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MoX - Veranstaltungsjournal
Erfüllend
Renke Harms, Mediengestalter, Graffitikünstler und Projektleiter13.09.2018

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Erfüllend<br />Renke Harms, Mediengestalter, Graffitikünstler und Projektleiter

Renke Harms verweilt nie nur an einem Ort. Der junge Oldenburger ist äußerst umtriebig. Kein Wunder: Zwischen Büroarbeit, dem Kontakt mit Kunden, dem Anfertigen von Entwürfen, der Kommunikation mit den anderen Künstlern und der Betreuung anderer Projekte kann sich sein Arbeitsalltag wohl kaum nur an einem Ort vollziehen. Sein (einer) Arbeitsplatz befindet sich zunächst einmal in den Räumen der Kulturetage. Dort teilt er sich sein Büro mit zwei weiteren Künstler*innen.
Selbstverständlich zieren auch seine eigenen Werke die Wände. Allerdings auf Kleinformat gebannt: „Tags“ und „Sketches“ auf überschaubaren, konventionellen Leinwänden. In viel größeren Dimensionen geht es dann bei verschiedenen Aufträgen zu. Ob Wandflächen, Brückenpfeiler oder Häuserfassaden: Hier können sich seine Arbeiten auf mehrere Meter erstrecken und ihre volle Wirkung entfalten. Jedes Projekt bringt neue Herangehensweisen mit sich und genau darin liegt der Reiz für den Künstler begründet: „Bei jedem Projekt einen neuen Gestaltungsansatz zu entwickeln, gar verschiedene Stile zu mischen oder zu adaptieren ist für mich sehr reizvoll.“ Nicht nur die Herausforderung liebt der Oldenburger an seiner Arbeit. Der „meditative Anteil“, wie er ihn nennt, bildet auch einen entscheidenden, anregenden Faktor für ihn. „Wenn ich an einer Wand stehe und an einem Werk arbeite, dann verliere ich das Gefühl für Zeit. Ich bin regelrecht in den Schaffensprozess  vertieft. Unabhängig davon, ob das jetzt eine Auftrags- oder eine private Arbeit ist.“  Renke Harms erste künstlerische „Gehversuche“ reichen weit zurück. Bereits früh gelangte der Künstler zum Medium Graffiti. Als „Jungspund“ hielt er sich des Öfteren auf dem Gelände des ehemaligen VFB-Stadium in Donnerschwee auf. „Das lag unweit von meinem Elternhaus. Dort wurde in den Neunzigern, Anfang der Zweitausender wild gesprüht, das war sozusagen Oldenburgs größte legale Fläche für Graffiti.“ An diesem Ort konnte der noch sehr junge Renke Kontakte zu Oldenburgs Graffitiszene herstellen. „Ich habe mich dann über verschiedene Bücher und Bildbände mit dem Medium Graffiti vertraut gemacht. Mein erstes Graffiti mit der Sprühdose kreierte ich im zarten Alter von elf Jahren.“ Für den Selbstständigen ist im Allgemeinen die Unterscheidung zwischen der beruflichen Arbeit und seinem Schaffen als privater Sprüher wichtig. „Das was ich jetzt beruflich mache, ist eine künstlerische Dienstleistung, die erst einmal mit dem Graffiti als solches, was ich als privater Sprüher betreibe, nichts zu tun hat.” Natürlich beeinflusst das Eine das Andere. „Als gelernter Mediengestalter und selbstständiger Künstler versuche ich bestimmte Konzepte und Wandgestaltungsideen für ein Unternehmen oder eben für eine Privatperson umzusetzen.“ Ein weiteres, wichtiges Standbein für Renke Harms stellt seine Arbeit im Verein „Probierwerk“ dar, der seit 2011 besteht. „Dieser Verein hat dazu beigetragen, dass sich für mich eine Schnittstelle zur Öffentlichkeit herausbildete. Darüber sind erste, kleinere Auftragsarbeiten entstanden.“ Während der Verein in der Vergangenheit seine Wirkungsstätte jeweils auf dem Famila Wechloy- und später auf dem Kasernengelände Donnerschwee bezog - wo künstlerische Aktionen sowie Jam- und Rapsessions stattfanden - sucht dieser jetzt dringend eine neue, kreative Bleibe. „Wir sind seit zwei Jahren dringend auf der Suche nach einer neuen Räumlichkeit, in der gesprüht werden darf und die entsprechende Lüftung vorhanden ist. Wir sind über alle Hinweise und Ideen dankbar.“ Diese Problematik der Raumsuche bezieht Renke Harms auch auf die Stadt im Allgemeinen. „In Oldenburg fehlen nach wie vor Möglichkeitsräume - wie zum Beispiel ein offenes Atelier - die  Menschen jederzeit nutzen können. Dazu bedarf es natürlich Leute, die sich für dieses Themenfeld engagieren und es vorantreiben.“ Die jüngste Aktion, die übrigens aus dem Vereinsumfeld des Probierwerkes hervorgegangen ist, ist das Langzeitprojekt der so genannten „Brückenkunst“.  „Diese Aktion liegt einem Konzeptpapier zu Grunde, das in Zusammenarbeit mit der Stadt Oldenburg, dem Präventionsrat, dem Aktionskreis Graffiti Kultur Oldenburg und mit mir entstanden ist. Es beinhaltet einen Flächenkatalog von diversen Wandflächen in Oldenburg, die  als legale Fläche für Graffiti genutzt werden könnten.    

Text und Foto: Dana Hubrich

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