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Wochenzeitung DIABOLO:
Trans*Tagung
Zweite niedersächsische Trans*Tagung in Oldenburg31.01.2019

text |  Christoph Kienemann

Für Menschen, deren Geschlechtsidentität oder Geschlechtsrolle von dem Geschlecht abweicht, das ihnen zu Beginn ihres Lebens aufgrund äußerer Merkmale zugewiesen wurde, hat sich der Begriff Transgender als Selbst- und Fremdbezeichnung etabliert. Wurde das Abweichen von traditionellen binären Geschlechterrollen lange Zeit gesellschaftlich und rechtlich sanktioniert, wandelt sich die Situation langsam. Zuletzt wurde in der Bundesrepublik die Möglichkeit geschaffen, nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 13. November 2017, ein drittes Geschlecht im Geburtsregister einzuführen.

Am ersten Märzwochenende findet die zweite niedersächsische Trans*Tagung in Oldenburg statt. Im letzten Jahr hat sich viel getan für Menschen, die sich nicht dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen lassen. Die Veröffentlichung neuer medizinischer Behandlungsrichtlinien und die Schaffung einer 3. Option im Geburtenregister, haben dazu beigetragen, die Situation für Transgender zu verbessern. Demgegenüber steht die weiter anhaltende gesellschaftliche Marginalisierung von Transgendern und die von Rechtspopulisten forcierte Restauration überkommener Geschlechteridentitäten. Durch die Trans*Tagung soll daher die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich die Community zusammensetzt, vernetzt und unterschiedliche Perspektiven austauscht. Die Tagung richtet sich dabei an alle trans* und abinären Personen in Niedersachsen, aber auch an alle Angehörigen, Freund*innen und Interessierte.
Ziel der Tagung ist es, einen Beitrag zur besseren gesellschaftlichen Akzeptanz von Transgeschlechtlichkeit und queeren Lebensweisen in der Gesellschaft beizutragen. Darüber hinaus sollen die Missstände und Probleme verdeutlicht werden, denen sich Transgender im Alltag gegenüber sehen. Hierzu bieten die Organisator*innen der Tagung unterschiedliche Workshops an. Thematisch geht es dabei um das Empowerment, Intersektionalität und den Umgang mit Körpererfahrungen. Der Berliner Professor für Gender Studies Lann Hornscheidt wird einen Workshop zu diskriminierungskritischer Sprache leiten und auch die Themen Flucht und Pflege stehen auf der Tagesordnung. Ihren Abschluss findet die Trans*Tagung mit einer Podiumsdiskussion zu den neuen Behandlungsrichtlinien für Transgender. Insgesamt stehen zwölf Workshops auf dem Tagungsprogramm.
Die Idee eines dritten Geschlechts ist dabei alles andere als eine neue Idee. Die Erkenntnis, dass zwei Geschlechter die Realität nur unzureichend beschreiben hatte bereits ein altbabylonischer Dichter, der im Atraḫasis-Epos erzählte, wie der sumerische Gott der Weisheit Enki die Fruchtbarkeitsgöttin Nintu anwies, ein drittes Geschlecht zu kreieren. Archäologische Erkenntnisse zeigen, dass sich tatsächlich Menschen in Babylonien und Assyrien einem dritten Geschlecht zuordneten und das schon vor 4.000 Jahren.

Trans*Tagung
2. und 3.3., ab 8 Uhr, Kulturetage, OL

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