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Menschen

„Manifesto“ von Bernadine Evaristo22.02.2022



MoX: Worum geht es in dem Buch?
Sonja Högel:  Das Buch ist autobiografisch und handelt von der Schriftstellerin Bernadine Evaristo. Die Autorin beschreibt, warum sie ihren eigenen Weg so gut gehen kann und woher sie ihre Stärken bezieht. Dabei erzählt sie aus ihrem Leben, das ziemlich viele Höhen und Tiefen hatte. Auch wenn sie nicht immer die allerschönsten Seiten des Lebens kennengelernt hat, ist sie damit klargekommen und hat ihren Weg gefunden. Das Interessante dabei ist, dass sie eine Person of Color und in England aufgewachsen ist und dort mit Rassismus zu kämpfen gehabt hat. Das hat sie sehr stark gemacht. Ihre Rückblicke dabei finde ich sehr ehrlich und aufrichtig und geht auch mit sich selbst sehr hart ins Gericht, vergibt sich dabei aber selbst ihre Fehler. Das ist eine Botschaft, die ich unglaublich wichtig finde, weil die Menschen meistens daran hadern, was sie selbst falsch gemacht haben und dann in dieser Spirale drinbleiben. Gerade der Blick auf die Rassendiskriminierung und wie dringend wie davon abgehen müssen wurde sehr gut dargestellt. Es gibt keine verschiedenen Rassen, sondern die Rasse Menschheit. Menschen haben vielleicht unterschiedliche Farben, aber das darf überhaupt keine Kennzeichnung im weitesten Sinne sein. Sie hat dabei beispielsweise auch diese Gentests angesprochen, bei denen man feststellen kann, zu wie viel Prozent man Genmaterial aus verschiedenen Teilen der Welt hat und was für ein Personenmischmasch dabei herauskommt. Das fand ich sehr interessant. Wenn man sich das vor Augen hält, wird man plötzlich ganz klein und sagt sich: ja, es gibt keine Unterschiede. Wir sind alle ein Mischmasch aus allem zusammen und haben verschiedene Arten uns auszudrücken.
MoX: Was hat Ihnen besonders gut gefallen?
Sonja Högel: Dass die Autorin ehrlich ist. Ich nehme ihr alles was sie sagt ab, vor allem die Kritik und Hinweise, was man alles besser machen kann. Ich habe von vielen anderen Autoren Bücher gelesen, in denen sie sich auf ihre anderen Werke beziehen und da kommt unterschwellig immer durch „Du musst auch dieses Buch lesen und kaufen.“ - und das war hier gar nicht der Fall. Sie möchte nicht ihre anderen Bücher vermarkten, sondern spricht über das, was sie erlebt hat in einer Art und Weise, die vom Leser nichts weiter verlangt als Offenheit und die Beobachtung, was das Buch mit einem selbst macht. Ich fand spannend zu sehen, was da so bei mir angestoßen wurde. Vieles, was sie beschrieben hat, kannte ich aus meiner Jugend auch.
MoX: Wie haben Sie das Buch gelesen?
Sonja Högel:  Auf Papier. Wir hatten uns hier im Laden unterhalten, was gerade interessant ist. Da ich sehr an feministischen Bewegungen, Gleichberechtigung und Gleichheit interessiert bin, hat es mich sehr angesprochen. Das hat sich dann beim Lesen bestätigt.
MoX: Wem würden Sie das Buch empfehlen?
Sonja Högel: Meinen Kindern auf alle Fälle. Ich habe meinen Mädchen schon gesagt, dass sie sich das unbedingt durchlesen sollen. Ansonsten jedem, der auch in einer Persönlichkeitsfindung ist und vielleicht Motivationsschwierigkeiten hat.

Interview und Foto: Thea Drexhage

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