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Wochenzeitung DIABOLO:
Zweite Chance
Wiederverwertung von Abwasser21.02.2019

<i>Wochenzeitung DIABOLO:</i><br />Zweite Chance<br />Wiederverwertung von Abwasser

text und foto |  Christoph Kienemann

Der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) untersucht mit den Verbundpartnern DECHEMA und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) neue Möglichkeiten zur Wiederverwertung von Abwasser für industrielle und gewerbliche Zwecke. Gefördert wird das seit 2017 laufende Vorhaben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt soll einen Beitrag zur Entschärfung des Problems der Wasserknappheit in der EU leisten.

Die Dürreperiode während des Sommers 2018 stellte auch den OOWV vor große Herausforderungen. Die Wasserwerke im Norden mussten zu Spitzenzeiten ca. 350.000 Kubikmeter Trinkwasser abgeben – normalerweise liegt die Wasserabgabe bei 230.000 Kubikmetern. Insgesamt ist nur 1 Prozent des weltweiten Wasservorrats als Trinkwasser verfügbar. Über 800 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die EU-Kommission geht derweil davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Hälfte der europäischen Flussgebiete unter Wasserknappheit leiden könnten. Diese Zahlen zegien, dass ein sparsamerer Umgang mit der Ressource Wasser notwendig ist. „Die Rekordabgaben im Jahr 2018 zeigen, dass wir in unterschiedliche Richtungen schauen müssen, um den Wasserbedarf der Zukunft decken zu können. Dafür müssen wir insbesondere den industriellen Bedarf in den Blick nehmen“, meint Axel Frerichs, stellvertretender Geschäftsführer des OOWVs. Eine Möglichkeit, der Wasserknappheit zu begegnen, könnte beispielsweise in der verstärkten Wiederverwertung von Abwasser liegen und in der Bereitstellung von unterschiedlichen Wasserqualitäten für industrielle oder landwirtschaftliche Zwecke. Wasser in Trinkwasserqualität muss z. B. nicht genutzt werden, um Anlagen zu kühlen oder eine Dampfkraftanlage zu betreiben. Derzeit wird in Kläranlagen gereinigtes Abwasser wieder in Flüsse und Meere eingespeist, in Zukunft sollen jedoch auch höhere Qualitätsstandards möglich sein. Allerdings bleibt eine Aufbereitung von Abwasser zu Trinkwasser weiter ausgeschlossen. „Wir sehen die Möglichkeit, je nach Standort rund eine Million Kubikmeter Trinkwasser durch aufbereitetes Abwasser für industrielle Zwecke zu ersetzen. Wir haben es also mit einer signifikanten Größe zu tun“, erklärt OOWV-Projektleiterin Kerstin Krömer.
Ideen zur vermehrten Wiederverwendung von Abwasser sind inzwischen auch in der Politik angekommen. Die EU-Kommission legte im Mai 2018 einen Vorschlag für neue Vorschriften zur Wasserwiederverwendung für die landwirtschaftliche Bewässerung vor. Die neuen Vorschriften sollen Landwirte dabei unterstützen, nicht trinkbares Abwasser bestmöglich zu nutzen. Die EU befasst sich mit dem Thema, da ein Drittel der Fläche der Union ganzjährig unter Wasserknappheit leidet. Zunehmend unberechenbare Wetterlagen, wie etwa schwere Dürreperioden, dürften ebenfalls negative Folgen für Menge und Qualität der Süßwasserressourcen haben. Als Gegenmaßnahme setzen viele von Wasserknappheit bedrohte Länder auf Entsalzungsanlagen. Letztere produzieren jedoch umweltschädliche Abfälle und verbrauchen große Mengen an Energie. Die neuen Vorschriften sollen sicherstellen, dass aufbereitetes Wasser aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen bestmöglich genutzt wird und eine zuverlässige alternative Möglichkeit der Wasserversorgung bietet. Am 12. Februar billigten die Abgeordneten des EU-Parlamentes den Vorschlag der Kommission über die Wiederverwendung von Abwasser.

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