merkte, dass ich gar nicht wirklich in der Ich-Form schreiben möchte. Also nochmal von vorn.“, lacht sie. Jeden Tag arbeitet sie wenigstens 30 Minuten an ihrer eigenen Geschichte und hofft so, das Buch bis zum Ende des Jahres abzuschließen. Eine halbe Stunde am Tag, das bedeutet diszipliniert zu arbeiten und das neben den unzähligen anderen Aufgaben, denen Cynthia Jones noch nachgeht. Nach ihrer Krebsdiagnose erstellte sie eine Liste mit Herzenswünschen, die sie unbedingt abarbeiten möchte. Sängerin sein, steht darauf, neben 79 weiteren Punkten. Obwohl es ihr vorher nie in den Sinn kam, soetwas zu machen. „Aber bei so einer Diagnose hat man dann plötzlich nur noch Herzens-wünsche und die sehen vielleicht ganz anders aus, als man es vorher vermuten würde.“, erklärt die 51-Jährige. Seit 2019 arbeitet sie an ihrer Stimme, hat bereits einen ersten Song veröffentlicht, der anderen erkrankten Frauen, die sie auch in einer Facebookgruppe begleitet, Kraft geben soll. Sie selbst hat die Krankheit überwunden und das, obwohl sie sich entschied, die Chemotherapie nach elf Runden abzubrechen, weil ihr Körper einfach nicht mehr konnte. Heute ist sie wieder fit und konnte zurück in ihren erfüllenden Beruf kehren: Zumba-Trainerin. „Eigentlich habe ich nach der Schule Reisekauffrau gelernt und wusste zu der Zeit nicht so recht, was ich eigentlich will. Mit 31 bin ich dann schwanger geworden und habe seitdem immer überlegt, was ich eigentlich möchte. Vor 12 Jahren habe ich dann das erste Mal einen Zumbakurs gemacht und gemerkt, wie toll es doch ist, dass man mit Leichtigkeit und Freude Geld verdienen kann.“, so Jones und entschloss, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden. Mittlerweile gibt sie die Kurse überwiegend für Kinder, die machen schließlich jeden Spaß mit: „und ich habe selbst ein Alibi zum Kind sein.“, ergänzt sie freudig. Hier im Norden wohnt die zweifache Mutter seit nunmehr 16 Jahren und genießt ihr Leben im Grünen umgeben von Tieren. Neben einem Hund und zwei Katzen leben von April bis Oktober 12 Ziegen auf ihrer Weide und schenken ihr noch mehr Lebensfreude, sind schließlich sehr witzige Zeitgenossen. Aber statt Ziegen in Norddeutschland zu hüten, hätte es auch ganz anders kommen können. Als Kind wuchs sie 3 Jahre in den USA auf. Die typische Geschichte, ein in Deutschland stationierter US-Soldat verliebt sich in eine deutsche Frau. Sie bekom-men ein gemeinsames Kind und ziehen in die Staaten. Nur gehalten hat es in diesem Fall leider nicht. Cynthia und ihre Mutter zogen zurück nach Deutschland. Der Kontakt zum Vater für 19 Jahre stillgelegt: „Dann bin ich mit 22 Jahren rübergeflogen nach Arizona mit einem One-Way-Ticket und habe ihn gesucht und gefunden. Daraus entstand noch eine schöne Vater-Tochter-Beziehung.“, erzählt sie. Von Stuttgart nach Oldenburg war es dann noch ein weiterer Schritt. Ihren Mann, ein Münchener, lernte sie über gemeinsame Freunde kennen. Als sich für ihn ein Jobangebot im Norden ergab, kam sie einfach mit – mittlerweile ist auch der Kulturschock verarbeitet.[/font][font=Bembo] [/font]

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