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Wochenzeitung DIABOLO:
Noch nicht überwunden
Lesung und Diskussion zur Griechenlandkrise24.01.2019

text |  Christoph Kienemann

Der Verein zur Förderung der Sozialklinik Kalamata in Griechenland organisiert eine Lesung mit anschließender Diskussion zur aktuellen Situation in Griechenland. Gelesen wird dabei aus dem Buch des ehemaligen griechischen Finanzministers Janis Varoufakis. Mit dabei sind Ulrike Knospe, Christian Bergmann, Rainer Iwersen und der bekannte Ökonom Prof. Dr. Rudolf Hickel.

Die sogenannte Griechenlandkrise ist inzwischen fast vollständig aus den Medien verschwunden. Die Probleme scheinen gelöst. Doch insbesondere in Griechenland spüren viele Menschen die Auswirkungen der Politik der EU und des IWF weiterhin. Griechenland leidet immer noch unter einer extrem hohen Schuldenlast, die es zurückzahlen muss. Die Auflagen der Gläubiger binden das Land zudem bis zum Jahr 2060 an einen rigiden Sparzwang. Wie konnte es zu dieser Situation kommen? Der griechische Ökonom Janis Varoufakis hat seine Version der Geschehnisse in seinem Buch „Die ganze Geschichte – meine Auseinandersetzung mit dem europäischen Establishment“ aufgeschrieben. Der Text ist bereits im Jahr 2017 erschienen und beschreibt die Ereignisse während der 162 Tage, die Varoufakis als griechischer Finanzminister amtierte. Damals wie heute galt Varoufakis als ausgezeichneter Ökonom, dessen Spezialgebiet die Spieltheorie ist. Der griechische Premier Alexis Tsipras holte ihn aufgrund seiner analytischen Fähigkeiten und seiner Wirtschaftskompetenz in sein Kabinett. Varoufakis will einen anderen Weg gehen, als es die EU und der IWF für Griechenland vorgeben. Doch die etablierten Politiker, mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble, sind den Ideen des Ökonomens alles andere als aufgeschlossen. Seine Gespräche mit den europäischen Politikern hielt Varoufakis fest und gibt sie nun in seinem Buch wieder. Varoufakis kritisiert nicht nur die Einführung des Euros, der ohne eine gemeinsame europäische Politik nicht funktionieren könne, sondern sieht in der Griechenlandpolitik der EU den Versuch, verschiedene Straf- und Vergeltungsmaßnahmen zu testen, die sich der Austeritätslogik widersetzen wollen. In seiner jetzigen Form hält Varoufakis den Euro nicht für zukunftsfähig und gibt der EU-Politik auch die Schuld für das Auseinanderdriften der Union.
Über die Thesen Varoufakis und die Entwicklung in Griechenland soll dann mit dem Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel diskutiert werden. Hickel tritt beispielsweise für eine Stärkung der Binnennachfrage ein und wendet sich gegen den „Kasino-Kapitalismus“ an den Finanzmärkten. Hickel kritisierte in der Vergangenheit auch die Griechenlandpolitik von IWF und EU. Die Austeritäts- oder Schrumpfpolitik bezeichnete er als Irrweg, vielmehr bedürfe es einer einheitlichen Unternehmensbesteuerung in der EU und deren Ausbau zu einer Wirtschafts-, Sozial- und Umweltunion.

Lesung + Diskussion
zu Janis Varoufakis
Mi. 06.02, 19.30 Uhr, Theater Wrede, OL,
Mit dabei sind Ulrike Knospe, Christian Bergmann, Rainer Iwersen und der Ökonom Prof. Dr. Rudolf Hickel

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