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Kreative Umwege25.06.2020



Text und Foto  | Thea Drexhage

Was wird mit den Kindern und Jugendlichen, wenn Schulen, Kindergärten und Freizeitstätten plötzlich schließen müssen? Ein Szenario, das Schauspieler Eike Weinreich, welcher coronabedingt einige Zeit in seiner Heimat Oldenburg verbringen musste, zum Nachdenken brachte. Es muss doch möglich sein, auch ohne Kontakt kreativ zu werden. Die Idee für ein Hörspiel wurde geboren und fand schnell Unterstützung von Kollege Martin Kammer und Nils Naumann, Jugendarbeiter der Freizeitstätte Bürgerfelde.

Schnell fand sich virtuell ein Ensemble von begeisterten jungen Menschen im Alter von 8 bis 26 zusammen, um dieses Projekt, mit Hilfe der Förderungen von der Oldenburgischen Landschaft, der Landessparkasse zu Oldenburg und des Kulturbüros der Stadt Oldenburg, von vorne bis hinten gemeinsam auf die Beine zu stellen. Vorgegeben war nur eine grobe Idee: „Das verschlossene Klassenzimmer“. Ohne sich zu sehen oder sogar zu kennen, haben die 18 Teilnehmer*innen aus den 150 Stammbesucher*innen der Freizeitstätte über digitale Wege mit den Betreuern und miteinander kommuniziert, sich die Figuren ausgedacht und die Handlung aufbauend auf den Ideen der anderen immer weiter gesponnen. Dabei wurde großen Wert darauf gelegt, die besonderen Fähigkeiten der Einzelnen, von Musik bis Technik, zu nutzen und zu fördern. Dabei reichte die Expertise der einzelnen Teilnehmer*innen teilweise so weit, dass auch die Betreuer noch etwas lernen konnten, berichtet Martin Kammer. Doch nicht alles funktioniert über Telefon, Skype, Whatsapp und Co. Um dem selbstgestellten Qualitätsanspruch an das Hörspiel gerecht zu werden, mussten Möglichkeiten her, wie zumindest einzeln professionelle Aufnahmen gemacht werden können. In den Räumlichkeiten der Kunstschule Westkampstraße konnten schließlich an zwei Wochenenden die Szenen des Hörspiels in Einzelaufnahmen eingesprochen werden. Eine Herangehensweise, die beim Anhören des Ergebnisses überrascht. Das Stück wirkt durch den geschickten Schnitt und die Untermalung unterstützender Geräusche und Musik sehr lebendig. Doch nicht nur die Leiter des Projekts sind zufrieden, auch die Mitwirkenden berichten begeistert vom Erlebten. So erzählt der 14-jährige Lukas, dass die Arbeit eine willkommene Ablenkung vom Coronaalltag daheim darstellte. Zwar ist das Hörspiel nun fertig, doch der Kontakt zwischen den Teilnehmer*innen hält in der gemeinsamen Whatsappgruppe laut Eike Weinreich noch immer an. Schließlich muss noch geplant werden, was für die Veröffentlichung noch alles nötig ist. Voraussichtlich wird das Hörspiel für Interessierte auf Soundcloud zugänglich gemacht, doch auch Youtube ist eine Option. Dafür tüfteln die Teilnehmer*innen bereits an begleitenden Bildern zur Story. Dass das Hörspiel schon vor der Veröffentlichung als voller Erfolg zu verbuchen ist, lässt Weinreich immer wieder durchblicken, als er von der tollen Zusammenarbeit berichtet und von Ideen über Multimediaprojekte spricht, die weit über die Krise hinaus reichen sollen. Zum Beispiel ein „Hörspielmusical“, welches die Basis bieten würde, noch viele weitere Talente der Teilnehmenden zu fördern.

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