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Kreativer Strom28.10.2020



DAF, The Cure oder Sisters of Mercy, Post-Punk erobert Anfang der 80er-Jahre die Welt, dicht gefolgt von Kraut-Rock und New Wave. Wer denkt nicht gerne an diese Zeit zurück, gerade wenn im Radio den ganzen Tag nur Trap läuft. Das Trio Flexibel! aus Oldenburg fühlt sich hingegen pudelwohl in der Musik der Achtziger und drückt ihr einen ganz eigenen Stempel auf. Noch kein Jahr alt, kann die Band schon einen umfangreichen kreativen Output aufweisen und hat nicht vor, ihre Kreativphase einzustellen.

„Letztes Jahr im Sommer fing die Geschichte der Band an, wir haben als Trio geprobt und eigentlich noch einen Bassisten gesucht“, erinnert sich Gitarrist Wolfgang. Wenig später verlässt aber schon Keyboarder Guido die Gruppe und mit Niklas findet die Band einen Ersatz, der zudem auch die Funktion des gesuchten Bassisten einnimmt. „Gleich beim ersten Proben hat es gefunkt und die Chemie passte. Wir machen ja eher experimentelle Sachen, die auch nicht jedermann gefallen“, so Wolfgang. Gleich bei der ersten Probe entstehen erste Songs oder Fragmente. Von Beginn an ist klar, die Bänder laufen bei den Proben mit und immer wieder gibt das Trio über Soundcloud Einblicke in sein Schaffen. Diese Arbeitsweise funktioniert auch deswegen so gut, da Schlagzeuger Olli und Wolfgang schon seit Kindestagen miteinander befreundet sind und seit langem gemeinsam Musik machen. „Die Jungs haben jemanden für New-NDW, Kraut-Rock und Post-Punk gesucht und das passte wie die Faust aufs Auge“, so Niklas. „Also den Begriff New-NDW gibt es ja eigentlich noch gar nicht, es war aber ein Wink hin zu Fehlfarben“, ergänzt Olli. Ein Wink in die Achtziger ist auch der Ansatz, den die Band zu Beginn ihres Schaffens verfolgte: „Erst wollten wir uns an der „Geniale Dilettanten“ Szene orientieren, teilweise hat sich das aber nun gewandelt.“ So veröffentlicht die Band nicht nur ihre musikalischen Schnellschüsse, sondern arbeitet auch daran, die Songs besser auszuarbeiten und diese dann physisch auf CD und Vinyl zu veröffentlichen. So vielfältig und flexibel die Songs des Trios auch sein mögen, eines ist klar, mit dem Blues will man nichts zu tun haben. „Wir sind eben mit Wave und Punk aufgewachsen und Blues ist ein ziemlich ausgelutschtes Ding, das ist nicht unser Ding“, erklärt Olli.
Aktuell hat die Band bereits ihre zweite CD veröffentlicht und das hat auch etwas mit den Umständen der Corona-Epidemie zu tun: „Wir haben ja noch nie als Flexibel! Live gespielt. Würden wir natürlich gerne, aber im Moment ist es für uns spannender, Songs zu veröffentlichen.“ So gibt die Situation der Band viel Freiheit, einfach auszuprobieren und sich abseits des Arbeitsalltages voll in die Kreativität zu stürzen. „Wir müssen uns jetzt keinen Kopf machen, etwas zu promoten, wir können uns einfach austoben.“ Das heißt auch, dass die Band offen für immer neue Einflüsse und Stile bleiben will, ohne sich auf einen speziellen Stil festzulegen. Dabei stechen auf dem Debütalbum „Drei mal Wahnsinn“ auch die Texte heraus. Hier stehen vor allem zwischenmenschliche Beziehungen und die Frage nach dem menschlichen Sein im Mittelpunkt oder auch die Vereinzelung des Menschen in der zunehmend digitalen Gesellschaft. Inspiration für die Texte findet Niklas dabei in seinem Soziologiestudium, das hier quasi eine methodische Grundlage darstellt. Die Musik kontrastiert die Texte, kommt straight und roh daher und erinnert an eine Kraut-Rock-Version der frühen Tocotronic. Mit diesem Mix hat sich die Band mit Sicherheit eine Nische in der Oldenburger Musikszene erspielt, die es in Zukunft weiter auszubauen gilt. Beim bisherigen Output von Flexibel! braucht man sich darüber aber wohl keine Sorgen zu machen.

                                                           Text : Christoph Kienemann

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