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Bei ihr dreht sich alles um Sprache24.03.2022

Bei ihr dreht sich alles um Sprache

Text und Foto:Thea Drexhage
Schon früh in ihrer Jugend begann sie, eigene Texte zu schreiben, noch nicht wirklich für die Bühne ausgelegt, doch mit der Erfahrung kam der Feinschliff. Während ihres Lehramtsstudiums für Deutsch und Anglistik in Osnabrück tauchte sie dort in die lebendige Poetry-Slam Szene ein, lernte von Kolleg*innen und erarbeitete sich nach und nach einen Namen, der sie auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machte. Neben ihrem Hauptberuf als Lehrerin trat die 38-jährige bei zahlreichen Slams auf, von Metal-Festival bis Kleinkunstbühne. Dabei führte der Weg auch nach New York, in das unter Slammer*innen sagenumwobene „Nuyoricans Poets Café“. Für Blanke eine ganz besondere Erfahrung. „Sobald ich in Amerika bin, switche ich zu einer anderen Annika um. Auch meine Sprache ändert sich. Es ist sehr rhythmisch und wortspiellastig. Dort kommt das theatralische in mir raus. In Deutschland bin ich eher so die hibbelige Frau mit dem bitterbösen, satirischen Humor. In den USA passiert alles mehr ‚In The Moment‘.“ Mit der Sprache tanzt Blanke auf zahlreichen Hochzeiten und ist nicht nur bei klassischen Poetry Slams aufzufinden. In den vergangenen Jahren veröffentlichte sie mehrere Bücher im Lektora Verlag oder ist als Moderatorin und Diskurspartnerin bei Vorträgen und Diskussionen dabei. Unter anderem mit Rapperin Sookee im Theater wrede+ 2019. Beide verbindet dabei unter anderem, als Frau in einem noch immer sehr von Männern dominierten Kulturfeld zu arbeiten. „Lustig oder nicht lustig hat meines Erachtens nichts mit dem Geschlecht zu tun, aber wenn wir schon die Diskussion öffnen, denke ich, dass Frauen es schwerer haben. Oft werden nur wenige Frauen zu Veranstaltungen eingeladen und wenn dann lustige Frauen irgendwo eingeladen werden, dann müssen sie auf der Bühne darüber reden, wie es ist, als lustige Frau aufzutreten. Dabei kann man doch über alles reden, worauf man Lust hat!“, betont Annika Blanke. Aus diesem Grund umfasst die Bucket List der Slammerin auch noch die Eroberung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. „Darauf habe ich total Bock. Ich finde die Frauenquote dort immer noch erschreckend niedrig.“, sagt sie. Erste Erfahrungen im SWR und SR konnte sie in der Vergangenheit schon sammeln. Neben ihren Lesebühnen „Metrophobia“ und „Dames Blonde“ bringt sich Annika Blanke noch tiefer in die lokale Kulturszene ein, so ist sie seit neuestem Botschafterin für die Kulturtafel. „Bei der Veranstaltung mit Sookee lernte ich Frau Urfels, die Geschäftsführerin kennen. Kürzlich fragte sie mich, ob ich nicht Botschafterin werden wolle.“ Die Arbeit der Kulturtafel, die Menschen unter der Armutsgrenze niedrigschwelligen Zugang zu kulturellen Ereignissen ermöglicht, liegt Blanke dabei sehr am Herzen, vor allem in Hinblick auf die Jüngeren. „Wenn du nicht schon im jungen Alter mit Kultur in Berührung kommst, dann kann es dazu führen, dass du nie einen Zugang dazu bekommst. Kultur wird dann ein Klassending. Das finde ich ganz schlimm.“ Annika Blanke freut sich über ihre neue Rolle und darauf, mehr Aufmerksamkeit auf die Arbeit der Kulturtafel zu lenken. Aktuell plant sie außerdem die Benefizveranstaltung „Wir ziehen in den Frieden“ am 6.4. im Unikum zu Gunsten der Ukraine.

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