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„Wenn mir langweilig wird, mache ich den Job falsch“
Jonas Rühl leitet den Propeller18.11.2022



Text und Foto: Thea Drexhage
Der 35-jährige hat in seinem Leben schon einige Jobs und Stationen durchlaufen, aber fühlt sich in seiner noch recht neuen Position bereits angekommen. „Meine Arbeit hier ist sehr weit gefasst, das ist es, was mich so begeistert.“, schwärmt er. Neben organisatorischen Angelegenheiten, von der Planung von neuen Angeboten oder Ausflügen, über Teambesprechungen, Fördermittelbeantragungen und Investitionsplanungen, ist es vor allem der Kontakt und die unterstützende Arbeit für die Menschen, welche die Angebote des Propeller wahrnehmen, die Jonas Rühl begeistert. Schon während seiner Masterarbeit im Studiengang der Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Rehabilitationspädagogik begann er, für die Zentegra gGmbH, zu welcher unter anderem der Propeller gehört, zu arbeiten. Damals noch in der Rehaklinik für psychische Erkrankungen, wo er erste Kontakte zu Menschen, die beispielsweise unter Depressionen oder Psychosen leiden, sammelte. Auch wenn diese Arbeit eine erfüllende für Jonas Rühl war, gefällt es ihm in seiner neuen Position noch etwas besser. „Der Propeller ist in seiner Struktur viel freier. Die Menschen kommen hier nicht mit so einem festen Ziel her. Es ist in erster Linie ein Ort der Begegnung, der jedem, der Hilfe oder Kontakte sucht, ohne Papierkram oder Anmeldung offen steht.“, erklärt er. Dass er anderen Menschen im sozialen Rahmen helfen möchte, wusste Jonas Rühl schon, als er sich in jungen Jahren mit 16 für eine Ausbildung zum Erzieher entschieden hat. „Ich selbst habe Tourette und unter anderem dadurch in meiner Jugend schon gelernt, wie wichtig es ist, dass gute, pädagogische Arbeit geleistet wird – sowohl in der Schule, als auch im Freizeitbereich. Für mich war immer klar, dass ich da ansetzen möchte, wo ich das Gefühl hatte, dass ich mehr Unterstützung benötigt hätte.“, so Rühl. So arbeitete er erst mit Kindern in der Kita und dem Hort und zwischenzeitig sogar mit Schwer- und Mehrfachbehinderten, bevor es ihn über den AStA zu Zentegra verschlug. „Das sind alles Bereiche, die Spaß gemacht haben, aber die Arbeit mit den Erwachsenen hier, wo es viel mehr um Alltagshilfen und unterstützende Tätigkeiten statt beispielsweise der primären Erziehung geht, gibt mir das Gefühl, authentischer arbeiten zu können.“ Hier kann Jonas Rühl außerdem seine eigenen Erfahrungen und Verarbeitungsmechanismen einbringen. Während der Oldenburger seine Freizeit mit vielerlei Dingen, von Sport bis zum Kochen für sich und seine Freundin, verbringt, sind es vor allem die kreativen Bereiche wie das Musizieren und das Schreiben, die ihm helfen, mit seiner eigenen Erkrankung umzugehen. „Deshalb war es mir so wichtig, hier auch eine Schreibwerkstatt zu etablieren.“, erklärt er. Das ist aber längst nicht alles. Daniel Rühl hat noch viele Pläne für den Propeller. Hauptziel dabei ist es immer, das Thema der geistigen Erkrankungen im Alltag zu entstigmatisieren und auch junge Menschen auf die Einrichtung, mit Mitteln wie dem Instagram Kanal, aufmerksam zu machen und einen sicheren Raum für einen ungezwungenen Austausch zu bieten. Zwar haben die meisten Menschen mittlerweile in irgendeiner Form Berührung mit Depressionen gehabt, aber zahlreiche weitere geistige Erkrankungen sind noch immer so mit Vorurteilen behaftet, dass es weiterer Aufklärung bedarf.

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