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MoX - Veranstaltungsjournal
Lehre, Forschung und Praxis
Björn Jeddeloh, Student, Tutor, „Hiwi“ und Musiker19.12.2018

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Lehre, Forschung und Praxis<br />Björn Jeddeloh, Student, Tutor, „Hiwi“ und Musiker

„Ich bin ein bisschen verrückt“, lässt der hellblonde Student im Harry Potter-Pullover locker fallen. Dabei lacht er zugleich herzlich über seinen eigenen alltäglichen „Wahnsinn“. Der muntere Björn Jeddeloh spielt hier auf sein enormes Arbeitspensum an, dass er tagtäglich zu bewältigen hat. Denn neben dem Absolvieren seines Doppelmasters in Musik und Geschichte auf Gymnasial-Lehramt und Musikwissenschaften als zweiten Master, geht er noch seiner Arbeit als Wissenschaftliche Hilfskraft sowie Tutor nach.
Doch damit nicht genug: In vielen Bandprojekten mischt er auch noch tatkräftig mit. Von anstrengender, kräftezehrender Bewältigung kann aber kaum die Rede sein, wirkt der junge Student doch ruhig, gelassen und heiter. Keine Anzeichen von Überforderung und Unausgeglichenheit. Ganz im Gegenteil, der junge Björn fühlt sich wohl im universitären Umfeld. „Ich habe immer schon viel an der Uni gemacht. Das vielfältige Angebot ermöglicht das auch und eben das finde ich sehr toll. Ich war nie ein Mensch, der sich für irgendetwas entscheiden konnte oder wollte. Mir gefallen viele Sachen.“ Damit spielt der junge „Allrounder“ zunächst auf seine musikalische Leidenschaft an, die er im universitären Umfeld verwirklicht. Hauptsächlich bedient Björn Jeddeloh das Schlagzeug, die Gitarre und das Klavier. Unter anderem wirkt er in einer Irish Folk Band, in einem Jazz Quartett, in einem Arabischen Qintett und im World Musik Ensemble der Uni mit, wo er zum Teil auch selbst komponiert und dirigiert. Das bedeutet natürlich eine Vielzahl von unerlässlichen Proben. „Mein zweites Semester war schlimm, da habe ich in elf Projekten auf einmal gespielt und dreizehn Mal pro Woche geprobt. Das war schon ein bisschen heftig“, gibt der umtriebige Student mit hochgezogenen Brauen zu. Trotz allem motiviert ihn sein gut ausgefüllter Alltag immer wieder aufs Neue. Das rührt vor allem von den besonderen Projekten, an denen er beteiligt ist und sie zum Teil auch mitgestaltet. Für sein Engagement wurde er kürzlich sogar ausgezeichnet. Im Rahmen einer Honorierung für herausragende Lehrveranstaltungen erhielten die Professorin für moderne Geschichte, Dr. Gunilla Budde, und Tutor Björn Jeddeloh den Preis in der Kategorie „Forschungsbasiertes Lernen“. Und zwar jeweils für die Veranstaltungen „Briefe aus dem Ersten Weltkrieg“ und „Zwei Brüder im Krieg“.  „Das war eine ganz fantastische Lehrveranstaltung. Das Besondere daran war, dass Frau Budde Briefe aus dem ersten Weltkrieg aus ihrem persönlichen Familienarchiv zur Verfügung stellte. Außergewöhnlich war auch der Umstand, dass von diesem Briefverkehr nicht nur eine Seite überliefert wurde, also nicht nur die Briefe der Soldaten, sondern auch die Antwortbriefe von den Angehörigen. Das ist relativ selten und sehr gewinnbringend für die Forschung.“ Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen zwei Brüder, die aus dem Briefverkehr hervorgingen. Björn Jeddeloh achtete bei der Auswahl der Briefe zunächst gar nicht so sehr auf den Inhalt als vielmehr auf die optische Erscheinung der Post, die ebenso viel Aufschluss über die damaligen Verhältnisse geben kann: „Nachdem der eine Sohn an der Front gefallen war, erhielt die Mutter den entsprechenden Brief. Für gewöhnlich öffnete sie die Post ganz sauber mit einem Brieföffner, aber bei diesem war der Umschlag halb zerrissen, so als hätte sie die unheilvolle Mitteilung vorausgeahnt. Daraus können sich spannende Herleitungen ergeben.“ Eine Herausforderung stellte die altdeutsche Sütterlin Handschrift dar, in der die Briefe verfasst wurden. „Ich beherrsche sie nicht perfekt, aber im Laufe des Seminars habe ich mir einiges aneignen können.“ Nach Transkription, Digitalisierung und Recherche von Hintergrundinformationen folgten öffentliche Lesungen und eine einmalige Ausstellung, die die Lehrveranstaltungen abrundeten. Gerade diese Verbindung aus Lehre, Forschung und Praxis schätzt Björn Jeddeloh sehr und räumt ihr dementsprechend einen hohen Stellenwert ein. „Ich finde es schade, dass viele wissenschaftliche  Arbeiten quasi nur für die Schublade entstehen.      

Text und Foto: Dana Hubrich

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