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MoX Porträt: Manjana-Dania Snakker hat sich durchgesetzt04.05.2022



Schon als Kind tobte sie lieber in der Natur, kletterte auf Bäume oder bastelte gemeinsam mit ihrem Vater in seiner Werkstatt, während ihre Schwestern lieber drinnen saßen.
Als sie direkt nach ihrem Praktikum ihre Ausbildung bei Friedemann Richter in Metjendorf begann, war sie dann die einzige junge Frau in ihrer Klasse. In der Meisterschule waren es dann immerhin schon 6 aus 30.  Kein Problem für Snakker. „Ich fand es irgendwie immer toll, mich zu behaupten, und alle vom Gegenteil ihrer Vorstellungen zu überzeugen.“, erzählt sie, „auch später wurde ich noch oft belächelt, aber mittlerweile kennen mich viele und wissen, was ich alles kann.“ Das Können von Manjana-Dania Snakker geht dabei weit über den herkömmlichen Ausbildungsberuf hinaus. In gesonderten Lehrgängen zur Baumpflege lernte sie auch das Seilklettern und die damit einhergehenden Arbeiten im Baum. „Das ist ein strikter Lehrgang über eine Woche, nach welchem man 300 Stunden im Baum abarbeiten muss, bevor man mit der Kettensäge da hoch darf.“ Es sind Arbeiten, die schon eine Portion Mut und viele Erfahrungen erfordern, da sie so einige Gefahren mit sich bringen. „Ich lag mal eine Woche im Krankenhaus, weil ich aus sechs Metern gestürzt bin, auch das gehört einfach dazu.“, erklärt sie. Aktuell muss die Seilkletterarbeiten allerdings ihr Freund und Partner übernehmen, mit welchem Manjana-Dania Snakker sich vor einem Jahr selbstständig gemacht hat, da die Spätfolgen einer Coronainfektion aus dem März 2020 diese Aufgaben nicht mehr zulassen. Zu tun gibt es trotzdem noch genug, denn auch andere Wege führen in die Baumkronen. Das Bäume beschneiden und pflegen ist eine Saisonarbeit, wenn es nicht in große Höhen geht, gibt es auch am Boden genug Aufgaben. Das komplette Neugestalten von Gärten oder das Verlegen von „neumodischen“ Keramtikterassen bereiten dabei besonders viel Freude. Und die Arbeit mit den Kund*innen. „Als Angestellte war man immer einfach die Gärtnerin, die kommt und ihre Aufgaben erledigt. Jetzt unterhalten sich die Kunden mit mir und teilen ihre Wünsche und Ideen mit, die es umzusetzen gilt. Das ist ganz spannend.“, schwärmt sie. Außerdem ist jeder Auftrag anders und bringt immer irgendwelche Schwierigkeiten mit sich, die es zu lösen gilt, wie zum Beispiel ein Baum, der bearbeitet werden muss und zu dicht an Wohngebäuden steht. Sich selbstständig machen wollte die junge Frau zunächst nicht. „Als Meisterin irgendwo angestellt sein, mit etwas mehr Verantwortung als eine Vorarbeiterin, das hätte eigentlich gereicht.“, sagt sie. Schnell musste sie jedoch merken, dass das Angestelltenverhältnis doch nicht das richtige sei, denn sie fühlte sich und ihre Arbeit nicht genug gewürdigt. Aus ihrem dann bereits angemeldeten Nebengewerbe wurde wegen großer Nachfrage schnell der Hauptberuf. Mit der neuen Selbstständigkeit kommen natürlich auch weitere Aufgaben auf sie zu. „Ich habe ein Pferd, mit dem ich mich liebend gern von der Arbeit ablenke, aber das kommt im Moment etwas zu kurz.“, sagt sie. Schließlich ist es nicht nur die Arbeit auf der Baustelle, sondern die Vor- und Nachbereitung und die damit einhergehende Büroarbeit. „Eigentlich bräuchten wir eine dritte Kraft, damit ich 2 Tage komplett im Büro sein kann und nicht bis spät in die Nacht arbeiten muss.“, gesteht sie. Ganz ohne Stress geht es aber auch wieder nicht. Bei drei Wochen Urlaub am Stück werde ich schon nervös.“
Text und Foto: Thea Drexhage

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