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DIABOLO Wochenzeitung:
Künstler von Hier: 11 Fragen an … Insa Winkler11.07.2019



text und Foto  |  Karin Eickenberg
Seit mehr als 30 Jahren schon initiiert und gestaltet Winkler transdisziplinäre Kunstprojekte in aller Welt, die zu einem kreativen und verantwortungsbewussten Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen beitragen sollen. Ganz im Sinne der beuys‘schen Tradition bindet sie das Publikum dabei aktiv in die Realisation mit ein – so wächst das Projekt zur „Sozialen Plastik“ , die sprichwörtlich die Welt verändern kann. Insa Winkler lebt und arbeitet in Hude. Sie studierte klassische Bildhauerei in Kiel, machte ihren Master in Architektur und Umwelt an der Hochschule Wismar und promovierte an der Graduate School der Leuphana Universität in Lüneburg. Seit 2010 führt sie zudem das Landschaftsplanungsbüro ihres Vaters in Hude, das sie unter dem Label „studio kunst und landschaft“ mit ihren vielfältigen künstlerischen Aktivitäten verknüpft. Diverse Auszeichnungen und Preise gehen auf das Konto der engagierten Umweltkünstlerin. Insbesondere auch für viele von ihr  begründete Netzwerke, wie Prima Kunst, social land art project und artecology_network.  
DIABOLO: Wie sind Sie zu Ihrer Kunst gekommen?
Winkler: Die Kunst ist die einzige Möglichkeit, berufsübergreifend tätig zu sein. In der Kunst stellt man sich eigene Aufgaben und findet eigene Lösungen. Der Weg zur Kunst ist aber dennoch sehr steinig und braucht Durchhaltevermögen.
DIABOLO: Was möchten Sie mit Ihrer Kunst bewirken?
Winkler: Ich möchte das Bewusstsein der Menschen erweitern. Zunächst sollte Kunst eigentlich immer aus sich selbst heraus wirken. Meine bepflanzten Objekte aus Filz werden mit der Zeit immer schöner. Das ist ein Gleichnis zu unserem Wertesystem.
DIABOLO: Mit welchen Themen setzen Sie sich auseinander?
Winkler: Mit Umweltthemen, mit Vegetation, mit Landschaften.
DIABOLO: Wo und wie arbeiten Sie?
Winkler: Ganz unterschiedlich – je nachdem, was das Projekt erfordert. Aber in der Bildhauerischen Arbeit sehr gerne mit Metall und Stein, mit Pflanzen und Wasser. Heute möchte ich aber eher ganz natürliche Baustoffe benutzen und diese weiter entwickeln.
DIABOLO: Ihre kreative Eigen-Art?
Winkler: Ich habe einen Werkbegriff geprägt: die Social Landart. Das geht einher mit einer komplexen, kollegialen, vielschichtigen, transdisziplinären Auseinandersetzung mit Lebensräumen und den Menschen, Tieren, Vegetationen, Kulturen und auch der politischen Lage. In einfachen Worten: Geh zu Deinem Nachbarn, rede mit ihm darüber, was man machen kann und werde aktiv. Das Schwierige an der Nachhaltigkeit ist, dass sie so große Komplexe umfasst – doch je mehr wir ins Detail gehen, desto mehr wird klar, dass wir auch mit kleinen Hebeln was bewegen können!
DIABOLO: Ein Höhepunkt in Ihrer bisherigen Arbeit?
Winkler: Jedes Projekt, das bei mir meist auch eher einige Jahre in Anspruch nimmt, hat letztlich einen Höhepunkt. Das für mich spannendste Projekt ist immer noch “Das Eichelschwein”. Es geht um die Beziehung Mensch-Natur und diese Auseinandersetzung bleibt nach wie vor  sehr aktuell.
DIABOLO: Ein aktuelles Projekt?
Winkler: Derzeit arbeite ich im Landkreis Oldenburg an einer “dauerhaften sozialen Landschaft” in dem Projekt “von Eiche zu Eiche”. Hierbei geht es demnächst auch darum, die großen bedrohten Baumriesen, die unseren Lebensraum Oldenburg prägen, mit meiner eigenen Tinte darzustellen. Aber auch um Geschichten über Eichen aus der Bevölkerung.
DIABOLO: Wo ist Ihre Kunst zu sehen?
Winkler: Noch bis zum 18. August läuft  das Projekt „Natur Schöpfen – eine wachsende Ausstellung“ im Horst Janssen Museum Oldenburg. Hier bin ich nun eingestiegen in die Welt der Färberpflanzen, des Papierschöpfens, des Weidenflechtens, des “Selber-Tinte-machens”. Diese Dinge werden in Objekten zusammengebracht. Auch habe ich dabei meine Netzwerkarbeit mit anderen Künstlern und Künstlerinnen eingebracht.
DIABOLO: Was bedeutet Erfolg für Sie?
Winkler: Wenn man Menschen damit begeistern oder auch nachdenklich machen kann und wenn man auch für die Kunst belohnt wird.  
DIABOLO: Wie lebt es sich als Künstlerin in Oldenburg?
Winkler: Ich lebe eigentlich relativ zurückgezogen auf meinem Hof. Da gibt es so viel zu tun. Ich bin viel gereist zu Projekten nach China, Korea, Japan, Kirgisien, Georgien und in Europa, aber viele meiner Projekte finden auch hier in der Region statt. Eben Projekte, die manchmal ganz leises Vorgehen erfordern. Reisen im Klimawandel ist auch problematisch geworden.
DIABOLO: Ein Wunsch, ein Plan, eine Vision?
Winkler: Meine Formel ist auch Leben = Kunst = Natur oder Kunst = Leben = Natur und ich denke, dass die Zukunft das analoge aktive Leben wieder mehr in das Bewusstsein holen muss. Meinen eigenen Werdegang und meine künstlerische Umweltforschung habe ich in einem Buch beschrieben, das nächstes Jahr erscheinen soll. Ja, es macht mir sehr viel Freude, mein Wissen weiter zu geben.

Kontakt: www.kunstundlandschaft.de

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