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Lebt seinen Traum: Marcus Friedeberg20.04.2021



Text und Foto: Ralf Koch

Er ist ein Original der Oldenburger Musikszene: Seit er mit Marco Neumann durch die Clubs tingelte und schließlich 1995 LACK OF LIMITS gründete, hat er viele hundert Konzerte in der Stadt und der Region gespielt. Immer im Spannungsfeld aus Rock, Singer/Songwriting und (Irish) Folk, schafft er seit über 25 Jahren sich selbst treu zu bleiben. Und während Corona mittlerweile so manchen Musiker von den Beinen geholt hat, hat Friedeberg auch hier Ideen und Wege gefunden, weitermachen zu können. Die zusätzliche Zeit hat er zudem genutzt, um endlich sein drittes Soloalbum einzuspielen, live vorgestellt beim CD-Release-Online-Konzert Ostermontag im Cadillac.
Eine Fingerübung. Nachdem LACK OF LIMITS zur Band herangewachsen waren, er sich seit 2001 Berufsmusiker nannte und seine Maskenbildnerausbidlung endgültig ad acta legte, zog er 2003 die Band-Reißleine und machte solo weiter. Nebenbei gründete er mit Freunden noch eine Levellers-/New Model Army-Coverband, spielte für eine gewisse Zeit auch mal in einer Top40-Coverband, bis er sich wieder mit Marco zusammentat um sich als PANGEA erneut dem Irish Folk zu widmen. Seine Solo-Aktivitäten hob er indes 2008 auf ein neues Level: „Ich sah ein Video von KT Tunstall, die damals eine der ersten war, die eine Loopstation verwendet hat und damit allein auf der Bühne so unglaublich faszinierend eine ganze Band auf die Beine stellen konnte. Das wollte ich auch! Ich musste lange üben, bis ich da war, wo ich hinwollte.“ Der Rockband-Sound wurde indes mit OFF LIMITS (re-)aktiviert, daneben initiierten sie Sing das Ding im Cadillac, derzeit Corono-bedingt als Online Stream. „Für uns als Musiker ist es wichtig, unseren Job weitermachen zu können. Und für die Leute auch, das sehen wir in den Chats. Da ist schon eine Community entstanden.“ In der Tat haben sie da eine professionelle Interaktion mit dem Online-Publikum entwickelt: „Das ist mehr Unterhaltung als in der Live-Situation“, so Friedeberg. „Sobald du mehr als 100 Leute in einem Club hast, ist ja eine derartige Interaktion gar nicht mehr möglich. Das ist schon etwas ganz Besonderes. Und tendenziell werden es immer mehr – deswegen wird Sing das Ding auch online so lange laufen, bis es wieder live möglich ist.“
Seine Solo-Auftritte sind indes der wichtigste Pfeiler seiner Existenz. Denn selbst, wenn die in normalen Zeiten gleichberechtigt neben den Konzerten mit Off Limits oder Pangea stehen, gibt er unumwunden zu, verdient er am ehesten mit den Soloauftritten. „Ich mache das hauptberuflich, da ist das schon nicht ganz unwichtig. Und da bin ich schon stolz auf mich, mich immer noch ohne Coronahilfen über Wasser halten zu können – mit Digitalauftritten, CD-Verkäufen, Privatkonzerten usw. Es reicht zum Leben, und ich bin da auch ganz zuversichtlich.“ Dazu gehört eben endlich auch das – nach „Keep the Fire“ und „Song for Ireland“ – dritte Soloalbum „Where does the River Flow“. Das Konzept seiner Alben ist dabei das gleiche wie das seiner Konzerte: „Natürlich ist es eine tolle Sache, wenn die Leute auf eigene Stücke abgehen. Aber mir ist es auch wichtig, dass die Leute immer unterhalten fühlen. Und wenn man zwei Stunden einem Songwriter zuhört und nichts bekannt ist, dann wird es einfach irgendwann langweilig, deswegen baue ich Cover mit ein.“ Auch auf dem neuen Album sind 3 Coversongs, dazu noch ein Traditional. Der Rest ist von ihm, teilweise geschrieben noch mit seiner Ex-Freundin Karin Köster, längst live getestet und  geeignet, seinen Traum weiterleben zu können. „Dieses Solo-Ding ist dieser Traum. Mit einer Band ist es bequem: Wenn etwas schief läuft, ist immer jemand da, der einspringen kann. Solo bist du allein verantwortlich. Aber: Du brauchst dich auch nicht abzusprechen, ich kann machen was ich will.“
Das CD Release Konzert findet ihr unter: https://youtu.be/uasKdRfFP-g


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