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Diskurse anstoßen - Der Förderverein Internationales Fluchtmuseum gründete sich 199910.04.2019

Diskurse anstoßen - Der Förderverein Internationales Fluchtmuseum gründete sich 1999

Text und Foto  |  Christoph Kienemann

Im Jahr 1999 fällt Ulrich Hartig eine Publikation des damaligen Ausländerbeauftragten des Landes Niedersachsen zum Thema Binnenflüchtlinge in die Hände. Schon damals gab es auf der Welt weit mehr Binnenflüchtlinge, also Menschen die auf ihrer Flucht keine Staatsgrenze überschreiten, als Geflüchtete, die ihr eigenes Land verlassen müssen. „Ich wusste damals nicht viel über dieses Thema und so kamen einige Leute zusammen und wir gründeten den Verein“, erinnert sich Ulrich Hartig, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Wie der Name es andeutet, strebten die Mitglieder schon damals die Gründung eines Museums an, das sich mit dem komplexen Themenfeld von Migration und Flucht auseinandersetzen sollte. Leuchtturmprojekte wie das Auswandererhaus in Bremerhaven hatten Vorrang.
Inzwischen hat sich der Verein zu einem Anbieter von Bildungsangeboten entwickelt. Man organisiert Vorträge und Exkursionen und ist immer wieder auf der Suche nach neuen Themen. „Wichtig sind uns eigentlich immer wieder die Schnittstellen. Wir wollen unterschiedlichste Aspekte aufgreifen, dabei kann es um die NS-Zeit oder auch den Klimawandel gehen“, so Ulrich Hartig. Dabei soll es aber nicht nur bei der bloßen Information der Öffentlichkeit bleiben: „Es treibt uns schon um, was aus unserer Arbeit entsteht, die Leute sollen ja nicht nur nach Hause gehen und über die Armen in der Welt nachdenken.“ Vielmehr gelte es, nach Auswegen zu suchen und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Damit Letzteres gelingen kann, hat sich der Verein in den vergangenen Jahren ein umfangreiches Netzwerk aus Kooperationspartnern aufgebaut. So ist man unter anderen Mitglied im deutschen Museumsbund, in der Klima-Allianz Oldenburg, im Netzwerk Migration oder dem Gedenkkreis Wehnen. Zudem versucht der Verein, auf die Politik einzuwirken. Als Italien dem Seenotrettungsschiff „Lifeline“ im Jahr 2018 das Anlegen in einem Hafen des Landes verweigerte, wurde der Förderverein aktiv. Er forderte den Rat der Stadt Oldenburg auf, seine Zusage für die Aufnahme der Geflüchteten zu geben, die von der Lifeline gerettet wurden.
Dass der Verein auch 20 Jahre nach seiner Gründung immer wieder ein neues Programm auf die Beine stellt, hat dabei auch damit zu tun, dass immer neue Impulse den Ideenreichtum der Mitglieder befeuern. Zuletzt traten dem Verein Mack Chademana, Anna Mutandi und Macdonald Chibika bei, sie stammen ursprünglich aus Simbabwe: „Das hat natürlich auch dazu geführt, dass wir uns anders mit dem Thema auseinandersetzen konnten.“ Diese neuen Impulse sollen nun genutzt werden, um eine Ausstellung über das Thema Zimbabwe zu erarbeiten, diese Ausstellung konnte dann in Schulen oder Kirchengemeinden gezeigt werden und auch genutzt werden, damit eine Diskussion mit den Geflüchteten beginnen kann. „Wir müssen auch lernen, mit den Menschen aus Afrika auf Augenhöhe zu diskutieren“, so Hartig. Weitere Themen, die in Zukunft angegangen werden sollen, sind beispielsweise der Zusammenhang von Klimawandel und Migration sowie die Auseinadersetzung mit Grenzmauern und dem Menschenbild, das hinter diesen steht: „Insgesamt ist es uns wichtig, dass wir weg von diesem Frontalunterricht kommen und in das Publikum hineinfragen.“ Für die Verstetigung der historisch-politischen Bildungsarbeit des Vereins wünscht man sich natürlich weiterhin eigene Räume, in denen Ausstellungen realisiert werden könnten: „So etwas fehlt in Oldenburg wirklich.“

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