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MoX - Veranstaltungsjournal
Ein hohes Arbeitspensum
Torben Gehle, Assistenzarzt10.04.2018

<i>MoX - Veranstaltungsjournal</i><br />Ein hohes Arbeitspensum<br />Torben Gehle, Assistenzarzt

Eine leichte Müdigkeit sieht man Torben Gehles Gesicht noch an. Der Assistenzarzt hat einen Nachtdienst auf der Intensivstation hinter sich und ist gerade, am späten Nachmittag, aufgestanden. Nun nimmt er in seinem hellen, fast nur in Weiß gehaltenen Wohnzimmer Platz, um noch den Rest des Tages wahrnehmen zu können. So einen Arbeitsalltag sollte man schon bewerkstelligen und aushalten können. „Es schlaucht schon, aber es macht mir nach wie vor auch Spaß. Es mag überraschend klingen, aber gerade das Arbeiten in der Nacht läuft ruhiger und deswegen entspannter ab. In der Regel hält sich der Trubel dann in Grenzen.“ Als Assistenzarzt befindet sich Torben Gehle noch im Weiterbildungsstatus, genauer gesagt in einer Facharztausbildung.  „In dieser Ausbildung muss ich eine Art von Katalog abarbeiten, dessen Vorgaben von der Ärztekammer festgelegt werden. Nach Abschluss der fünfjährigen Ausbildung wäre ich Internist, also ein Facharzt für die innere Medizin.“ Als Assistenzarzt ist er einem Oberarzt unterstellt, der ihm, wie auch die anderen Kollegen, beratend zur Seite steht. In seinem Tätigkeitsbereich behandelt er ausschließlich erwachsene Patienten ab 18 Jahren aufwärts. „Der älteste Patient, den ich auf der Station gesehen habe, war 103 Jahre alt“, wie sich Torben Gehle mit einem scheinbar noch immer verblüfften Gesichtsausdruck erinnert. In seinem recht zeitaufwendigen Berufsalltag stehen Überstunden an der Tagesordnung. „Ich habe mindestens zwei Wochenenden im Monat zu arbeiten. Dazu kommen noch die Nachtdienste. Wenn man die hatte, schafft man tagsüber kaum etwas“. Darüber muss Torben Gehle aber eher lachen. Denn die erste schwierige Zeit der Facharztausbildung kann er als überstanden ansehen. „In den ersten Wochen fühlt man sich wie „Falschgeld“. Man will ständig jeden Schritt überdenken und fragt sich, ob man womöglich etwas übersehen habe. Wenn aber stets erfahrene Kollegen dabei sind, hilft das schon ungemein, selbst, wenn man kleine Fehler macht. Diese werden von den Kollegen relativ schnell bemerkt. Nach und nach gewöhnt man sich an das zu leistende Arbeitspensum.“ Einen typischen Arbeitsalltag kann es in Torben Gehles Position nicht geben, vor allem sein Arbeitsbereich der Intensivstation bringt noch einige Besonderheiten mit sich. „Hier spielt sich der Alltag noch ein bisschen anders ab als auf den anderen Stationen. Auf denen würde ein relativ geregelter Arbeitsablauf von circa halb 8 bis 16 Uhr von statten gehen, wobei es auch meistens länger gehen könnte. Bei uns auf der Intensivstation haben wir ein Dreischichtsystem, das aus Früh-, Spät- und Nachschicht besteht.“ Am frühen Morgen treffen sich alle Kollegen im Arztzimmer, um die sogenannte Übergabe zu machen. Zu jedem einzelnen Patienten werden die wichtigsten Informationen übermittelt. Nachdem eine Übergabe abgehandelt wurde, begeben sich die Ärzte zu ihren zugeteilten Patienten. „Wir untersuchen dann die Patienten und überprüfen deren jeweilige „Kurve“. Diese zeigt uns die zu verabreichenden Medikamente als auch die verschiedenen Vitalwerte an, zum Beispiel Puls und Blutdruck.“ Bei großen Operationen ist Torben Gehle aber nicht anwesend, diese sind den Chirurgen vorbehalten. „Wir erledigen eher kleinere Eingriffe. Indes erfolgt in einer Notfallsituation durch uns Assistenzärzte auch die Erstversorgung.“ Solche Notfälle, sei es durch einen Herzstillstand, sind auch dafür verantwortlich, dass ein Arbeitsalltag nicht so verläuft, wie er ursprünglich bei der Übergabe geplant wurde. Mit solchen Planänderungen ist Torben Gehle aber vertraut. Immerhin kann er so mehr den Aufgaben nach kommen, die ihm besonders Freude bereiten. „Das praktische, handwerkliche Arbeiten macht mir Spaß, weil ich dann das Gefühl bekomme, etwas Erkennbares gemacht zu haben. In dem Bereich der inneren Medizin, wo ich arbeite, spielt sich Vieles auf der theoretischen Ebene ab.“  Als Ausgleich zu seinem Arbeitsalltag  treibt Torben Gehle viel Sport. „Das ist ganz wichtig für mich, um abschalten zu können. Mittlerweile gehe ich regelmäßig bouldern, im Sommer schwimme ich viel.“ Auf lange Sicht plant der junge Arzt sich selbstständig zu machen. „Wenn man sich niedergelassen hat, muss man nicht mehr so viele Dienste bewerkstelligen. Aktuell möchte ich jedoch noch mehr klinische Erfahrung sammeln.“

Text und Foto: Dana Hubrich

Foto:
Oldenburger Kultursommer

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