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Serie: Künstler von Hier  11 Fragen an … Jürgen Fastje16.10.2019



Text und Foto  | Karin Eickenberg

Früher tourte  der in Bremen geborene Oldenburger „die ganze Republik rauf und runter“, war mit seiner  Band „The Romeos“ sogar europaweit und bis in die USA unterwegs. Für große Konzertreisen bleibt dem heute 57jährigen kaum noch Zeit. Wie denn auch?! Neben Auftritten mit mehreren Bands, wie den beliebten „Heart of Gold“, engagiert sich Fastje seit  Jahren für die musikalische Früherziehung in Kindergärten, bedient auf seinem youtube-Kanal mehr als 7000 Abonnenten und bringt gerade wieder eine neue CD heraus. „Musik zu machen und Texte zu schreiben ist meine Art, das Innerste nach Außen zu kehren,“ sagt Chock. Dass der studierte Pädagoge dafür sogar eine sichere Beamtenlaufbahn in den Wind schlug, hat er bis heute nicht bereut!  

DIABOLO: Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Fastje: Die ersten Rockriffs und Powerchords auf der E-Gitarre brachte mir mein Cousin als Teenager bei. Dann lernte ich in einer Konfirmandengruppe Andreas Röschmann kennen, der damals schon super spielen konnte. Von da an spielten wir fast täglich zusammen Gitarre und spätere Vorbilder wie Werner Lämmerhirt oder das Gitarrenduo Kolbe Illenberger brachten mich dazu, 6 bis 8 Stunden täglich zu üben! Mit Andreas Röschmann spiele ich heute noch zusammen im Duo „Chock & Aré“. Wir haben 2001 unser erstes Album „To the sky“ aufgenommen und demnächst erscheint unser zweites beim Bremer Label Fuego. Bei Fuego veröffentliche ich alles, was ich musikalisch mache.
DIABOLO: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst bewirken?
Fastje: Mit dem Wort „Kunst“ habe ich so meine Schwierigkeiten. Musizieren ist natürlich eine Kunst wie auch Malen, Fotografieren, Bildhauern, Schauspielern undsoweiter. Aber Musik machen, sprich komponieren, unterrichten, proben, Livekonzert ist für mich eher mein Leben, mein Arbeitsalltag, deshalb empfinde ich es nicht als solche. Bewirken will ich nur, dass die Menschen, die meine Musik hören, Spaß haben und sich begeistern und vielleicht über den einen oder anderen Text nachdenken. Außerdem möchte ich dazu inspirieren, selbst mal das Musizieren zu versuchen!  
DIABOLO: Mit welchen Themen setzen Sie sich auseinander?
Fastje: In meiner Musik kommen alle Themen des Alltags der Menschen jeden Alters zum  Tragen. Da ich in Kindergärten und Krippen in Oldenburg mit Kindern Musik mache, beschäftige ich mich viel mit Kinderliedern und deren textlichen Inhalten. Ich schreibe gerne über das Älterwerden, über die Zeit, über die  Zukunft und über den Alltag meiner Generation. Für meine Band „Super Chock Verzerrer“ kann das auch schon mal ins Dichterische, Skurrile hineingehen. Politische Themen gehören ebenfalls dazu. Aktuell „Fridays for Future“ und immer wieder der musikalische Kampf für den Frieden, gegen Krieg, Hass und Gewalt und für mehr Toleranz und Gerechtigkeit.  
DIABOLO: Wo und wie arbeiten Sie?
Fastje: Ich arbeite in Oldenburg in meiner „Gitarrenschule Fastje“. In die Schule ist auch mein Home-Studio, liebevoll „Sunstreet-Studios“ genannt, integriert. Da nehme ich alle meine Songs auf oder produziere andere Musiker. Außerdem bin ich mal mehr, mal weniger in den Bands „Super Chock Verzerrer“, „Heart of Gold“, „Chock & Aré“, „21 Sunstreet“, „Software Excess“, „The Romeos“ und „Soloprojekte“ aktiv.
