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Bahnhofsviertel:
Mehr Gentrifizierung im Bahnhofsviertel. An der Osterstraße entsteht ein Büro- und Wohnhaus28.08.2019



TEXT und FOTO | Christoph Kienemann

Wer vom Lappan zum Hauptbahnhof fährt, dem fällt an der Einmündung der Osterstraße in die Moslestraße das Haus Nr. 26 auf. Alter Baumbewuchs, noch ältere Autos, die auf dem Hof geparkt sind, das Haus gehört zum Bild des Bahnhofsviertels hinzu. Darüber hinaus ist es auch ein Treffpunkt für Menschen, die man sonst eher nicht im Stadtbild sieht. Im vergangenen Jahr wurden nun aber Haus und Grundstück verkauft, hier entstehen nun Büroräume.
Das Oldenburger Bahnhofsviertel ändert sein Gesicht weiter. Gab es hier einst Raum für Menschen, die auf der Suche nach neuen Möglichkeiten waren oder sich an den Rändern der Gesellschaft bewegten, verschwinden diese Nischen immer mehr. Wo es einst günstigen Wohnraum gab, entstehen Neubauten, die eher im hochpreisigen Segment angesiedelt sind. An der Kreuzung Moslestraße – Osterstraße soll nun ein Neubau entstehen, der wieder einen Teil des alten Bahnhofsviertels verdrängen wird. Die Projektentwickler Hellmers – P2 aus Bremen sind nun für das Grundstück verantwortlich und planen hier einen achtgeschossigen Neubau. Das Gebäude soll sich an Vorbildern des Bauhauses orientieren, als Inspiration dient beispielsweise das Kaufhaus Schocken in Stuttgart. Neben Geschäftsräumen sollen hier auch Wohnungen und sogenannte Mikroappartments entstehen. Hierbei handelt es sich um Wohnungen, die teilweise nur 20 m² groß sind, dabei aber Küche und Bad enthalten. Solche Wohntypen sollen StudentInnen oder PendlerInnen ansprechen, die in Großstädten sonst keine günstigen Wohnungen mehr finden. Für das Projekt wurde bereits ein Bauantrag gestellt, die Projektentwickler stellten es in der Sitzung des Oldenburger Gestaltungsbeirates im November 2018 vor. Insgesamt sollen Wohnungen zwischen 30 und 50 m², zwischen 80 und 90 m² und zwei Penthousewohnungen entstehen.
Vor dem Verkauf des Gebäudes regte jedoch die WFO/LKR Fraktion im Sozialausschuss an, die Stadt solle das Gebäude kaufen, um hier einen neuen Ort für den Tagesaufenthalt für Obdachlose einzurichten. Die Verwaltung suchte hierfür nach neuen Räumen, da der Tagesaufenthalt aus der Ehnernstraße umziehen sollte. Das Gebäude an der Osterstraße wurde in der Vergangenheit bereits von der Beratungsstelle Rose 12 genutzt. Ein entsprechender Antrag wurde am 30.10. im Sozialausschuss gestellt. Bereits im August hatte die Fraktion die Verwaltung auf die Möglichkeit hingewiesen, das Gebäude in der Osterstraße zu erwerben. In der Runde der Fraktionsvorsitzenden am 10. September sei das Thema von der Verwaltung angesprochen und eine Überprüfung der Thematik angekündigt worden. Hierbei ergab sich offenbar, dass das Grundstück bereits durch die Eigentümerin verkauft worden sei. Diese Information wurde den Fraktionen durch ein Schreiben des Oberbürgermeisters vom 24.9 mitgeteilt. Nach Einschätzung der Fraktion von WFO/LKR hielt die Verwaltung den Kaufpreis der Immobilie für zu hoch. Mit dem Beschluss des Gesamtkonzeptes zur niedrigschwelligen Wohnungslosen- und Suchthilfe soll der Tagesaufenthalt in der Ehnernstraße in die Cloppenburger Straße ziehen, zudem wird ein zweiter Tagesaufenthalt in der Bloherfelder Straße entstehen. Die Pläne für den Neubau an der Osterstraße wurden vom Gestaltungsbeirat begrüßt.

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