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Arbeit am Selbst: Wer will noch Kung Fu praktizieren?16.01.2020



Text und Foto  |  Christoph Kienemann

Im Schulentwicklungsplan ist der Erhalt der Förderschulen mit den Schwerpunkten Körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Geistige Entwicklung sowie Emotionale und soziale Entwicklung vorgesehen. Damit soll die Wahlmöglichkeit der Eltern erhalten bleiben. Dieser Wunsch wurde bisher sowohl von Eltern als auch von Teilen der Politik geäußert. Der Erhalt der Förderschulen steht dabei nicht dem Beschluss der niedersächsischen Landesregierung entgegen, die inklusive Schule um Schuljahr 2013/2014 in den Schuljahrgängen 1 und 5 verbindlich einzuführen. Inzwischen wurde die inklusive Schule erweitert und erstreckt sich bis in den Jahrgang 11 der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen. Einzig die Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen läuft in Oldenburg, wie in ganz Niedersachsen aus. In Oldenburg endet die Schule zum Schuljahr 2021/2022. Wie die Stadtverwaltung berichtete, sind die SchülerInnenzahlen an den Förderschulen bisher konstant, bzw. leicht ansteigend, ist die Verwaltung verpflichtet, die verbleibenden Förderschulen zu erhalten. Dennoch soll für alle SchülerInnen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf eine angemessene Lernumgebung geschaffen werden.
Die Verwaltung geht derweil davon aus, dass der Großteil der SchülerInnen, die bisher an der Förderschule Lernen angemeldet wurden, an die Oberschulen wechseln wird. Ein weiterer Teil wird dagegen an Integrierten Gesamtschulen aufgenommen werden. Letztere seien weitaus besser auf die Aufnahme der bisherigen FörderschülerInnen vorbereitet. Für die Oberschulen soll nun ein Projekt aufgesetzt werden, in dessen Rahmen ein Kompetenztransfer von den Förder- an die Oberschulen stattfinden soll. Zudem sollen an den Oberschulen weitere Differenzierungsräume für sonderpädagogische Förderungsangebote entstehen.
Seit Bestehen der Integrierten Gesamtschulen in Oldenburg, wurden deren Kapazitäten kontinuierlich erweitert. Trotz des kontinutext und foto   |  Christoph Kienemann

Woran denkt man, wenn man die Worte Kung Fu hört? Vielen werden wohl die vielen Hong Kong Filme aus den 70er und 80er Jahren einfallen, Bruce Lee oder Jackie Chan lockten mit ihrer akrobatischen Kampfkunst Millionen Menschen vor die Leinwände und begeisterten ebenso viele Menschen, sich selbst im Kung Fu, Karate oder Taekwondo zu versuchen. Den amerikanischen Soul-Sänger Carl Douglas inspirierte der Boom sogar zu seinem berühmten Song „Kung Fu Fighting“. Doch wie sieht es heute aus? Auch in Oldenburg wird Kung Fu praktiziert, doch die Gruppe sucht dringend neue Mitglieder.
Im Westen bezeichnet der Begriff Kung Fu unterschiedliche chinesische Kampfkunststile, die teilweise bereits tausende von Jahren alt sind. Die Bedeutung des chinesischen Wortes ist dabei weit allgemeiner. Kung Fu bedeutet einen Grad an Kunstfertigkeit oder das Bemühen des Menschen, sich ständig zu vervollkommnen. Dieser Grundgedanke unterscheidet das Kung Fu von vielen anderen Kampfsportarten, die man erlernen und betreiben kann. Wer Kung Fu praktiziert, arbeitet nicht nur an seinem Körper oder lernt vielleicht sich selbst zu verteidigen, vielmehr ist Kung Fu ein Training für den Geist. Letzteres kann man beispielsweise beim Training der Oldenburger Kung Fu Gruppe des Vereins für Freizeitsport ausüben. Jeden Montag und Freitag trifft sich die Gruppe zum Training. Zentraler Bestandteil sind dabei die sogenannten Formen, festgelegten Bewegungsabläufe, die eine Abfolge von Techniken und Stellungen darstellen, und die insbesondere die Konzentration fördern sollen. In Oldenburg wird der Hung Gar Stil trainiert, in dem die Bewegungen von Tieren imitiert werden. Die Kranich-Technik trainiert beispielsweise die Flexibilität der Sehnen, die Schlangen-Technik bildet die Atmung und die Vitalität des Menschen aus.
Mit diesem Ansatz scheint das Kung Fu eigentlich gut in die heutige Zeit zu passen. Die Arbeit an der eigenen Person steht schließlich für viele Menschen ganz oben auf der Liste. Doch in den Teilnehmer*innenzahlen der Oldenburger Gruppe spiegelt sich das nicht wieder. Kamen früher noch 20 oder mehr Teilnehmer*innen zu den Trainings, sind es heute oftmals nur fünf oder weniger. „Wir können uns das auch nicht erklären“, so Kay Fuhrmann, der die Gruppe und die Trainings leitet. Seit 25 Jahren praktiziert Fuhrmann Kung Fu und will natürlich wieder mehr Menschen für diesen Sport begeistern. Auch wenn der Einstieg in den komplexen Sport nicht unbedingt leicht ist, kümmert sich die Gruppe jeweils intensiv um Neuankömmlinge. Im Internet ist man unter www.kung-fu-oldenburg.de aktiv und hat sogar Videos auf YouTube bereitgestellt, in denen man die praktizierten Bewegungsabläufe nachvollziehen kann. „Bei uns geht es nicht um Leistungssport oder um Freikämpfe, wir sind auch kein Dojo wo ein Meister alle anleitet“, so Fuhrmann. Problematisch sei schon eher, dass der Sport sehr komplex sei und man viel Durchhaltevermögen benötige, um ihn zu praktizieren. Der praktizierte Hung Gar Stil ist eben nicht nur eine Kampfkunst, sondern auch als ein System zur Gesunderhaltung des Körpers zu verstehen. Die Bewegungen und Atemübungen sollen den gesamten Körper stärken und können auch noch im hohen Alter ausgeübt werden. Aufgeben will die Gruppe aber nicht, sondern man bleibt weiter offen für neue Mitglieder. Bei den Trainings in der Turnhalle der Heiligengeistschule an der Ehnernstraße sind alle gerne gesehen, welche einmal in die Welt des Kung Fu hineinschnuppern möchten.

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