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Exitstrategie finden
Interview mit Thomas Schulz, Geschäftsführer von „Mit uns kann man reden“07.04.2020

Exitstrategie finden<br />Interview mit Thomas Schulz, Geschäftsführer von „Mit uns kann man reden“

Text: Christoph Kienemann
Foto: Privat

Diabolo: Wie sieht der Alltag während der Corona-Krise aus?
Schulz: Als Familienvater mit 7-jährigen Zwillingen wird einem zumindest nicht langweilig. Aber neben dem Versuch, Homeschooling und Kinderbespaßung mit dem Home-Office in Einklang zu bringen, versuche ich gerade, so viele nützliche und liegengebliebene Dinge, wie möglich zu erledigen.
Diabolo: Was können die Bürger*innen tun, um Unterstützung zu leisten?
Schulz: Wenn Kundinnen und Kunden, die Karten für eine verschobene Veranstaltung haben, nicht ihr Geld zurückfordern würden. Dadurch würde die Liquidität bei den Veranstaltern erhalten bleiben und wir hätten zumindest etwas Puffer und Planungssicherheit. Das ist die direkteste Hilfe für Künstler*Innen, Veranstalter*Innen und alle mit den Veranstaltungen betroffenen Dienstleistern wie z.B. Technikfirmen, Cateringunternehmen und Securityfirmen. Es ist mir klar, dass nicht alle betroffenen Personen am Ersatztermin können. Aber für genau diese Fälle haben wir die Möglichkeit eingerichtet, die bereits gekauften Karten gegen Gutscheine einzutauschen. Das machen auch schon viele unserer Gäste und diese Solidarität freut uns.
Diabolo: Wie sehen Sie die angekündigten Unterstützungsmaßnahmen der Landesregierung?
Schulz: Bis zur vergangenen Woche habe ich die Unterstützungsmaßnahmen der Landesregierung positiv gesehen. Nachdem die NBank auch die Verteilung der Bundesmittel für Soloselbständige und kleinere Unternehmen übernommen hat, zweifele ich doch sehr daran. Vorher hieß es immer, dass man als betroffenes Unternehmen sowohl die Soforthilfe des Landes als auch die Soforthilfe des Bundes in Anspruch nehmen kann. Jetzt ist davon keine Rede mehr, sondern werden bereits beantragte Landesmittel mit den neu zu beantragenden Bundesmitteln verrechnet. Problematisch ist auch der Ausschluss der Lebenshaltungskosten. Ich frage mich da, wie die Soloselbständigen in der Kulturszene ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Ich weiß von Kolleg*innen aus NRW, dass das dort alles viel unkomplizierter lief. Wir haben bislang noch keinen Bewilligungsbescheid erhalten.
Diabolo: Wie kann Kultur unter diesen Bedingungen aufrecht erhalten werden?
Schulz: Durch ganz viel Kreativität und dem Prinzip Hoffnung. Wir alle hoffen, dass 1.) die Beschränkungen nicht noch bis August andauern, sondern wir schon wieder im Mai/Juni oder zumindest ab Juli mit bestimmten Veranstaltungen wieder loslegen dürfen; 2.) die vielen auf den Herbst 2020 und ins Frühjahr 2021 verschobenen Veranstaltungen sich nicht gegenseitig kannibalisieren; und 3.) die Besucher*innen nicht alle so verunsichert sind, dass niemand mehr Karten für die dann stattfindenden Veranstaltungen kauft.
Diabolo: Gibt es einen Plan B, falls die Beschränkungen weiter anhalten?
Schulz:. Noch längere Beschränkungen können für viele Leute im Kulturbetrieb zu einer Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz führen. Insbesondere für nicht öffentlich geförderte Kultureinrichtungen und -veranstalter. Die gerade in Österreich angekündigte Strategie, Veranstaltungen jeglicher Art noch bis Ende Juni zu untersagen, halte ich für katastrophal. Ich würde mir vielmehr eine schrittweise Wiedereinführung von Veranstaltungen ab Mai/Juni wünschen. Das könnte dann ja so aussehen, dass z.B. zunächst Veranstaltungen bis 100 Personen, dann bis 250, bis 500, bis 750, bis 1000, bis 1500 usw. wieder erlaubt sind.

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