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Vegan, schwanger und dann?13.06.2023



Text und Foto: Thea Drexhage

Das kann bei vielen Frauen zu großer Verunsicherung führen. Dafür gibt es aber keinen Grund, wenn es nach Nora Diekmeyer geht. Die Oldenburgerin fragte sich vor einigen Jahren beim Anblick der Kühe hinter ihrem Haus selbst, warum wir diese oder ihre Beiprodukte eigentlich essen, obwohl sie doch so niedlich sind. Gleichzeitig kamen aber auch die Bedenken, ob eine vegane Ernährung überhaupt gesund sei, schließlich ist sie im sehr ländlichen Raum aufgewachsen, wo Fleisch eindeutig zu einem ausgewogenen Ernährungsplan gehörte. Neben ihrem Marketingjob entschied sie sich also, eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin zu machen, für sich selbst, um Zusammenhänge zu verstehen. Bei der ersten Ausbildung kam der vegane Teil allerdings deutlich zu kurz, sodass sie noch eine zweite Fernausbildung nachlegte. „Dabei habe ich schnell festgestellt, dass Frauen die vegan leben und schwanger sind sofort in ihrem Umfeld in der Kritik stehen.“, erzählt sie. Also entschied sie sich vor zwei Jahren, ihr Wissen an eben diese weiterzugeben, kündigte ihren sicheren Job und begab sich in die Selbstständigkeit für vegane Ernährungsberatung in der Zeit der Schwangerschaft. „Viele Frauen kommen bereits vor der Schwangerschaft zu mir, weil sie einen Kinderwunsch haben. Das finde ich toll und kann viele Ängste nehmen. Wie auch bei Mischköstlicher Ernährung gibt es eine Lebensmittelpyramide, und wenn man bunt aus allen Gruppen ist, ist man, bis auf Vitamin B12, welches Tieren auch nur zugefüttert bekommen, gut versorgt. Natürlich muss man immer individuell schauen, was man eventuell noch supplementieren muss.“, erklärt sie. Der Körper verlange Nährstoffe, ob diese pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind, sei ihm am Ende egal. So kann das Eisen aus dem Steak oder das Calcium aus der Milch genauso gut in Linsen und Nüssen gefunden werden, um nur einige der Argumente der Kritiker*innen zu entkräften. Ihr Angebot, das online überregional verfügbar ist, wird dabei sehr gut angenommen, sodass sich Nora Diekmeyer ganz neuen Herausforderungen gegenübergestellt sieht. „Mein Mann ärgert sich manchmal, dass ich zu oft das Handy in der Hand habe. Ich mag zwar die Flexibilität, die die Selbstständigkeit mit sich bringt, aber ich muss auch einen ganz neuen Tagesablauf und eine ganz neue Routine finden. Auch am Wochenende lässt mich die Arbeit nie ganz los.“, gesteht sie. Dabei belastet sie der Gedanke: „Was ich nicht mache, macht niemand.“. Da muss Abhilfe geschaffen werden. Aktuell sorgt dafür eine rumänische Straßenhündin, die Nora Diekmeyer und ihr Mann mit sechs Monaten aufgenommen haben und die noch einiges zu lernen hat. Auch Sport, Yoga und Meditation stehen auf dem Programm, sofern die Zeit es zulässt. Aber im Hinterkopf schwingt gleichzeitig immer der Gedanke mit, ihre Arbeit noch auszuweiten. So hofft sie in Zukunft eine Mitarbeiterin für das Marketing, was sie ja eigentlich gelernt hat, einstellen zu können, um sich noch mehr auf die Beratungen zu konzentrieren. Dabei ist es ihr wichtig, mit Frauen zusammenzuarbeiten, um sich gegenseitig zu supporten: „Für Fotos arbeite ich mit einer Fotografin zusammen, für meine Website mit einer Grafikerin. Da möchte ich mich gern weiter vernetzen.“ Dass ihr eigener Weg nach der Schule ins Marketing führen sollte, war erst gar nicht geplant. „Ich war eine gute Schülerin, aber hatte gar keine Vorstellung. Klar, als ich klein war, wollte ich Tierärztin werden, aber da man die Tiere dann auch aufschneiden muss, habe ich das verworfen. Ein BWL-Studium schien dann viele Türen zu öffnen.“, so Diekmeyer.

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