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Wieder mehr Leerstand06.02.2020



Text und Fotos | Christoph Kienemann

Das Oldenburger Bahnhofsviertel wandelt weiter sein Gesicht. Nachdem in den letzten Jahren viele alteingesessene Geschäfte und Einrichtungen ihre Räume verlassen haben, stehen zurzeit einige Gewerbeflächen leer. Dabei gibt es im Viertel weiterhin viele Menschen, die Wohn- und Arbeitsraum suchen. Die Ursachen für Leerstände im Gewerbebereich sind vielfältig.

Veränderungen gehören im Bahnhofsviertel zum Alltag dazu. Doch in den letzten Jahren haben in Oldenburgs Kreativviertel nicht nur viele Mieter*innen gewechselt, sondern auch die mit ihnen verbundenen Nutzungen. Wo früher Raum war für Einrichtungen wie die Fliegende Späne, sind nun Wohnungen entstanden. Wo früher Kinos und Shops aus dem Erotikbereich beheimatet waren, finden sich heute Bäckereifilialen oder Spielhallen. Traditionell ist das Bahnhofsviertel auch der Anlaufpunkt für die queere Szene in Oldenburg. Doch bereits seit dem Jahr 2018 steht das Zwitscherstübchen am Bahnhofsplatz leer und verfällt zunehmend. In unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen Kneipe findet sich eine weitere Gewerbefläche, die ebenfalls seit Jahren leer steht. Nach dem Umzug der Firma Max Hering, scheint sich weiterhin niemand für die ehemaligen Verkaufsflächen zu interessieren. Die Immobilie steht zudem zum Verkauf. Auch die Filiale der Kette „Der Bäckerladen“ am Bahnhofsplatz steht seit einigen Monaten leer. Hier sollen Umbaumaßnahmen die Ursache sein, nach deren Abschluss die Filiale wieder eröffnen soll. Geht man ein paar Schritte weiter, stößt man gleich auf die nächste leerstehende Immobilie. Wo bis vor Kurzem noch ein China-Imbiss beheimatet war, herrscht nun die große Leere und von der Gastronomie fehlt jede Spur.
Ist mit dieser Entwicklung nun eine Trendumkehr im Bahnhofsviertel zu verzeichnen? Können diese Flächen vielleicht wieder von der kreativen Szene in Beschlag genommen werden oder sogar zu Wohnraum umgestaltet werden? Fest steht, dass sowohl im Bereich des Bahnhofsviertels als auch im Bereich der erweiterten nördlichen Innenstadt tief greifende Veränderungen anstehen. Der derzeitige Sitz der GVO in der Raiffeisenstraße, der verwaiste City-Center-Oldenburg und weitere Gebäude in der Peterstraße dürften in der Zukunft neue Nutzer*innen erhalten. Im CCO entsteht beispielsweise derzeit ein Co-Working-Space, der für neue Impulse sorgen soll. Die nördliche Innenstadt soll dabei in Zukunft als städtebauliches Sanierungsgebiet ausgewiesen werden. Ob sich hieraus auch Impulse für das Bahnhofsviertel ergeben können, ist derzeit noch nicht absehbar.
Interessent*innen für Räume dürfte es jedenfalls genug geben. Oftmals scheint jedoch die Vermittlung zwischen potenziellen Mieter*innen und Vermieter*innen ein Problem darzustellen. Die städtische Wirtschaftsförderung könnte hier als Vermittlungsinstanz agieren.
Letztere vermittelt im Rahmen des Immobilienservices Informationen und Kontakte zwischen Vermieter*innen und Mieter*innern oder auch Eigentümer*innen und potenziellen Kaufinteressierten von gewerblichen Immobilien. Hierbei geht es nicht um eine Maklertätigkeit, die Aktivitäten beziehen sich nicht nur auf Immobilien in der Innenstadt, sondern auf das gesamte Stadtgebiet. Allerdings nützen alle Anstrengungen nichts, wenn die Eigentümer*innen nicht bereit sind, ihre Immobilien zu vermieten oder zu verkaufen. Die Niederlande betreiben daher ein aktives Leerstandsmanagement, in dessen Rahmen leer stehende Wohnungen, Büros, Fabriken oder auch Schlösser zur Zwischennutzung, an unterschiedliche Nutzer*innen vergeben werden. Die Stadt Amsterdam führte zudem sogenannte Büromarkt-Lotsen ein, die Leerstände bekämpfen sollen. Als letztes Mittel behält es sich die Stadt sogar vor, Mieter*innen auf leerstehende Gebäude zuzuweisen.

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