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MoX - Veranstaltungsjournal
Kulturelle Vernetzung
Gregor Straube, Galerist10.01.2019

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Kulturelle Vernetzung<br />Gregor Straube, Galerist

Die Bremer Galerie von Gregor Straube wirkt zunächst etwas unscheinbar. Lediglich die Markierung „Raum 404“- der nüchterne Name seiner Galerie - prangt auf einer gräulichen Tür. Und jene Tür muss erst einmal zwischen dort befindlichen Läden und Garagen von Anwohner*innen entdeckt werden. Kein leichtes Unterfangen. So eigentümlich der Zugang zu seiner Wirkungsstätte, so auch die dort ausgestellte Kunst, die sich zumeist abseitig vom konventionellen Ausstellungsbetrieb bewegt. In Gregor Straubes Galerie gab es bereits so genannte abstrakte Comics und japanische Kunst in der Tradition des „Ero Guro Nansensu“, einer Zusammensetzung aus den Begriffen  ero(tic), gro(tesque) und nonsense, zu sehen. Die Organisation und Durchführungen solcher Ausstellungen stemmt Gregor Straube stets im Alleingang. „Planung, Administration, Durchführung sind die Schlagworte. Ich muss kontinuierlich Projekte ausarbeiten, zumeist ein bis anderthalb Jahre im voraus. Zudem bin ich angehalten, frühzeitig Anträge an Stiftungen zu verschicken, damit ich im Vorfeld weiß, was an Ausstellungsideen umsetzbar ist.“ Der „Raum 404“ wird zudem nicht nur für Präsentationen von Kunstobjekten, sondern auch als Veranstaltungsort für Seminare, Lesungen und Diskussionen genutzt. Ein kulturelles Potpourri, das die schlichten Räumlichkeiten stets mit Leben füllt. Peu à Peu verfolgte Gregor Straube den Weg zu einem eigenständigen Galeristen, durch ein erweitertes Aufgabenspektrum fühlte er sich immer mehr dazu bereit, seine eigenen Ausstellungen in die Wege zu leiten. „Zunächst habe ich um die Jahre 2008 bis 2010 bei diversen Festivals und Kulturprojekten von anderen Kollegen und Kolleginnen mitgearbeitet. Diese Arbeit wurde durch Aufgaben wie Fundraising und andere Organisationen erweitert. Ich merkte, dass mir diese Arbeit lag und dass ich sie gut im Griff hatte.“ So ergab sich für Straube die Gelegenheit, selbst ein Ausstellungsprojekt zu initiieren. Zu der Zeit war aber noch nicht an eigene Galerie zu denken. „Im Kulturzentrum Spedition am Güterbahnhof konnte ich meine erste eigenständige Ausstellung verwirklichen. Dieser Umstand ergab sich nach einem Job bei einem Ökoverein hier in der Stadt. Im Zuge dieser vormaligen Arbeit lernte ich den Künstler Jay Henry Fair kennen, der seine Kunst aus einem ökologischen Interesse heraus kreiert. Seine Fotografien zeigen unter anderem Luftaufnahmen von Umweltzerstörung an verschiedenen Orten. Seine Arbeiten, die zuweilen wie abstrakte Gemälde aus Formen, Farben und Strukturen wirken, wollte ich also in einer eigenen Schau zeigen, die Zeit und Kapazitäten waren dafür vorhanden“, wie Straube erzählt und sich gerne zurückerinnert. Nach dieser Schau folgte eine relativ große Ausstellung mit südafrikanischen Comickünstler*innen, von denen einige inzwischen auch in Deutschland publiziert worden sind. Diese Schau wanderte in andere Städte wie Berlin, Hamburg und Brüssel weiter. Aus diesen damaligen Ereignissen, wie Gregor Straube betont, sind viele weitere wichtige Beziehungen erwachsen. Kontakte, die sich wiederum mit anderen vernetzt haben. Und das auf internationaler Ebene. Straube pflegt beispielsweise kulturelle und künstlerische Beziehungen zu Spanien, Belgien, Südengland und New York. „Das bereitet mir große Freude. Das stellt nach wie vor für mich einen entscheidenden Erfahrungswert dar: Ich weiß, meine Arbeit wird – zumindest außerhalb von Bremen - wahrgenommen.“ Da dringt Zynismus durch, den der Bremer Galerist nicht verbergen kann. Denn obwohl er die Arbeit für seine Galerie als sein Hauptaugenmerk ansieht, besteht sein Hauptverdienst in einem „Brot-und-Butter-Job“, den er tagsüber ausführt. „Schön wäre es natürlich, wenn ich von meiner Kulturarbeit leben zu könnte. “ Das ist bitter, doch Straube versucht diesem Zustand trotzdem etwas Positives abzugewinnen. „Ich erachte die Arbeit in der Galerie als wertvoll, die nicht-ökonomische Gratifikation, die bei mir ankommt, macht sozusagen das magere Geld wieder wett.“ Demnächst wird seine kleine Galerie die Arbeiten von zwei Comickünstlerinnen beherbergen, die sich beide behutsam, subtil und mit feinem Strich Alltaggeschichten widmen

Text und Foto: Dana Hubrich

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