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Was gibt’s eigentlich für die jungen Leute...30.04.2026
Text und Fotos: Thea Drexhage
Unterstützung bekommt er von Kollegin Carmen Schöncke und derzeit auch von FSJ’ler Lukas Wudtke. Zusätzlich ist in der Freizeitstätte noch eine halbe Stelle vorgesehen, für welche gerade eine Erzieherin oder ein Erzieher gesucht wird. Und an dieser Stelle beginnen auch die ersten Herausforderungen des Hauses. Zum einen sind 2,5 Stellen sehr knapp bemessen und fordern dem Team einiges ab, zum anderen erweist es sich auch als schwierig, neue Menschen zu finden, die in diesem Rahmen arbeiten möchten, denn ein großer Teil der Arbeit findet in den Nachmittags- und Abendstunden statt. „Dafür braucht es Herzblut“, erklärt Markus Schütte. Das überschaubare Team spiegelt allerdings auch den warmen Charakter der Freizeitstätte wider. Die Räumlichkeiten sind vielleicht kleiner, aber dadurch auch sehr heimelig. Die Kids begegnen sich im offenen Bereich mit Kicker, Billard und Co. oder im sonnigen Innenhof nahe dem Swarte Moor See. Grundsätzlich richtet sich das Haus an junge Menschen bis 27 Jahren. Seit der Pandemie ist es jedoch auffällig, dass einige Altersgruppen fehlen. Die Lockdowns haben dazu geführt, dass die jungen Leute sich andere Beschäftigungen gesucht haben und Orte wie Freizeitstätten nicht mehr wirklich auf dem Radar liegen. So schwanken auch die Besucherzahlen, die sich vor Corona immer gut abschätzen ließen, merkbar. So frage man sich an einigen Tagen, ob ein Reisebus vor der Freizeitstätte abgeladen wurde, während an anderen deutlich weniger los ist, das bedeutet jedoch nicht, dass es nichts zu tun gäbe. Die Jugendlichen können sich neben dem offenen Angebot auf vielfältige Weise kreativ ausprobieren. Eine Besonderheit in Ofenerdiek dürften dabei die Graffitiwände im Innenhof sein. „Wenn es gut läuft, haben wir Übungsleiter, die kommen und den Kindern das zeigen. Allerdings hängt das immer mit Verfügbarkeiten zusammen, so ist das Angebot mal weniger, mal mehr betreut“, so Schütte. Dabei geht es aber nicht nur um das wilde Gestalten von Wänden, sondern auch ein wenig um Prävention. Neben Übungen auf dem Papier, die dazu dienen, die eigene Handschrift zu finden, werden auch Grundsätze vermittelt und kommuniziert, dass nur legale Flächen besprüht werden dürfen. Hinzu kommt ein großer Werk- und Kreativraum, in welchem sich die Kids mit allen möglichen Gestaltungsmedien austoben können. „Die Werkstatt ist immer am eskalieren. Da machen die Tassendruck, alles Mögliche, was die Palette hergibt.
Das ist vor allem Carmens Bereich“, so Schütte. Dieser grenzt an ein besonderes Herzstück des Hauses an: dem Raum für die Kleinen, gepolstert mit Matten und Kissen. Schon oft gab es die Überlegung, diesen für andere Ideen zu nutzen, so würde sich das Team beispielsweise einen größeren Küchenbereich wünschen, um auch dort breitere Angebote aufzustellen, doch immer wieder kommen Einwände der Besuchenden, dass diese ihre ersten Erinnerungen an die Freizeitstätte mit diesem „Toberaum“ verbinden. Am anderen Ende der Einrichtung wartet hingegen High Tech. Computer und 3D-Drucker laden dazu ein, andere kreative Denkweisen zu fördern. Hinzu kommt hier ein weiteres analoges Medium: Lego bzw. Klemmbausteine. Diese erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit, sodass gemeinsam mit der Stadtteilbibliothek ein Projekt ins Leben gerufen wurde, welches Literatur und Klemmbausteine verbindet. So werden regelmäßig Klemmbausteinmodelle zu literarischen Vorgaben entwickelt und in Vitrinen in Bibliothek und Freizeitstätte ausgestellt. Die Vernetzung mit anderen Akteuren im Stadtteil ist ein ganz wichtiger Punkt in der Arbeit der Freizeitstätte: Bürgerverein, Arbeitsgemeinschaft Ofenerdieker Vereine (AGM) oder das neue Bürgerhaus. Hinzu kommt auch die Unterstützung durch den Förderverein, der zum Teil aus ehemaligen Besucher*innen besteht, die zum einen versuchen, mit der Einrichtung verbunden zu bleiben und zum anderen etwas zurückzugeben – ein großes Lob für die Arbeit vor Ort. „Wir haben vor einiger Zeit mal eine Umfrage gemacht zu verschiedenen Themen und dabei ist ein Satz hängen geblieben: Es ist wie ein zweites Zuhause. Da geht einem natürlich das Herz auf. Die wissen, hier sind Leute, wo sie ihre Probleme und Sorgen außerhalb des Elternhauses loswerden können“, so der Leiter. Der Förderverein ermöglicht unter anderem verschiedene Exkursionen, ob nun Kanutour oder Ostseebesuch. „Das ist aber auch ganz schön schwierig geworden. Die Kinder überhaupt zu motivieren etwas Neues wie eine Kanutour auszuprobieren. Da kommen dann fragen wie: Wie lange dauert das? Werde ich nass? Habe ich Handyempfang?“, lacht Markus Schütte. Und wenn keine eigenen Ideen oder Wünsche kommen, ist es die Herausforderung des Teams, immer etwas tiefer zu bohren und auch mal den ein oder anderen Schubs zu geben – irgendwas findet sich am Ende immer!
(Lust in der Freizeitstätte zu arbeiten? Das Stellengesuch findet sich auf www.karriere.oldenburg.de)
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