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Kraft, Ausdauer und Respekt: Torben Plischke, Trainer für Taekwondo08.10.2019



Mit ruhiger Stimme, bedachten Worten und klarem Blick erläutert er, was der Sport für ihn ausmacht. Als Abteilungsleiter für Taekwondo in der Turn-und Sportgemeinschaft Hatten-Sandkrug e.V. schätzt er insbesondere die Vielfalt in den Disziplinen, die dieser Sport mit sich bringt. „Beim Wettkampf wird viel auf Kraft, Schnelligkeit und Koordination gesetzt; im Formbereich geht es um Dynamik, Präzision, Stabilität; in Partnerübungen zählt vor allem die Präzision des Einschätzens der eigenen Reichweite, also wie nah kann ich an den Gegner herangehen ohne ihn zu treffen.“ In der Bezeichnung ‚Taekwondo‘ sind bereits die wichtigsten Kategorien enthalten, die diese alte Kampfkunst ausmachen: Fußtechnik (tae), Handtechnik (kwon) und der Weg (do). Insbesondere die Fußtechniken nehmen einen höheren Stellenwert als in anderen Kampfsportarten ein. „Ungefähr 70 % der Techniken sind Fuß- beziehungsweise Beintechniken und nur 30% umfassen die Hand-Armtechniken.“ Begriffe wie Fuß- und Handtechnik sind auf den ersten Blick verständlich und vorstellbar, doch wofür steht der so genannte ‚Weg‘? „Das Do beschreibt den Weg der geistigen Entwicklung, die Integrität der eigenen Fertigkeiten. Es meint, die Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen. Darin eingebunden ist der Respekt vor dem Trainer, dem Gegner aber auch vor allen anderen Menschen in dem eigenen Umfeld.“ Eine Kampfsportart wie Taekwondo soll der Konfliktvermeidung dienen? Das mag ein wenig widersprüchlich klingen, doch Torben Plischke fügt hinzu: „Taekwondo bietet durchaus die Möglichkeit, innerlich ruhiger zu werden. Ein schönes Zitat hierfür ist ‚Die größte Kunst des Kampfes ist immer nicht zu kämpfen‘. Schließlich macht es im Alltag auch Sinn, zu schauen, ob ich einen Konflikt nicht schon vorher durch Kommunikation klären und lösen kann.“
Während Torben Plischke auf der Tribüne sitzt und gelassen über seine Tätigkeit als Trainer berichtet, macht sich eine noch sehr junge Taekwondo-Gruppe daran, ihre Aufwärmübungen lautstark zu beginnen. Schon ist die Turnhalle von einem ohrenbetäubenden Getöse erfüllt. Davon lässt sich der Taekwondo-Trainer keineswegs beirren, geduldig fährt er mit seinen Erläuterungen fort. Die Disziplin der Selbstverteidigung sei für gewöhnlich ausschlaggebend dafür, so der Trainer, dass die Menschen sich für diesen Sport entscheiden. „Die meisten wollen lernen, wie man sich in einer Notsituation verteidigen kann.“ Eben das bewog auch Torben Plischke, sich dieser Kampfsportart anzunähern. „Ich habe mit 13 Jahren angefangen, Taekwondo auszuüben. Ich hatte schon viele Sportarten ausprobiert, nun wollte ich mich nach einer anderen umschauen. Insbesondere der Gedanke der Selbstverteidigung hat mich interessiert, also dass man in der Lage ist, sich eben nicht permanent von Gleichaltrigen oder Älteren herum schubsen lassen zu müssen.“ Im Wesentlichen dreht sich im Taekwondo vieles darum, die eigenen Körpergrenzen zu spüren. „Ich möchte die Leute motivieren, etwas aus sich herauszuholen“, wie Torben Plischke seine Motivation für den Sport darlegt. Verschiedene Gürtelfarben beschreiben den jeweiligen Grad in der Kunst des Taekwondo. Doch um bis zum Meister aufzusteigen, ist es, gemäß des in der Bezeichnung enthaltenen DO, ein langer Weg. Auch für Torben Plischke ist der Meistertitel ein langfristiges Ziel. Aktuell trainieren er und seine Kollegin Undine Schneider drei Taekwondo-Gruppen mit über 60 Teilnehmer*innen. „Natürlich, je jünger man ist, desto leichter fallen einem die Übungen. Doch hier gilt: Jeder macht das, was er kann.  Wichtig ist vor allem, dass die Leute hierher kommen und Spaß haben. Dass sie Lust haben, sich zu bewegen.“
Text und Foto: Dana Hubrich

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