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Alicja Ewert bringt Farbe in die Lindenstraße. ...mit modernen Taschen für alle08.03.2022



Text und Foto: Thea Drexhage
Nach der Geburt ihrer Kinder absolvierte Alicja Ewert eine Ausbildung zur Schneiderin. Ihr Weg führte die Alleinerziehende mit ihren drei Kindern danach über Berlin und Bremen nach Oldenburg. „Ich liebe die Stadt, die ist meine Heimat geworden.“, schwärmt sie. Doch bis sie 2012 ihren kleinen Laden eröffnen konnte, ist viel passiert. Als Schneiderin arbeitete sie bei zwei Firmen, was ihrer Kreativität auf Dauer nicht wirklich gut getan hat. Dennoch kamen ihr Währenddessen schon die ersten Ideen für ihre besonderen Taschen mit „Wexeldeckel“, die das Design der Taschen zu jedem Anlass anpassbar machen und auch individuelle Kundenwünsche zulassen. Also meldete Alicja Ewert ein Patent für den Markennamen „idea4tex“ an, nur ein passender Laden, der musste noch her. Während der Wartezeit arbeitete sie zur Überbrückung als Altenpflegerin, übernahm Nachtschichten in einer Tankstelle und eröffnete außerdem das Boarding House in der Lindenstraße. Der Gedanke an die Taschen rückte erst einmal in den Hintergrund, bis schließlich der Laden gegenüber des Boarding House frei wurde. „Der Vermieter wusste, dass ich nach einem Objekt suchte. Als wir uns an einem Samstag draußen begegneten, besiegelten wir die Sache direkt mit einem Handschlag.“, erzählt sie. Das ist nun fast zehn Jahre her und ihre Leidenschaft für das Nähen und Entwickeln von Taschen brennt noch immer. Dabei setzt sie auf robuste Materialien wie Cordura, Wollfilz, einen veganen, natürlichen Nesselstoff und LKW-Planen, die auch dem nassen, norddeutschen Wetter standhalten können. Doch eine gute Tasche macht nicht nur das Material aus, sondern auch die durchdachte Konstruktion. „Bei Taschen muss man ein gutes räumliches Verständnis haben. Das ist wie bei Architekten. Man kann das Haus nicht von außen bauen und dann schauen, was Innen noch fehlt. Man muss Innen anfangen und sich nach außen Arbeiten.“, erklärt Alicja Ewert. Bei all der Liebe zu ihrem Produkt schaut sie besorgt auf die Entwicklungen des Textilmarkts. Taschen für unter 20 Euro bei Discountern die unter Ausbeutung von Arbeitskräften und der Verwendung minderwertiger, wenn nicht sogar giftiger Materialen, gefertigt werden, bereiten der Oldenburgerin Bauchschmerzen. Zum Glück wissen die meisten ihrer Kund*innen die Qualität ihrer Produkte zu schätzen. „Manchmal kommen die Kunden nach einiger Zeit wieder und freuen sich noch immer über ihre Taschen, das bestätigt mein Gefühl, dass ich mit meinen Ideen genau richtig liege.“, gesteht sie. Ebenfalls Freude bereitet Alicja Ewert ihr kleiner Garten. Durch das Boarding House und die Gäste muss die Schneiderin die meiste Zeit vor Ort sein, da sie beide Unternehmen allein stemmen muss. IN ihrem Garten hat sie sich daher ein blühendes Paradies geschaffen, in dem sie ihre Freizeit verbringen kann, wenn sie nicht gerade an neuen Designs tüftelt. Freudig schaut Alicja Ewert auf das zunehmend sonnige Wetter und die darauf schon bald folgende Blütenpracht. Vor allem Rosen haben es ihr angetan. „Ich habe hier am Tor zur Straße diesen wunderschönen Rosenbogen. Viele Nachbarn warten jedes Jahr darauf, dass er blüht, um ihn dann zu bewundern.“

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