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Tiefe Einblicke: Interview mit Regisseur Rob Lambert18.09.2019

Tiefe Einblicke: Interview mit Regisseur Rob Lambert

interview  |  Christoph Kienemann

DIABOLO: Welche Personen oder Ereignisse haben Sie inspiriert?
Lambert: Die Charaktere und die Menschen, über die ich nachdenke, sind meistens Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder in irgendeiner Form Extremisten sind. Es wurde schnell klar, dass wir uns Menschen ansehen wollten, die extremen Gruppen im Internet angehören und dann Gewalttaten begehen. Es ging um die Frage: Wo fängt es an? Diese aktuelle Form des Extremismus, ist ja noch relativ neu. Während unserer Arbeit mussten wir dann eine Reihe von Anschlägen miterleben. Dadurch wurde deutlich, dass wir mit unserer Charakterisierung richtig lagen. Es geht um einsame weiße Männer, die gehört werden wollen.
DIABOLO: Gab es eine bestimmte Zielsetzung für den Film?
Lambert: Wir wollten keinen Film machen, der eine bestimmte Botschaft vermittelt. Es ist kein Film, der mit dem Finger auf andere Menschen zeigt. Ich wollte eine tiefgehende Charakterstudie schreiben, die den Vorhang zurückzieht und aufdeckt, was wirklich in den Menschen vorgeht. Es ging um einen multi-dimensionalen Charakter, der eigentlich durchschnittlich ist und der sich nach alltäglichen Dingen sehnt. Natürlich wollten wir aber keine Entschuldigungen finden.
DIABOLO: Welche Nachforschungen waren notwendig?
Lambert: Ich habe viele Youtube-Videos gesehen, von Personen, die direkt zu diesen Menschen sprechen. Ein Charakter im Film ist dem nachempfunden. Als Autoren sind wir in diese rechten Gruppen eingetaucht, haben uns angesehen, wie sie kommunizieren. Mit unserem Hauptdarsteller Zachary Sherman haben wir dann besprochen, wie diese Videos auf seinen Charakter wirken würden. Er hat dann nach Wegen gesucht, sich mit diesen Menschen zu identifizieren, was nicht einfach war, denn natürlich hat er nichts mit diesen Personen gemein.
DIABOLO: Was bedeutet der Titel, „Cuck“?
Lambert: Es ist ein Schimpfwort, mit dem man die Männlichkeit seines Gegenübers verächtlich macht. Heute wird es von den extrem rechten Gruppen genutzt, um Liberale oder Progressive zu attackieren.
DIABOLO: Wollten Sie einen Charakter jenseits des stereotypen Attentäters schaffen?
Lambert: Ja, denn wenn man ihn als stumpfen Bösewicht darstellt, dann würde dies jedes Verständnis verhindern. Das ultimative Ziel mit dem Film war: Wie können wir eine Diskussion beginnen und überhaupt mit diesen Menschen reden. Denn was wir gelernt haben ist, diese Leute wollen vor allem wahrgenommen werden. Das beste Resultat für uns wäre, wenn wir durch den Film Menschen wie Ronnie erreichen könnten und sie sich von Gewalttaten abwenden würden.
DIABOLO: Woher kamen die Ideen für die Nebencharaktere?
Lambert: Joe und ich haben Menschen aus unserem Leben genommen und haben hieraus Charaktere kreiert. Auch diese stehen am Rande der Gesellschaft. Bill (Timothy V. Murphy) ist z. B. ein kalifornischer Nazi, der auf Ronny herabsieht. Hinzu kommt, dass wir die Geschichte in Van Nuys angesiedelt haben. Dieser Ort sollte eine Utopie für Veteranen werden, ist jetzt aber teilweise sehr verarmt. Ronnie und seine Familie sind hier stecken geblieben.
DIABOLO: Wie waren die Reaktionen in den Online-Communities?
Lambert: Es war unglaublich, bisher war ich kein Teil einer solchen Lawine. Wir haben mit dem Trailer einen Nerv getroffen. Für sie sieht es so aus, als ob wir uns lustig machen. Vielleicht ändert sich das, wenn sie den Film sehen. Ich glaube nicht, dass sie weniger wütend sein werden, aber vielleicht erkennen sie, dass es um einen tiefen Charakter geht.

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