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Zwischen Tradition und Innovation
Junges Staatstheater stellt Pläne für die Saison vor16.10.2022



Das Oldenburgische Staatstheater präsentiert mit seinem diesjährigen Herbstprogramm bekannte Formate und spannende Neuerungen in der jungen Theatersparte, welche mittlerweile auf acht Mitarbeiter angewachsen ist. Größtes Ziel dabei, da sind sich alle Mitwirkenden einig, ist es, jungen Menschen, egal aus welchen kulturellen, familiären oder sozialen Umfeldern, das Theater nahezubringen. Über die Kooperationen mit Schulen kann so (Mitmach-)Theater für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden – wie wichtig das ist, zeigt die große Nachfrage an den Theaterclubs, deren Plätze längst nicht mehr für alle Anfragen ausreichen. Matthias Grön, Leiter des Jungen Staatstheaters behauptet dabei stolz: „Die Schulkontakte sind wichtig, da Kultur zuhause vielleicht nicht gelebt wird. Kaum ein junger Mensch in Oldenburg kann sagen, dass er noch nicht in diesem Theater war.“
Neben den Theaterclubs, der Musikvermittlung und den Vorführungen für Schulklassen allen Alters wird es in diesem Jahr mit dem Technical Ballroom ein gänzlich neues und futuristisch anmutendes Format geben, dass sich an die Digital Natives, also die Generation, die mit dem Gebrauch modernster Technik aufwächst, richtet. Dieses Projekt wird, weil es einmal und das erste seiner Art ist, von der Kulturstiftung des Bundes gefördert.Spätestens seit der Pandemie muss sich auch das klassische Theater mit der Digitalisierung beschäftigen und überlegen, wie Inhalte in den virtuellen Raum übertragen werden können – einen Spagat zwischen dem physischen Theater und digitalen Inhalten soll dabei im Technical Ballroom geschaffen werden. Dafür wird ein Raum der Exerzierhalle mit zahlreichen großformatigen Monitoren versehen, auf welche während der Vorführung verschiedene Inhalte übertragen werden können. Das Publikum, ausgestattet mit Tablets, kann sich dabei aktiv an der Gestaltung der Stücke beteiligen. Bisher sind vier verschiedene Aufführungen geplant, die sich neben den technischen Möglichkeiten der neuen Spielstätte auch mit Problematiken der neuen digitalen Welt befassen. Während in „Offline“ das Publikum zu Detektiven wird und sich auf eine halb physische, halb digitale Schnitzeljagd durch Oldenburg begibt, wird in „Die Tagesschau“ die Problematik von Deepfakes, also der Verfälschung von Video- bzw. Nachrichtenmaterial, auf praktische Art dargestellt. In einer modernen Adaption von Vivaldis Vier Jahreszeiten wird derweil das inhaltlich veraltete Material des klassischen Komponisten mit Hilfe von Scientist Rebellion auf die klimatischen Veränderungen der Neuzeit angepasst. Bei so vielen Neuerungen, gerade in Bezug auf technische Mittel, ist viel Raum für technische Probleme und Störungen, gerade, weil dieses Format gänzlich neu in der Theaterwelt zu sein scheint. Kevin Barz, künstlerischer Leiter dieses Vorhabens, zeigt sich gelassen: „Ich bin ganz stolz darauf, dass sich Oldenburg hier als Vorreiter präsentiert. Wir stehen ganz eng im Austausch mit der Wissenschaft. Wir sind da an allererster Front und es werden eine Menge Kinderkrankheiten auf uns zukommen und jede Woche kommt ein Anruf, wo etwas nicht funktioniert, aber wir bauen mehrere Sicherheitssysteme ein. Sollte jedoch der Strom ausfallen, haben wir ein Problem. Dann spielen wir eben ganz analog bei Kerzenlicht, aber vor den dunklen schwarzen Monitoren ist das dann ja auch schon wieder eine Aussage.“ Antonio Planelles, Leiter der Musikvermittlung, fasst diese Entwicklung wie folgt zusammen: „Theater hat die Aufgabe, das Erbe zu erhalten und die neuen Bedürfnisse der Gesellschaft zu bedienen.“  
Während die Theaterclubs mittlerweile übervoll belegt sind, gibt es trotzdem noch gute Nachrichten für alle, die sich am Theatergeschehen beteiligen wollen. So gibt es in den Herbstferien zwei Workshops, in welchen aktiv über Inhalte für die kommende Spielsaison geforscht werden kann, um herauszufinden, was die jungen Menschen interessiert und bewegt. So wird in der niederdeutschen Sparte längst nicht nur Plattdeutsch in die Aufführungen gestreut, sondern auch Türkisch oder Persisch, sodass viele junge Menschen, egal welcher Herkunft, einen Bezug zu den Stücken aufbauen können. Aber auch für Erwachsene hat das junge Staatstheater einiges zu bieten!

Text und Foto: Thea Drexhage

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