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Genauigkeit zahlt sich aus - Christian Hinrichs über die Faszination Origami14.09.2021

Genauigkeit zahlt sich aus - Christian Hinrichs über die Faszination Origami

Interview und Foto: Thea Drexhage

„Das man mit einem einfachen quadratischen Blatt Papier eine Figur erschaffen kann, das hat damals mein Interesse geweckt.“ Das es im Origami mittlerweile um mehr geht als das Erschaffen von Figuren erklärt Hinrichs mit einem Blick in die Medizin und Wissenschaft. „Das Grundprinzip ist die Mathematik. Man versucht den Origami-Code zu knacken und alles falten zu können. Da sind die Forscher gerade voll am Werk, was in der Zukunft vieles erleichtern könnte. Es werden Kunststoffe entwickelt, die mit einfachen Falttechniken verklebt werden. Dabei werden dann auch gleich Ressourcen geschont.“ So werden in der Herzchirurgie beispielsweise Stents gesetzt, die die Arterien durch ein Entfalten weiten können. Auch in der Architektur oder der Raumfahrt kommen klug konzipierte Falttechniken zum Einsatz und ein Stück Origami haben fast alle bei sich: den Airbag im Auto. Als Christian Hinrichs das Origami für sich entdeckte, war es noch nicht absehbar, wie ernstzunehmend dieses Interessenfeld werden würde. Nun gibt der Oldenburger selbst Workshops im PFL, um anderen die Kunst des Faltens zu vermitteln. Während seine Kurse für alle Interessierten ab 16 Jahre ausgewählt sind, betont er auch, wie nützlich Origami in der frühkindlichen Erziehung sein kann. „Gerade auch für Kinder, die noch sehr jung sind ist das sehr gut diese kognitiven Fähigkeiten zu entwickeln. Schüchterne Kinder lernen dabei außerdem zu kommunizieren durch ganz einfache Fragen an den Nachbarn. Zum Beispiel: Wie hast du das gemacht?“, erklärt er.  Und wer weiß, vielleicht wird in diesen dann ja auch eine ähnliche Leidenschaft erweckt, wie bei Christian Hinrichs. Begeistert berichtet dieser vom Origamiverein Deutschland und dessen Conventions an welchen unter anderem Gäste wie Mathematiker Robert J. Lang, welcher über Computerprogramme die verblüffend komplexe Origamifiguren erstellt. „Solche Conventions sind etwas, das auch für Oldenburg interessant sein könnte.“, sagt Hinrichs. Online steht er in engem Austausch mit der deutschen Origami-Communitiy. Durch Seiten wie Facebook, Instagram und andere Foren sei dies gar kein Problem mehr. „Das Schöne daran ist “ betont er, „dass es keinen Konkurrenzkampf gibt. Wir profitieren immer von dem, der vor uns kam und nehmen uns der Sachen an, die der Vorgänger vielleicht nicht geschafft hat.“ Die Komplexität der Figuren ist laut Hinrichs erst in den letzten 10 bis 15 Jahren gewachsen. So kennen wir alle wohl den Origami-Kranich, das japanische Symbol für ein langes und glückliches Leben. Hinrichs zeigt, dass man diesen auch weiterentwickeln kann, sodass sich beispielsweise die Flügel bewegen. Mit dabei hat er auch drei gefaltete Wale, alle wirken unterschiedlich komplex. „Das sind drei ganz unterschiedliche Figuren, aber sie sind alle aus der gleichen Grundform entstanden. Es ist einfach unfassbar, was man da alles machen kann.“ Zu Christian Hinrichs Lieblingsfiguren zählen deshalb auch die Drachen mit ihren unzähligen verschiedenen Varianten. Doch was macht Christian Hinrichs, wenn es mal nicht um das Falten geht? „Dann mache ich Grafik- und Werbedesign sowie Illustrationen. Aber wenn man nicht im digitalen Äther ist, dann liegt immer irgendwo Papier, sei es nur ein quadratischer Post-It. Es gibt immer eine Möglichkeit irgendwo schnell was zu falten…“


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