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Tun was man kann22.11.2023



Text und Foto: Thea Drexhage

Zum Beispiel, den demonstrierenden jungen Menschen Beistand zu leisten. Zuerst bot die 41-jährige Diplom-Psychologin in ihrer Praxis Hilfe an, bevor sie sich den Oldenbugern Psychologists For Future angeschlossen hat. Dort spielen Themen wie die Frage, ob man in dieser Zeit überhaupt noch Kinder kriegen darf eine Rolle oder die Fragen ob der Aktivismus überhaupt Sinn macht, wenn sichtbare, effektive Ergebnisse so lange auf sich warten lassen. Diese haben ihre Gesprächsrunden kürzlich erweitert und bieten nun nicht nur Aktivist*innen Hilfe an, sondern öffnen den Diskurs in den „Gesprächsrunden zu Klimagefühlen“ die z.B. am 6.12. in der Forumskirche St. Peter stattfinden, für die Öffentlichkeit. „Seit den Fridays For Future Demos wächst in den Menschen das Klimabewusstsein, aber auch die Angst. Auf der einen Seite steht die Dringlichkeit der Sache, auf der anderen die Langsamkeit politischer Prozesse.“, so Paula Vogel. Dabei kritisiert sie auch, dass die Psychologie mit der Zeit sehr unpolitisch geworden sei und eine überwiegend medizinisch-wissenschaftliche Ausrichtung angenommen hat. Das hat sie während ihres Studiums in Bremen gemerkt, an einer Universität, die in den 70er Jahren sehr linkspolitisch gerichtet war. „Es gab noch ein paar Professoren aus der Zeit, die sozialpolitische Themen adressiert haben, aber der Mainstream sah anders aus. Ich finde aber, das Psychologie ganz viel zu solchen Themen beitragen kann.“ Zum Studium nach Bremen kam sie nach ihrer Tanzausbildung in Freiburg. Der Liebe wegen, denn eigentlich wollte die gebürtige Oldenburgerin die Stadt, in der sie nun wieder lebt, ganz gern eine Weile hinter sich lassen. Nach dem Abi ging es erstmal durch Welt, Australien, Amerika, Hauptsache kein Oldenburg. Mittlerweile hat sich diese Einstellung jedoch gewandelt. Als Naturmensch kommt sie mit ihrer Familie und ihrem Camperbulli schnell in alle Richtungen ins Grüne zum paddeln, wandern oder schwimmen und auch in der Stadt selbst kann man gut mit dem Rad unterwegs sein, gerade mit Kindern. Seit Januar hat Paula Vogel, die zuvor unter anderem in der Ehe-, Familien und Lebensberatung einer Kirche arbeitete, in Oldenburg ihre eigene Praxis, die es ihr erlaubt, ihren Arbeitsalltag selbst zu strukturieren: „Ich wollte gern ins kassenärztliche System hineinkommen und mit einem halben Sitz arbeiten. Das ist ein Luxus den ich mir herausnehme. Ein Tag an dem ich gar nicht arbeite hilft mir dabei, den Kopf freizukriegen.“ Doch so belastend, wie sich viele die Arbeit einer Psychologin vorstellen, ist es auch nicht, wie Paula Vogel erklärt: „Wenn Leute zu mir kommen mit großem Schmerz und es dann gut läuft und sich die Dinge ändern, dann ist das total beglückend zu sehen. Es ist schön zu sehen, dass sich Sachen drehen können und sich für die Menschen neue Perspektiven öffnen.“
Aber es wäre auch wichtig, sich selbst geistig auszurichten und zu fokussieren, dabei helfen kleine Rituale im Alltag. “Unser Gehirn ist so gestrickt, dass es auf ständige Problemlösung getrimmt ist. So achtete der Steinzeitmensch schon immer auf die möglichen, lauernden Gefahren. Es ist nötig, auch mal aktiv dagegenzusteuern. In der Klimablase gibt es ein ganz großes Schuldthema, weil wir so privilegiert sind und es ist wichtig, sich das bewusst zu machen. Aber es ist auch wichtig, mal genießen zu können, was man gerade hat.”

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