DIABOLO: Ihre kreative Eigen-Art?
Fastje: Meine kreative Eigenart ist die Vielseitigkeit und die Spontanität und die Fähigkeit zu improvisieren. Es gibt keine Einschränkungen und alles ist grundsätzlich möglich – außer, es ist für mich politisch oder menschlich nicht vertretbar.  
DIABOLO: Ein Höhepunkt in Ihrer bisherigen Arbeit?
Fastje: Ganz klar die Deutschlandtournee mit der irischen Gruppe „The Pogues“.  Ich habe mit meiner Band „The Romeos“ als Vorgruppe auf der 1990er Tour der Band gespielt und in vielen großen Hallen der Republik, unter anderem der Grugahalle, gastiert. Das war eine einschlägige Live-Erfahrung für mich, auch mal vor großem Publikum zu bestehen! Dann der Kulturaustausch vom Goetheinstitut  mit Russland, wir haben mit den Romeos 5 Auftritte in der Olympiahalle in Moskau gehabt. Natürlich zähle ich auch jede Veröffentlichung meiner Musik auf CD, im Stream oder als Schallplatte zu den Höhepunkten.
DIABOLO: Ein aktuelles Projekt?
Fastje: Zum Beispiel die Veröffentlichung meiner ersten selbst produzierten Kinderlieder-CD unter dem Titel „Hallo, Du kleiner Mensch“. Sie wird voraussichtlich Ende Oktober erscheinen. Man kann die CD dann bei Amazon, als Stream, über meine Gitarrenschulen-Website oder bei mir persönlich in der Schule kaufen.
DIABOLO: Wo ist Ihre Musik zu hören?
Fastje: In allen Streamingportalen, auf CD oder Schallplatte, ab und zu auch mal im Radio – und natürlich live! Am 18. Oktober, ab 19.30 Uhr, begleite ich eine Lesung von Elfie Hoppe in der Landesbibliothek am Pferdemarkt. Das nächstes Konzert mit „Heart of Gold“ findet am 8. Mai 2020 in der Oldenburger Kulturetage statt.
DIABOLO: Was bedeutet Erfolg für Sie?
Fastje: Die Anerkennung, das Feedback, die direkte Reaktion, die meine Musik bei jedem einzelnen Menschen hervorruft. Erfolg definiert sich für mich auch über das Schreiben meiner Songs, deren Geburt sozusagen, alles meine kleinen musikalischen Kinder.
DIABOLO: Wie lebt es sich als Künstler in Oldenburg?
Fastje: Klar, Oldenburg ist jetzt keine Medienstadt wie Berlin, München, Köln oder Hamburg. Aber: Ich finde, in der heutigen Zeit der Social-Media im www ist das auch nicht mehr ganz so wichtig. Ich habe Oldenburg als Musiker schätzen gelernt in einer Zeit, als ich viel auf Tournee war, also Ende der 80er, Anfang 90er Jahre. Immer, wenn ich aus den stinkenden, lauten, hektischen Großstädten zurück ins beschauliche, frisch mit norddeutscher Luft durchtränkte Oldenburg kam, durchflutete mit ein anheimelndes, warmes Gefühl der Entspannung. Außerdem liebe ich die sehr aktive, lebendige, alle Musikrichtungen umfassende Musikerszene in Oldenburg. Eine riesige Gemeinde an Musikern aller Altersgruppen, in der ich mich sehr wohl fühle, weil hier nicht Konkurrenz sondern Austausch und Kreativität im Vordergrund stehen.
DIABOLO: Ein Wunsch, ein Plan, eine Vision?
Fastje: Mit meiner Musik wenigstens etwas zum Frieden auf der Welt beizutragen. Weiterhin viele Menschengesichter, ob groß oder klein, zum Grinsen, Schmunzeln und Lachen zu bringen und weiterhin auch davon leben zu können, wie im Moment. Ach ja, ich würde gerne einmal bei einem „Rock gegen Rechts“-Konzert oder Festival spielen!
 
Kontakt: www.gitarrenschule-fastje.de

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