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MoX - Veranstaltungsjournal
„Imagination als Grundvoraussetzung“
Michel Bürgel, Student und Spielefan26.07.2018

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />„Imagination als Grundvoraussetzung“<br />Michel Bürgel, Student und Spielefan

In Michel Bürgels dunkelbraunen Haaren blitzen blonde Strähnen auf. Auf seinem T-Shirt ist die Figurenriege aus der beliebten und populären Zeichentrick-Serie „The Simpsons“ zu sehen. Spielerisch geht es nicht nur auf seinem Haarschopf und auf seinem T-Shirt zu. Zu Michel Bürgels großen Hobbies zählt allgemein das, was für gewöhnlich als „Gesellschaftsspiele” bezeichnet wird. Doch wenn das jetzt die Leser*innen an einfache Brettspiele denken lässt, ist dieser Gedanke weit gefehlt. Da wäre zum einen das so genannte „Pen&Paper“-Rollenspiel. Alles was man bei diesem Spiel vor sich liegen hat, beschränkt sich auf ein Blatt Papier. Darauf sind alle wichtigen Details wie die integrierten Charaktere und die Handlung vermerkt. „Dieses Spiel eröffnet eine Welt, in der man sich in verschiedene Szenarien imaginiert“ erklärt Michel Bürgel bedeutungsvoll. „Und das kann sowohl alleine als auch in einer größeren Gruppe geschehen.” Solche P&P-Spiele benötigen viel Vorbereitungszeit. Die geschilderten Szenarien beruhen entweder auf der Idee des auserkorenen Spielleiters oder es wird auf vorgefertigte Szenarien zurückgegriffen. „In diesem P&P-Rollenspiel existieren verschiedene Systeme, man könnte auch von Spielwelten sprechen. Diese wiederum besitzen etliche Regelwerke. Oftmals spielen sich die Handlungen in „mittelalterlich“ angehauchten Fantasy-Welten ab, aber nicht nur. Eine große P&P Spielwelt wäre zum Beispiel ‚Shadowrun‘; eine gekreuzte Spielwelt aus Zukunftsdystopie und phantastischen Elementen.“ Vor genau zwei Jahren landete der Spielefan Michel Bürgel in Oldenburg. Zunächst schaute sich der angehende Masterstudent erst einmal nach Angeboten für sein Hobby um. „Oft bieten bestimmte Geschäfte Räume für Gesellschaftsspiele an. Solche Läden sind darüber hinaus voll von pop- und subkulturellen Referenzen, sodass man sich als Szeneangehöriger beziehungsweise Fan sofort heimisch fühlt. Das generiert von vorneherein eine tolle Atmosphäre.“ Als Grundvorrausetzung nennt der gebürtige Nordrheinwestfale die eigene Vorstellungskraft. „Ohne die geht gar nichts“, wie er ausdrücklich betont. Er selbst spielt Gesellschaft-und Rollenspiele seit seinem zwölften Lebensjahr. Wenn er es einrichten kann, besucht er einmal pro Jahr eine Spielemesse in Essen in Nordrheinwestfalen. Tatsächlich gibt es auch in Oldenburg diverse Angebote für Spielfreudige. Vor allem ist das, wie Michel Bürgel herausgefunden hat, eine Frage der persönlichen Netzwerke. „Gerade von der Uni und den verschiedenen Fachschaften geht viel aus. Mindestens einmal pro Monat werden zahlreiche Spiele angeboten. Wie zum Beispiel das Gesellschaftspiel ‚Werwolf‘.“ In diesem Spiel werden zumeist mehrere Spieler in zwei Parteien eingeteilt, in Werwölfe und Dorfbewohner. „Die Werwölfe haben einen unstillbaren Appetit. In jeder Spielrunde wird einer der Dorfbewohner von ihnen gefressen. Der Clou an dem ganzen Spiel ist, dass nur die Werwölfe sich untereinander kennen und die Dorfbewohner keine Ahnung haben, wer überhaupt auf ihrer Seite steht oder wer so ein gefräßiger Werwolf sein könnte.“ Solch ein Spielgelage kann sich schon einmal bis zu zwei Stunden ausdehnen, je nachdem welche Rolle man übernimmt, triumphiert man über die langatmige Spieldauer. „Wenn man ein Werwolf ist, freut man sich für gewöhnlich. Es macht halt Spaß, den Bösen zu spielen, als Werwolf bist du ja auch in einer privilegierten Position“, wie Michel Bürgel schmunzelnd zu Protokoll gibt. Gerade das Zusammenkommen mit (noch) unbekannten Personen listet Michel Bürgel als Vorteil von Spielen auf. Heutzutage spricht man in diesem Zusammenhang gerne von – ganz postmodern - „socializing“: „Wenn man sich am Anfang noch nicht kennt, befindet man sich durch solch ein Spiel wie Werwolf in einem geschlossenen System. Durch das Spielen kommt man mit den anderen Menschen in Berührung.“  Vor allem schätzt Michel Bürgel die Abwechslung von alltäglichen, routinierten Abläufen. „Man sitzt halt nicht, wie so oft heutzutage, vor einem Bildschirm. Bildschirme umgeben uns alltäglich, egal ob Smartphone, Laptop, PCs oder Fernseher.  Bei einem Spiel mit anderen Menschen an einem Tisch zu sitzen, ist eben eine analoge Sache.“

Text und Foto: Dana Hubrich

Foto:
Sonne am Marktplatz

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