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Menschen

Kreativ und verspielt19.08.2020



Feuertanz, Masken, Malerei und jede Menge rotierender Hula Hoops: In Luba Kehms Leben geht es kreativ, verspielt, dynamisch und bunt zu. „Meine Kunst strahlt eine gewisse Wärme und etwas Positives aus.“ Im Zuge dessen spielt der Vortex, die Wirbelform, eine bedeutende Rolle in ihrer Kunst. „In diesem Motiv spiegeln sich für mich viele Sachen wieder. Dynamiken, Zyklen, Schwingungen. Unsere Erfahrungen, die sich immer wieder abspielen, bis wir gelernt haben, Grenzen zu setzen. Der Wirbel symbolisiert für mich, nicht stehen zu bleiben, aber auch die eigene Geschwindigkeit zu erkennen.“ Eine neue Wende hat ihr Leben durch die Qualifizierung zur ehrenamtlichen Integrationslotsin erfahren. Durch ihre Hula Hoop-Workshops, die Treffen der so genannten „Spielkinder“ im selbstverwalteten Aktions- und Kommunikationszentrum Alhambra, aber auch durch Begegnungen in der interkulturellen Arbeitsstelle IBIS e.V. kam Luba Kehm in Kontakt mit Geflüchteten. „In mir entstand ein Interesse, wie ich professionell mit den Menschen und ihrem besonderen Status der Zuwanderungsgeschichte umgehen kann. Das wollte ich mit einem künstlerischen Ansatz verbinden.“
Das Ehrenamt der Integrationslots*innen dient dazu, Geflüchtete im Alltag zu unterstützten. Diese Hilfe kann unter anderem darin bestehen, eine Begleitung für Behördengänge oder aber für Elternabende in der Schule anzubieten. „In den vermittelten Kompetenzen waren Nähe und Distanz, aber auch Akzeptanz wichtige Themenschwerpunkte.“ In verschiedenen Rollenspielen wurden Themen verhandelt und Strategien erprobt. Dabei wurden auch die Grenzen des ehrenamtlichen Engagements behandelt. Geflüchtete Menschen sind oftmals durch traumatische Erlebnisse geprägt. Eine schwierige Flucht, der Verlust von Familienmitgliedern, eine völlig neue, fremde Umgebung. „Wir müssen wissen, wo unsere Grenzen sind. Da wir keine psychologische Ausbildung erhalten, müssen wir bestimmte Angelegenheiten an erfahrene Instanzen weiterleiten.“ Momentan ist noch ungewiss, wie Luba ihre neuen Kenntnisse in die Tat umsetzen kann. Sie würde gerne eine Gruppe für Geflüchtete anleiten, in der sie mittels der Kreativität eine Verbindung herstellen möchte. „Für mich ist es wichtig, dass ich den Weg zur eigenen Persönlichkeit und zum eigenen Wachstum aufzeigen kann.“ Sowohl in Kunst als auch in den Performances mit der Gruppe „Spielkinder“ kommen vielfältige Ideen zum Einsatz. Die Spielkinder sind eine heterogene Gruppe von Kreativschaffenden, die sich gegenseitig inspirieren. Bei ihren Treffen kommen verschiedene Materialien zum Einsatz.  Dort schwingen brennende Poi, woanders setzt Jemand zur Jonglage an. Genau da kommen auch Lubas selbstgemachte Hula Hoops und surrealen Masken zum Einsatz. „Die Spielkinder sind die größten Lehrer für mich. Das Zusammensein mit ihnen fühlt sich an wie eine große Spielwiese“, wie Luba begeistert erzählt.  Wer sich auch einmal in einem dieser „Toys“ probieren will, für den hat Luba folgenden Tipp: „Wenn du etwas erlernen willst, dann am besten am Abend. Wenn du in die Ruhephase gehst und schläfst, verarbeitet dein Gehirn das Neue wesentlich besser.“ Auf der Suche nach Inspiration hat Luba ihr inneres Kind wieder entdeckt. „Ich besaß lange Zeit eine versteifte Haltung, die mich krank und verbittert gemacht hat. Ich habe viel zu früh mit diesem Denken angefangen, dass ich mich ab einem gewissen Alter erwachsen und reif geben muss.“ Ihr schlechter, gesundheitlicher Zustand führte zu einem Wandel in ihrem Leben.  „Ich wollte herausfinden, wie ich meinen Selbstheilungsprozess aktivieren kann. Ich habe dafür viele Schritte in die Wege geleitet, habe imaginative Reisen zur Stärkung der Selbstheilungskräfte unternommen und das in Verbindung mit Yoga vertieft.“
Interview und Foto: Dana Hubrich

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