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Schwammstadt?12.11.2020



Text: Christoph Kienemann
Foto: Rüdiger schön

Mal regnet es zu wenig, dann wieder viel zu viel. In Oldenburg und auch im ganzen Land kommt es immer öfter zu extremen Niederschlagsereignissen. Für Menschen, Gebäude und Einrichtungen sind Letztere eine große Herausforderung. In Oldenburg führte Starkregen bereits zu Überflutungen. Im Bereich der Alexanderstraße soll eine Verkehrslenkung den Verkehrsteilnehmer*innen im Falle eines Starkregens eine geänderte Straßenführung anbieten. Im Stadtrat wurden im Rahmen des Leitantrages der *for Future Bewegung drei Maßnahmen auf den Weg gebracht, die zu einem besseren Wassermanagement in der Stadt führen könnten.
Für eine Umstellung der Dachentwässerung von der Versickerung auf Retention und Verdunstung plädierte der Oldenburger Stadtrat in seiner letzten Sitzung. Unter Retention versteht man einfach gesagt die Rückhaltung des Wassers. Der Vorteil lieg hier in der möglichen Nutzung der Verdunstungskälte für die Stadtkühlung. Dieses Ziel könnte sich mit Flachwasserzonen mit intensiver Schilfbedeckung, die gleichzeitig Habitate für Flora und Fauna bereitstellen, erreichen. Damit sich hier endlich etwas bewegt, soll die Stadtverwaltung bis zum Jahr 2025 erste Pilotprojekte auf ihren eigenen Gebäuden und Flächen starten. Im Anschluss könnten dann auch private Grundstücke in den Fokus geraten.
Eine einfache Möglichkeit für Privatleute, bereits jetzt schon Dachwasser für ihre Zwecke zu nutzen, besteht in unterirdischen Zisternen, in denen Regenwasser gespeichert werden könnte. Mit diesen Reservoiren könnte dann beispielsweise der eigene Garten gegossen werden oder auch die Toilette gespült und die Waschmaschine betrieben werden. Allein für eine Toilettenspülung werden ca 33 Liter benötigt, für einen Durchlauf der Waschmaschine 15 Liter. Hierfür muss kein teures und wertvolles Trinkwasser genutzt werden. Voraussetzung ist allerdings eine Regenwassernutzungsanlage. Auch hier wäre sicherlich eine Förderung wünschenswert.
Ein großes Problem im Umgang mit Wasser in den Städten bleibt derweil die Versiegelung von Flächen. Jeden Tag nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland um 60 Hektar zu. Für die Umwelt hat dieser Prozess teilweise schlimme Auswirkungen. Werden Böden durch Asphalt oder Beton verschlossen, nehmen sie Nährstoffe und Regen nicht mehr auf. Jeden Tag geht auf diese Weise fruchtbarer Boden verloren, zudem wird weniger Regen aufgenommen. Im Rahmen eines internationalen Workshops stellt die Stadt Oldenburg ihre Vorstellungen vor, wie man diesem Problem begegnen könnte. Ulrich Fortmann, Stadtplaner der Stadt Oldenburg, setzt hier auf das Konzept der „Sponge-City“, also Schwammstadt. Dahinter steckt die Idee, die Oberflächen der Stadt stärker als bisher für die Aufnahme und Speicherung von Niederschlagsmengen zu etablieren. Regenwasser soll zur Begrünung und Klimatisierung von Städten genutzt, Grünflächen zu natürlichen Kühlschränken werden. Naturnah gestaltete Regenwasserrückhaltebecken, neue offene Entwässerungsgräben und in Bebauungsplänen festgeschriebene Dachbegrünungen gehören zu den Maßnahmen, die in Oldenburg angewandt werden sollen. Allerdings wäre es sinnvoll, diese nicht nur im neuen Stadtteil Fliegerhorst umzusetzen, sondern in der ganzen Stadt.
Denn wenn weniger Wasser in den Boden gelangt, kann dies auch zu Trinkwassermangel und Dürreschäden führen. Eine Studie der Universität Darmstadt zeigt eine mögliche Lösung für das Problem der Versiegelung. Demnach sollten neue Wohnungen nicht mehr auf unversiegelten Flächen entstehen, sondern den Platz auf Supermarkt- und Parkhausdächern nutzen. Auch dieser Ansatz soll in Oldenburg erprobt werden. Der Rat beauftragte die Verwaltung Flächen vorzuschlagen, die durch Überspannung mit Wohn- oder Geschäftsgebäuden besser in die Höhe genutzt werden können. Bis dahin werden dann aber am Fliegerhorst und in weiteren Baugebieten neue Böden versiegelt werden.

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